Full text: Lübeckische Blätter. 2006 (171)

Ausstellungen ter sich vorgestellt das vor allem die dra- matischen letzten Sätze zu einem über- wältigenden Ausdruck bringen sollte. Das aber bewies die Aufführung jetzt: ab der „Szene auf dem Lande‘ war die Wirkung wirklich grandios, während die beiden ersten Sätze durch den riesigen Apparat in ihrer leidenschaftlichen Empfindsam- keit im ersten und der duften Leichtigkeit beim Ball schwerkälliger waren. Anders bei Dieter Macks ..Tunjuk“., mit dem der Abend erötfnet wurde. Das Werk hatte Mack, Protessor für Komposi- tion, eigens für diesen Abend und für den noch um etliche ungewöhnliche Farben erweiterten Orchesterapparat geschrie- ben und es seinem Vorgänger, Friedhelm Döhl gewidmet. Tunjuk ist der Name eines balinesischen Dorkes. Mack erläu- ert sein Werk kurz als „klangräumliches Ritual‘. Der Eindruck aber ist weniger durch fernöstliches Kolorit geprägt, wenn auch einzelne Instrumente daran erinnern. Eher vermittelt sie die Vorstellung einer grübelnden, manchmal ekstatisch explo- dierenden, dann wieder suchenden, irisie- renden Sprache, die sich bei dieser ersten Begegnung in ihrem Ausdruckswillen nicht gleich erschließt. Zwischen den Blöcken Mozarts Vio- linkonzert D-Dur KV 218. Nach der eruptiven Klanggewalt bei Mack und der bevorstehenden Fantastik bei Berlioz ein Moment der Zurückgezogenheit, und das nicht nur durch die lichte Besetzung des Mogzartorchesters, sondern auch durch die keine, konzentrierte Gestaltung des Solo- parts durch Christiane Edinger, Professo- rin an der Musikhochschule Lübeck. Das erfreulich große Publikum zeigte sich begeistert. Wir sind auf eine Fortset- zung dieser Zusammenarbeit gespannt. Arndt Voß Ausstellungen Erinnerung an Günther Lüders im Burgkloster Wer, wie der Verfasser dieser Zeilen, in seinen jungen Jahren Günther Lüders zu- erst als EIwood P. Dowd in „Mein Freund Harvey“ und etwas später in der Titelrolle des „Hauptmann von Köpenick“ im Lübe- cker Theater erleben durfte, der war nicht nur fasziniert, dem blieb seither dessen mo- dulierende, verwandlungsfähige Stimme, seine Gestik und sein Gesicht im Gedächt- nis. Dem jungen Zuschauer hatte Günther Lüders endgültig Maßstäbe gesetzt. Der 1905 geborene und in der Roeck- straße großgewordene Lübecker Patrizi- ersohn war etwas aus der Art geschlagen und wurde, gegen den anfänglichen Wil- len seines Vaters, Schauspieler. In den fol- genden Jahrzehnten seines Lebens errang Lüders im deutschsprachigen Raum eine einzigartige Rolle als Schauspieler, Regis- seur und Rezitator. Dass die Herbert-Ihering-Gesellschakt dem ungewöhnlichen und 1975 verstorbe- nen Schauspieler in der Langen Halle des Burgklosters eine Ausstellung ausrichtete, war da nur folgerichtig. Jedoch tat sie es auf eine etwas lieblose Weise. Zwar wird der Besucher durch die Fülle der Expona- te erfreut, durch deren Präsentation jedoch verstimmt. Wenn es Ausstellungen gibt, die unter der Last viel zu langer Begleit- texte leiden, so leidet diese Ausstellung unter dem krassen Gegenteil: Die Begleit- texte sind meistens zu knapp oder fehlen vollständig. Beispielsweise wird der Be- sucher vor einem mit „Telegramm“ beti- telten Schriftstück alleingelassen, das zu Günther Lüders 60. Geburtstag von der damaligen Führungsspitze der SPD dem Jubilar zugeschickt worden war. Das Te- legramm ist sonderbarer Weise handge- schrieben und wird u. a. von einem Willi (!) Brandt unterzeichnet. Handelt es sich um einen unbedarkten Schülerstreich? Allein einem mit guten Gedächtnis ausgestatte- ten älteren Betrachter könnte noch in den Sinn kommen, dass damals Telegramme durchs Telefon diktiert oder gar gemorst wurden und ein „Fräulein vom Amt“ in besonderen Fällen den Text mit der Hand abschrieb, und vielleicht nicht wusste, wie sich Brandts Vorname schrieb. An den Wänden befinden sich zahlrei- che Presseartikel zu Günther