Full text: Lübeckische Blätter. 2006 (171)

ichung | nd de, | erliy. | Probl,. | «atureh . Dies, ch eine Jumn. sichteh Werds ekt er. Pielen sentatj. nten. AL Von 1, dasz lungey Im Zusammenhang damit betonte sie tie Kostenexplosion für medizinische Leistungen, die zu Fragen führen werde, oh es für bestimmte Leistungen Altersbe- „xenzungen geben solle. Die Problematik fusste sie zusammen unter der Frage: Er- leichtern oder belasten die medizinischen fortschritte die Arbeit des Arztes mit glick aut den aufgeklärten Patienten bzw. die inkormierte Ofkentlichkeit?“/ koh Ethnologie, Auktklärung und Globalisierung Christian Feest, Ethnologe in Frank- furt und Leiter des Museums für Völker- kunde, ging in seinem temperamentvol] vorgetragenen Referat auf den Zusammen- hang von Ethnologie und Aufklärung und (ie Herauskorderungen der Globalisierun L schaft Für- J To: | h mit ions- einen erten kehlt e der leute men. veile, Wefe- leute e an 18tli- H J06/18 ein. Zunächst zeichnete er das Bild eines Orchideenkaches“, einer häufig als „mar- „inal“ angesehenen Wissenschatt. die erst out 200 Jahre alt ist - so alt wie die Auf- | klärung, deren Kind sie auch ist. Am Be- aeinn der Entwicklung dieser Wissenschaft cteht, wie er ausführte. die Erklärung der vielheit durch Ordnung, der Wunsch nach Klassifikation von menschlichen Formen „ nach dem Leitbild Linnés (systema na- hurae). Feest stellte folgende Fragen in den Mittelpunkt des Interesses der Ethno- logie: Wag sind wir? Worin unterscheiden wir uns? Es geht seiner Meinung nach vor allem um Identitätsfindung durch Abgren- zung. Feest betonte, dass der Mensch im Kern genetisch einheitlich und - im Un- terschied zu anderen Lebewesen - überall] auf der Welt verbreitet sei. Daherstelle sich die Frage, warum wir uns denn überhaupt unterscheiden. Seine Antwort lauetete: Die Menschen haben kein einheitliches Normensystem. Die Lösungsmöglichkei- ten der Anforderungen zur Lebensbewäl- tigung seien Verschieden. Dazu gehöre al- lerdings auch, dass die Menschen jeweils das Bewusstsein der eigenen Richtigkeit, ja der Vberlegenheit in sich trügen. Je- des Volk halte sich kür das beste. Jeder Mensch glaube. er liege richtig. Natürlich berge ein solches Gefühl auch den man- gelnden Respekt gegenüber dem anderen. Allerdings würden andere Lebensformen auch bewundert. Als Beispiel führte er die verbreitete Zivilisationskritik an. die andere als „Wilde“ ansehen. die unver- bildet und daher überlegen seien. Also. s0 betonte Feest, die Menschen erheben sich über die anderen und gleichzeitig bewun- dern sie diese. Zum Schluss fragte der Referent nach den Konsequenzen für heu- Kolloquium über Aufklärung te. Die Globalisierung. gekennzeichnet durch die Kommunikationstechnik. durch das Reisen, durch die wirtschaftliche Ver- flechtung. mache es notwendig. andere Kulturen zu verstehen. Allerdings sieht er auch die Probleme, vor allem dass heut- zutage die ethnischen Grenzen innerhalb der jeweiligen Gesellschaften vorhanden seien: der andere sei nicht mehr woanders. sondern bei uns. Der Zusammenprall der Kulturen lasse krasse Ideologien entste- hen. Feest sah es als notw endig an. die ökonomischen Grundlagen in den jewei- ligen Herkunfts-Ländern zu ändern. wo- durch die Fluchtgründe w egfallen würden. Feest betonte aber auch, dass die Globali- sierung zwei Dinge befördert habe: den Pluralismus und die Toleranz. In der Diskussion ging Feest noch einmal auf das Thema Vereinheitlichung der Welt ein. auf die Coca-Colarisierung der Welt. Er sagte, dass die Coca-Cola- Kultur nur äußerlich sei. Das zeige die heute verbreitete Sehnsucht nach dem Lo- kalen. So verbreiteten sich Dialekte und Traditionen. um die eigene Individualität zu betonen. Feest zeigte mit seinem Refe- rat. dass die Ethnologie wichtige Fragen stellen kann. Antworten und Lösungs- möglichkeiten zu finden. ist Aufgabe von Gegenwart und Zukunktt. 