Full text: Lübeckische Blätter. 2006 (171)

Studienreise der Overbeck-Gesellschaft lichen Seeufer scheint durch die Verwen- dung des örtlichen anstehenden Porphyrs Teil des Berges geworden zu sein. Auch hier fasziniert die Geometrie der Anlage: eine weitgeschwungene Brücke insze- niert einen Pilgerweg auf das Dach der über den Felssporn ragenden Kapelle. In Nebelschwaden gehüllt, entstand ein un- wirkliches Labyrinth aus sich überschnei- denden Treppen und Bögen. Wer dächte nicht an Hermann Hesses Verse: „Seltsam im Nebel zu wandern ...“ Die Museumsbauten Schweizer Ar- chitekten im Ausland waren Anlass, das Interesse auch über die Schweizer Gren- zen hinaus zu lenken nach Vaduz und Bregenz. Das Kunstmuseum Liechtenstein, von den Basler Architekten Meinrad Morger und Heinrich Degelo mit Christian Ke- rez aus Zürich erbaut und im Jahr 2000 eröffnet, liegt wie die schwarze Kaa- ba an der zur Fußgängerzone mutierten Hauptstraße „Städtle“. Der aus schwar- zem Terrazzo geschliffene Monolith be- herbergt die 1968 gegründete staatliche Liechtensteinische Kunstsammlung und Werke der seit 400 Jahren bestehenden fürstlichen Privatsammlung. Dialog: das ist die Präsentationsform zu Beginn des Rundgangs im Erdgeschoss des Kunst- museums. Durch die seitlichen Fenster ist auch ein Dialog mit der bronzenen Rie- sendame von Botero draußen möglich. Die Oberlichtsäle im Obergeschoss prä- sentieren Gegenwartskunst mit dem Sam- melschwerpunkt der italienischen Arte Povera und des Futurismus. Von ganz anderer Wirkung ist das Kunsthaus Bregenz von Peter Zumthor. Das Gebäude reiht sich am prominenten Ufer des Bodensees in die Phalanx der Repräsentationsbauten als fensterloser Glasschuppenbau. Siebenhundert mäch- tige Schuppen aus geätztem Glas ver- kleiden rundum die 30 m hohe Fassade. Unsichtbar von außen bleibt die dahinter- liegende tragende Konstruktion aus drei durch alle Stockwerke reichende Wand- scheiben. Die drei übereinanderliegen- den, etwa 600 m? großen Ausstellungs- räume erhalten ihr Außenlicht teils durch die transluziden Wände, teils durch raf- finiert konstruierte Oberlichter. Ein Mu- seum im herkömmlichen Sinne will das Kunsthaus nicht sein. Wir sahen im Par- terre das „Rote Haus“, ein raumfüllendes begehbares Objekt, im Obergeschoss das „Pistolenhaus“,. ein dreidimensionales Gebilde, in dem ein virtueller Pistolen- schuss ein witzige Kettenreaktion auslö- sen könnte. % ) z ' M L) " ] J : 4 ij rn f [ 1 , ;. ' . U.: ii § W. ] E . I.: Innenraum der Kirche in Mogno In Schaffhausen überraschten uns die „Hallen für Neue Kunst“: eine aufgelasse- ne Textilfabrik, die zu einem Kunstort für Riesengemälde und Installationen zeitge- nössischer Künstler umgewandelt wurde. Das Gartenhotel in Winterthur war ein idealer Ausgangspunkt für den Be- such der vielen Sammlungen. Ein erster Weg führte ins Römerholz, wo die ehema- lige Villa des Industriellen Oskar Reinhart (1885-1965) mit einer Vernissage aufwar- tete: Eduard Manets Riesengemälde „Au Café‘, das von ihm selbst in zwei Teile zerschnitten sonst an zwei verschiedenen Orten zu sehen ist - der linke Teil hier in Winterthur, der rechte in der Londoner National Gallery. Das vorübergehende Zusammenhängen beider Teile im Rö- I zu f j > 1,6 m. / § m.. » ) e.: merholz stellte eine einmalige Gelegen- | heit zur Synopse dar. Wie man erfuhr. werden die hier gezeigten Gemälde -Cra- nach, Holbein, Rubens, Renoir, Picasso - niemals ausgeliehen. Im Gegensatz zy der wesentlich umfangreicheren Samm- lung von etwa 600 Gemälden im Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten, die 1993 auszugsweise schon einmal in Berlin zy sehen war und eine Wiederbegegnung mit den deutschen Romantikern - Friedrichs „Kreidefelsen auf Rügen“, Kersting, Ble- chen, Krüger - gestattete. Ein weiterer Höhepunkt war die Villa Flora, das einstige Wohnhaus des Samm- ler-Ehepaares Hedy und Arthur Hahr- loser. Im privaten Ambiente kommt die Gemäldesammlung französischer Künst- 174 Lübeckische Blätter 2006/11 ts ler der Nabi lard - und d _hervorrage §t. Galle haltenen Klc terte uns di mäßen Abel ßezeichnun man eigen Umso erfre gftikette wi und uns ein stand. Die D Nacht operit 1€ der Poliz. kurzem von sches Wund veschakken. hlickt wie € kann mittel nach Sonnet | lider autor Empore kor [- Die Ode enen Fluss Wolfgan sehr erfolgr: fasst. Nun h nitz gebore | sen, an die gewagt, ein ren großen Tschechne | Grenz- und net das Tor tor ein völl §trom. Das eng mit den pers einleitet, ist der Autor si steht es rasc seine Oder : Man merkt schreibung alte Heimat zensanliege bezieht auc und ist mit gleichzeitig des bewähr der Oder \ eingängig u Leser die M sich bei se chen mache Lübeckische Blä
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