Lüders, in den allermeisten Fällen erfährt der Besu- cher nicht, welchen Zeitungen sie entnom- men sind. Und es ist schlicht unhöflich, Dokumente in Vitrinen auf Fußbodenhöhe zu legen. Vollends enttäuschend bleibt aber das Fehlen irgendeines Film- oder Tondo- kumentes, mit dem man die wunderbare Schauspiel- und Rezitationskunst Günther Lüders hätte vergegenwärtigen können. Kurzum: Die Ausstellung genügt weder wissenschaftlichen noch lukullischen An- sprüchen. Einzig zu loben ist die immense Sammelleidenschaft. Trost bietet allerdings das mit zahlrei- chen Abbildungen versehene Begleitbuch. Ulrich Liebes sorgfältig recherchierte (wenn auch mit Quellenangaben geizen- de) Lüders-Biographie liest sich glänzend. Eine sensiblere und ergreifendere Annä- herung an diesen seinerseits sensiblen und bescheidenen Künstler ist kaum vorstell- bar. Übrigens berichtet Liebe, dass Lüder; den man wegen seiner unerschrockeney kabarettistischen Sticheleien gegen day NS-Regime nach Gestapo-Verhören vori. bergehend ins KZ Esterwegen einlieferts im grausamen Lagerleben tatkräftig von Julius Leber gestärkt wurde. Dass Günther Lüders einmal bemerkt; „Ich war nie ein Star“ spricht allerding; mehr gegen den Starkult vergangener und heutiger Zeiten als gegen Lüders. Die Ausstellung „„Ich war nie ein Star Günther Lüders. Schauspieler Regisseyr Rezitator“ im Kulturkorum Burgkloster läuft bis zum 27. August (Di-So 10-17 Uhr). Das Begleitbuch kostet 24,80 €. Martin Thoemme; Mittelalterliche Klostergärten Eine Ausstellung im Kulturkorum Burgkloster Seit einem Jahr wird im Lübecker Die schon irten der K | zrren: | zellt. Sie sin jpiert von U | lege zur K jeutschland“, aite 21 einer k | Pie Ausst | ylai-20. Aug gurgkloster, ] | 50. 11-17 Uh. hem hervorras ] igen Hett mil nen (Euro G; | ſcunst „A] jm Museu Vor rund I Jogramm „A juken. Eine K luseum Bur Burgkloster ein langgehegtes Projekt ver. wirklicht. In Zusammenarbeit mit den Förderverein Museum Burekloster ê. V. wurde im Garten des Kreuzgangs ein kleiner Kräuter- und Heilptlanzengartey angelegt (siehe auch Umschlagbild „Li. beckische Blätter“, Nr. 11, 2006). Die Pflanzenauswahl und die Anlage der Beg. te haben als Vorbild das Gartengedich „De cultura hortorum“ des Abtes Walz. fried Strabo (808/09-849). Das Gedicht wurde später als „Hortulus““ - kleines Gärtchen - bezeichnet und ist ein literarj. sches Kunstwerk des frühen Mittelalters. Zugleich dokumentiert „Hortulus“ den damaligen Wissensstand die Botanik der Heilpflanzen betreffend. Im Kreuzgang, der den Klostergarten umschließt, stellt eine Ausstellung dag Gartengedicht vor. Große Tafeln mit Ab. bildungen der Kräuter- und Heilpflanzen begleiten die Iyrischen Texte des Abtes vom Kloster Reichenau. Die Stadtbibli- othek Lübeck hat dazu kostbare histori- sche Dokumentationen geliehen. Da giht es in Vitrinen unter Glas zum Beispiel ein Herbarium oder Kräuter- und Gewöürz- buch von Thomas Pancovius von 1673 und andere Kostbarkeiten, die abends sorgfältig abgedeckt werden wegen ih- rer Lichtempkindlichkeit. Ihre Seiten mit den Abbildungen werden immer wieder umgeblättert, zu ihrem eigenen Schutre und um dem Besucher, der öfter kommt. neue An- und Einsichten zu gewähren. Es lohnt also ein mehrmaliger Besuch dieser Ausstellung, auch um das Wachsen und Blühen der Pflanzen im Klosterhokt zy verkolgen. 210 Lübeckische Blätter 2006/13 S) Jag der ot jn der Ger ' m Sonnaber jifknet die Ge | res Gesellsch. Haus und im ( jnkormieren ü meinnützigen. Töchter und Beilage) untel hen stiften ge Jem Thema , hewerb „Deu heworben, ur Orte im Land zs entwickel ten, an denen Jug der offene Sonnabend w Cemeinnützig Aktivitäten dr ven, Musik, sx und künstle: gie neugierig. und bringen ( Verwandte un Am Sonntag, dann ein Gott den die Gen Pastorin Jedec Auch zu die: herzlich um 1 J | libeckische Blätter ]
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