Full text: Lübeckische Blätter. 2006 (171)

musik y eutsch],, ° it Herz, lyrisch, | Kassel. schule \h etig way machte. € Umgy spricht. in Konz, 1gS muzg Veg zur, len Eing, Ib nun zy IrSOPranj n Doniz, von Bay ver auch ttle oder; Solisting pernbüh, uschung; ukbahn y e in grolh m Zusa Schweiz Hallen un rhaltsan, rlor sie q | entdech dieser 2; chestern, hrte in q 1r0Pa füh, Beruf 1 weiter L mit den ehrer Ky bei einer Iardi Bye Lieder vm; abei wund; lische Me) . sprach gj [t der Ope aben völli F entschlog 1euen Leh: 1e Göldne cannt) kan slehrer uni e Blätter 20061 rrepetitor Dale Fundling, einem ame- Ko ischen Landsmann, der einige inter- . bekannte Sänger ausgebildet hat. nat leckte ihre Möglichkeiten für das Er rilich dramatische Fach. Ihre Rück- u zur Oper habe sie ihm zu verdanken, "hs begann ein dramatischer Entwick- 1g5pr0Zess, weil Mardi Byers zugleich h! "Meg einer Selbstfindung gehen muss- . befreite sich von kamiliären Prägun- te. mit großer Geduld und in täglicher . unterstützte Fundling sie dabei. Zu jesem Meg gehörte es auch, dass ihre in . gchweiz mit einem Orchestermusiker „eschlossene Ehe sich nicht als zukunkts- king erwies und in eine Freundschaft üherkührt wurde. : Ihr erstes Engagement im neuen ju- [s ndlich-dramatischen Fach führte sie . einem Sommertkestival nach Rom. Sie ns dort die Contessa in Mozarts Figa- “ Gleichzeitig begann sie mit dem Vor- «ingen in New York und in Deutschland. D endem sie 10 Termine in 3 Wochen absolviert hatte, erhielt sie bei ihrem letz- h Termin in Lübeck ein Angebot, das „u ihrer Verpflichtung an unser Theater führte. Ihr zweites Engagement vor dem start hier führte sie nach New York, wo sie beim Bard Festival die Donna Anna gang, die auch in Lübeck zu ihren Glanz- leistungen zähl. Das Gespräch wandte sich nun dem Bereich der musikalischen Gestaltung zu, der sängerischen Technik und der Rollen- auffassung. Man hat bei Mardi Byers den Eindruck, dass ihre Tonbildung vom Atem getragen und durchseelt ist. Sie erklärte dieses Phänomen mit eindrucksvoller In- tensität: Sie erlebe es immer als falsch, wenn sie ihr subjektives Gefühl zum Aus- druck bringen oder wenn sie als Mardi Byers glänzen wolle. Vielmehr komme es darauf an, in die Leere zu atmen, sich als Teil des großen musikalischen Prozesses zu erfahren, in dem das Werk Gestalt wird. Die Musik werde durch sie realisiert, der Körper sei das Instrument der Verwirkli- chung: „Es singt“, nicht „ich singe“, so formulierte sie zugespitzt diesen Vorgang. Die völlige Hingabe an diesen Prozess führe, wenn sie gelinge, dazu, dass sie sich selbst als Mardi Byers nicht mehr wahr- nehme. Sie könne dann am Ende nicht mehr sagen, ob sie gut gesungen habe. Gerade in solchen Augenblicken gelingen ihr die höchsten Leistungen. Mardi Byers sprach in diesem Zusammenhang von der Erfahrung einer spirituellen, einer religiö- sen Sphäre. Sie zitierte ihren Lehrer Dale Fundling, der sagte: „Die Musik war da, bevor sie aufgeschrieben wurde. Die Auf- gabe des Sängers ist es, zuzuhören, nicht „ZU machen'‘“. Diese völlige Hingabe for- mulierte auch Brahms, wie Mardi Byers hinzufügte, als er über sein Komponieren sagte: „Ich setze mich hin und höre