Full text: Lübeckische Blätter. 2006 (171)

. lentinj Oliver , dahcj n deh, erzey. dt Voß ) m Ekühr in der t war) ermy- ramm rigen e Pro. 'ewäl. "urore Dut. ti-Sg- :Ite er ~ die schon l Ver- I an- Sumg Schu- unkt, Dur I Ver- auch TSten nzen ürde. Itage 1 von sfüh- nlose ‘gabe ihem ihres me“) x. 83 shen: .es in ollen raus, mern rbare hätte teres 1e C- chen s die H 106/18 ßntspannung nach der Doppelbelastung | wd genoss das beschwingte Musizieren Jes etwa 40-köpfigen Orchesters. Der Di- jgent tat gut daran, nichts zu korcieren, yas aus dem Merk schlechterdings j cht herauszuholen wäre. - Langer, herz- icher Beifall entlielk die Musiker, die gut uölk Stunden später schon wieder in der Hamburger Laeisz-Halle aufzutreten hat- jen. Klaus Brenneke Veranstaltungen fest der Philharmonischen (esellschaft Lübeck Die Philharmonische Gesellschaft fei- erte am 26.0ktober ihr einjähriges Beste- hen im Festsaal der Gemeinnützigen ganz Zeichen Mozarts. Bereits auf dem Flur wurden die etwa 150 Gäste mit Harfenmusik von Johanna vlayer empfangen, herzlich von Mitglie- jern des Philharmonischen Orchesters hegrült und im Saal von einer Holzblz- jergruppe mit Tafelmusik unterhalten. Künstlerische Darbietungen verban- im Jen sich mit kulinarischen Genüssen, Jie in einem Büfett angeboten wurden. andreas Hutzel, bei wichtigen Lübecker Ereignissen als Moderator unverzicht- har, begleitete seine charmanten Anga- „ven mit Texten aus Mozarts Briefen. Mit seinem warmen Bariton erinnerte Gerald Quinn mit dem Ständchen und der tem- peramentvoll vorgetragenen Champag- nerarie aus Don Giovanni an die gelanz- volle Aufführung der Oper im Lübecker heater. ! Das eigentliche und begeisternde Er- eignis des Abends waren die Darbietun- cen des Philharmonischen Kammeror- chesters. Das Streicherensemble spielte engagiert, präzise und mit leuchtenden Klangfarben Mozarts Divertimento D- Dur, KV 136. Wunderschön war auch das konzert für Flöte und Harfe, aus dem Jo- hanna Mayer und Thomas Biermann den ]. Satz vortrugen. Die Zuhörer genossen ln reizvollen Dialog dieser Instrumente. Höhepunkt war der musikalische Auttritt der Bläsergruppe, die im Zusammenklang von Oboe. Klarinette und Fagott warme Kklangwirkungen erzeugten. Sie spielte zwei Sätze aus der Gran Partita. Zwischen diesen Sätzen hatte das Au- ditorum das Vergnügen. einem Vortrag von Prof. Dr. Volker Scherliess zu lau- schen, in dem er, anknüpfend an die Gran Partita, musikgeschichtlich die Position Mozarts ausleuchtete und darauf hinwies, dass Mozart in seinen hervorragendsten Werken barocke Stilgebärden überwand und romantische Melodik vorwegnahm. Die Gran Partita bestätige musterhaft. dass für Mozart ein Unterschied zwischen „Unterhaltung“ und „großer Kunst“ nicht existiere, denn auch diese Serenade Zeige seine Meisterschaft. Klassische Kammer- musik entwickele sich bei ihm zu einem Gespräch der Instrumente: „Man hört vier vernünftige Leute sich unterhalten“. wie Goethe sagte. Viele Typen von Kammer- musik verdanken Mozart „ihre erste Blüte ohne wirkliche Vorläufer und vor allem: die Definition ihres Niveaus“. Denselben emanzipatorischen Wandel erkenne man auch in der Gattung der Sinfonie. ..die in Mozarts Œuvre den Weg von der ein- sätzigen Opernsinfonia zum großen Be- kenntniswerk im Sinne des 19. Jahrhun- derts vollzog“. Diesen Wandel skizzierte Scherliess an den drei Hauptwerken des Sommers 1788, zu denen die Linzer und die Jupiter gehören, sowie der posthum aufgeführten Prager Sinfonie. Bei ihrer Uraufführung in Prag sah man über dem Orchester „Mozarts Name(n) in einer Art