0e 25 Jahre N aturschutzgebiet Schellbruch von Hans Rathje Reimers Am 71. November tat sich was im Naturschutzgebiet: Fast pünktlich zum 15. Jahrestag des Erlasses der „Landes- verordnung über das Naturschutzgebiet Schellbruch“’ fand in diesem Schutzgebiet eine kleine Feier statt. Anlass war nicht das Jubiläum, sondern die Einweihung eines Geschenkes zweier Stiftungen an die Hansestadt Lübeck. Die Gemeinnützi- ge Stiftung der Sparkasse zu Lübeck und sie Engelbert und Hertha Albers-Stiftung stellen namhafte Beträge zur Verfügung. Formell ist die Hansestadt die Empfän- gerin des Geschenkes; faktisch sind es iber die Besucher des Naturschutzgebie- tes. Eingeweiht wurde unter reger Betei- ligung vieler interessierter Bürger eine Aussichts- und Beobachtungsplattform. die optisch sehr ansprechend gelungen ist und sich zudem schön in die Landschaft einpasst. Von erhabener Höhe öffnet sich im Bewuchs des jahrhundertealten ehe- maligen Travesteilufers ein herrliches Panorama: im Vordergrund die Wasserflä- che der Großen Lagune, dann die großen Schilfwälder und dahinter gelegentlich die scheinbar über Land treibenden Tra- veschiffe. Darüber hinaus kann man von hier aus vortrefflich - ohne zu stören - das rege Treiben der Vogelwelt dieses Natur- schutzgebietes erleben. Bänke laden zum geruhsamen Genießen ein. Der Umweeltsenator Torsten Geißler. Antje Peters-Hirt für die Sparkassenstif- tung und Reinhold Schrader für die E. & H. Albers-Stiftung hielten erläuternde und zum Teil launige Ansprachen und gaben dann mit dem Durcchtrennen des „Roten Bandes“ die Plattform für die Öffentlich- keit frei. Wissenswertes über das Naturschutz- gebiet (eine kleine Auswahl): Das Natur- schutzgebiet Schellbruch ist ein Naturpa- radies aus dritter Hand. Die ursprüngli- che Sumpfwaldvegetation, die auch dort stockte, wo heute Wasser ist. fiel zum Teil der rodenden Hand des wirtschaftenden Menschen zum Opter. größtenteils aber dem seit ca. 1850 immer mehr eindringen- den Brackwasser. Die Tray evertiefungen und -begradigungen ließen das Ostsee- wasser immer tiefer landeinwärts vordrin- gen. Die Flächen des Schellbruches aus zweiter Hand waren um 1930 durchge- hend Feuchtwiesen. Das heutige Land- schaftsbild entstand durch Überspülungen mit Travebaggergut. durch die Schaffung dann doch nicht genutzter Spülbecken und durch eine Hausmülldeponie. Die ausgesprochen schlechte Wasserqualität der Medebek der Jahrzehnte nach dem II. Weltkrieg in Verbindung mit den Sog- und Schwallwirkungen der Großschifffahrt auf der Trave schädigten das Schilfwur- zelwerk und räumten es letztendlich aus. so dass die beiden Lagunen entstanden. Für das heute so positive Erscheinungs- bild des Schellbruches sind also fast nur zu damaliger Zeit negativ empfundene Landschaftseingriffe verantwortlich. Die Natur vermag eben (fast) alles zu reparie- ren! Noch einmal kam dieses Gebiet 1975 in Bedrängnis. Großflächig sollte es mit Millionen von Kubikmetern Trax ebagger- Lübeckische Blätter 2006/18 301
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