zu“. Mardi Byers beschrieb ihr Talent als Gottesgeschenk, dem sie in Hingabe ver- pflichtet sei: Die Musik gehe durch sie hindurch, ihre Aufgabe sei es, sich dafür zu ökknen. Sie charakterisierte auch die Schwierigkeiten dieses Prozesses. Mit wachsender Bekanntheit zum Beispiel werde es immer schwieriger, dem Druck von außen standzuhalten, sich persönlich zurückzunehmen und die Erwartungen des Publikums zu vergessen und sich nur dem Strom der Musik anzuvertrauen. „Es ist eine Erlaubnis, kein Machen“, so fasste sie ihre Erfahrung zusammen. Im Gespräch über ihre Rollen in Lübeck cha- rakterisierte sie die einzelnen Gestalten aufschlussreich: Tosca zu singen sei wie auf einer Achterbahn der leidenschaftli- chen Gefühle zu fahren. Am aufrichtigs- ten und jenseits aller Pose sei Tosca in dem Augenblick, in dem sie angesichts ei- ner grauenhaften Realität die Frage nach dem Warum ihres Schicksals stellt. In die- ser Grenzsituation werde sie zum ersten Mal mit der UVnausweichlichkeit des Bö- sen konfrontiert derart, dass ihre bisherige Welterfahrung dem gegenüber versagt. Auch Adriana Lecouvreur sei eine Diva, aber von völlig anderem Wesen. Sie sei stets souverän, in sich ruhend. von tiefer Trauer erfasst. Der Schluss ..zerreisst ei- nem das Herz“, sagte sie. Elisabetta sei als Königstochter schon dazu geboren, damit andere „mitihr Geschäfte machen“. Sie ge- horcht völlig den an sie gestellten Ansprü- chen, sie „macht alles richtig“. aber auch Mardi Byers im Gespräch das hilft ihr nicht. Niemals hat sie ein eige- nes Leben, „Tosca lebte, sie nicht“. Mardi Byers fügte hinzu, dass die Gestaltung der Elisabetta sie immer völlig erschöpfe. Donna Anna sei keine Hysterikerin, wie manchmal behauptet werde. Sie ist Repräsentantin der damaligen adligen Gesellschaft mit ihren festen Rollenvor- stellungen. Die Begegnung mit Don Gio- vanni bringe einen Riss in ihr Leben, der letztlich unheilbar sei. Befragt nach ihren persönlichen mu- sikalischen Vorlieben außerhalb der Oper nannte sie Bruckner, Mahler, Rachmani- noff, auch Britten und ergänzte, dass ihr Clara und Robert Schumann als Lieder- komponisten besonders am Herzen lie- gen. Eigentlich liebt sie Musik überhaupt, klassische Musik, aber ebenso Musik in den vielen Erscheinungsformen der ge- genwärtigen Musikkultur, mit denen sie auch aufgewachsen ist. Mardi Byers arbeitet gerne in Lübeck, sie fühlt sich im Ensemble des Theaters sehr zu Hause In der nächsten Spielzeit hat sie Engagements in Wiesbaden und Basel, möchte aber als Gast dem Lübe- cker Theater treu bleiben. Zwar liebe sie das Reisen, ersehne aber auch einen festen Wohnsitz. von dem aus sie ihre Verpflich- tungen wahrnehmen könne. Charakteristisch und symbolhaft war die Situation. in der Mardi Byers die Auf- führung der 9. Sinfonie von Beethoven mitgestaltete. Sie schilderte den tiefen Eindruck, den sie beim hingegebenen Zu- hören hatte. umgeben von den vertrauten Stimmen der Bratschen und Celli. den Chor im Hintergrund und sie selbst als Teil dieser grandiosen Musik. Die Stufen ihres Werdegangs waren in dieser Erfah- rung gegenwärtig. Lübeckische Blätter 2006/5 79
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