von Tempel, zu dessen beiden Seiten zwei Pyramiden mit den Inschriften .Dankbar- keit und Vergnügen? transparent illumi- niert standen“. Präzise Klarheit verband sich. wie immer bei Vorträgen von Volker Scher- liess, mit persönlichem. herzwarmen Engagement. die das Publikum begeis- terten. Dankbarkeit und Vergnügen: Beides wurde im Publikum wach. Denn im Zusammenklang von durchseeltem Musizieren auf hohem Niveau. kuli- narischen Genüsssen und anregenden Gesprächen bildete sich eine Aura herz- licher Gemeinsamkeit. die Freude stif- tete und leuchtende Erinnerungsspuren hinterließ. Günter Kohfeldt Peter Guttkuhn im 222. Lite- rarischen Frühschoppen „Eine schmunzelnde Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck“ erlebten zahlrei- che Zuhörerinnen und Zuhörer am 29. Ok- tober 2006 im „Alten Zolln“. Beim 222. „Literarischen Frühschoppen“ referierte der Germanist und Historiker Dr. Peter Guttkuhn über das Thema ..Von tüchtigen Medicis. schönen Frauen und jüdisch- christlichen Konkubinaten“. Guttkuhn schilderte die Ereignisse aus der Praxis des Lübecker Zahnarztes Jacob Levy (1784-1840). Dessen Vater Philipp Levy, wiewohl als Fremder an der Trave nur geduldet, hatte mit seiner Kunst so erfolgreich gewirkt. dass ihm Wohlverhalten und Geschicklichkeit im Ausnehmen von Leichdörnern und War- zen attestiert wurde. Seit 1808 führte Jacob Levy gemeinsam mit seinem Va- ter die Praxis in der Wahmstraße. Dass die fleißBig-erfolgreichen Levys einige Futterneider hatten. lag zweifellos auch darin begründet, dass sie Juden waren. Jacob Levy lebte schließlich in einem „Jüdisch-christlichen Konkubinat“. aus dem zuletzt sieben Kinder entstammten. Die obrigkeitliche Konzession gab ihm Sicherheit in einer Zeit wirtschaftlicher und politischer Depression. Es folgte die Lebensgeschichte des Dr. med. Wilhelm Levens (1803-1859). Er war der erste wissenschaftlich ausge- bildete Mediziner am Orte. wurde aber nicht Mitglied im Ärztlichen Verein zu Lübeck. Medizinhistorisch befindet er sich an jener Nahtstelle zwischen dem aussterbenden spekulativen Gesundheits- Handwerker und dem wissenschaftlich orientierten Mediziner. Diese Scharnier- funktion verleiht seiner Vita Interesse und Bedeutung. Den Abschluss bildete die jüdisch- christliche Ehegeschichte von Abbele und Malchen. Die Prozedur für deren Tochter Annette Levy und Karl Knauff war im Wesentlichen die gleiche wie für Malchen und Abbele: Auf den am 21. April erteilten Konsens wurde das Braut- paar am I.Mai 1864 in der Marienkirche abgekündigt. Der Referent ließ in seinem lebendi- gen Vortrag lübeckische Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts quellen- und hautnah erleben. Hier ging es nicht um erdachte Figuren und Situationen, das pralle und vertrackte Dasein selbst sprach authen- tisch. anschaulich-plastisch und: augen- zwinkernd-humorvoll. Lutz Gallinat Kulturnotizen Woyzeck‘ mit Masken“ ist ein klei- ner. gehaltvoller Band betitelt: er ist vor einigen Wochen im Bad Schwartauer Centrum-Verlag erschienen. Auf 110 Seiten dokumentieren Claus Bubner. Jutta Milewski (sie erfand die Masken) und Mario Fox. der auch für die 50 Fotos in dem Buch verantwortlich zeichnet, das schon einige Jahre zurück- liegende Experiment. unter der Spiellei- tung des weit über Lübeck hinaus bekannt gewordenen Schultheater-Spezialisten Bubner Büchners berühmtes Fragment durch eine Aufführung mit Masken ei- nerseits zu verfremden. andererseits dem Betrachter näherzubringen. Die Maske. so Lübeckische Blätter 2006/18 309
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