Full text: Lübeckische Blätter. 2006 (171)

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Im Paradies aber, dessen hin ich sicher, finden Mozart und seine örer einander wieder.“ Solche nationa- jen Gesichtspunkte spielen eine wichtige Rolle. Abgesehen von solchen Fortspinnun- ven: Was sagt uns diese Darstellung? Auch s ihr geht es um ein „geheimes Bündnis verwandter Geister“, freilich auf andere art als in Schumanns „Neuen Bahnen“. 01t0 Böhlers Schattenbild veranschau- jicht im Grunde genommen ein musikge- chichtliches Konzept, wie es für das da- malige Wiener Publikum charakteristisch ar. Also ein historisches Dokument aus ger Zeit um 1900. Abschließend wollen wir ein anderes Bild betrachten, das auf den ersten Blick nichts mit unserem Thema zu tun zu ha- hen scheint, mit dem wir aber auf Hans werner Henzes rätselhaftes Wort von der reinen Begeisterung des Geistes“ zu- rückkommen: Rodin-Büste Eine Marmorskulptur des großen fran- jösischen Bildhauers Auguste Rodin aus dem Jahre 1911. Dargestellt ist ~ Gustav Mahler, der im selben Jahr starb und den Rodin wenige Jahre zuvor in einem ande- ren Porträt, einem berühmten Bronzekopt, dargestellt hatte. Davon existieren mehre- re Exemplare; mancher von Ihnen wird sich erinnern: eines steht im Vestibül der Wiener Staatsoper, ein anderes gibt im Fo- yer der Hamburger Musikhalle Kunde von Mahlers Zeit als Hamburger Chefdirigent. Ind so gibt es noch mehrere Abgüsse des ßBronzeporträts. Hier ist es anders: Es handelt sich um eine Marmorskulptur, die nicht nachge- oossen werden kann und also nicht mehr- fach existiert. Sie ist einmalig und wird im Musée Rodin in Paris, aus dem Nachlass des Künstlers stammend, aufbewahrt. Die Züge Gustav Mahlers sind unverkennbar, und doch hat Rodin diesem Werk einen an- deren Titel gegeben: „Mozart“ ~- wo doch nichts an die bekannten Mozartporträts er- innert. Oder vielleicht doch? Man könnte vielleicht bei den Haaren, die hinten in den Mamorblock auszulaufen scheinen, an ei- nen Rokokozopt denken ... Nun - Rodin eing es in diesem Falle offenbar nicht um Ähnlichkeit, er war ja auch kein Vertreter des Realismus, sondern ein Meister der künstlerischen Transzendierung, ein Ide- enkünstler. So gesehen, scheint eines klar: Es geht hier gar nicht um ein getreues Ab- bild - weder von Mahler noch von Mozart , sondern um ein ideelles Kunstwerk: der Kopk scheint dem Marmorblock zu ent- wachsen - ein Sinnbild. Was stellt es dar? 2:die Formwerdung eines edlen Gesichtes aus dem groben Stein, oder man könnte den Sinn auch weiter fassen: die Genese des Geistes aus der Materie. Wenigstens ließe er sich so interpretieren. Das Ideal- bild eines geistigen Menschen, das Urbild eines Künstlers, der den bloßen Stoff (sei es nun Stein oder Notenpapier) überwindet und ihm Züge des Lebendigen, Beseelung einhaucht - nicht ohne Grund spricht man ja seit dem 19. Ih. weniger vom Künstler als einem Handwerker, sondern (wieder ist die Nähe zur religiösen Sphäre deut- lich) als Schöpfer. Wenn Rodin seiner Skulptur den Titel „Mozart“ gibt, so bekennt er sich zu Mo- zart als einem - für ihn vielleicht SOLAr dem Urbild des Künstlers. Faszination - Geheimnis. Verzau- berung - und Inspiration. Spiritus ist der Geist, Inspiration ist also Vergeistigung oder auch Beseelung, das Mit-Leben-Er- füllen. Die hier angedeutete Auffassung ist nicht historisch-konkret, nichtin einzelnen Figuren benennbar wie auf dem Schatten- bild von Böhler. Und doch spielt auch Ro- din auf eine Vorstellung vom Himmel an, nicht von dem mit Putten und Amoretten. aber doch auch auf die Idee von der Ewig- keit der Kunst -eine Idee. die vielen Men- Brahms-Festival der Musikhochschule schen heute fremd ist. Oder gar lächerlich. Und doch hat sie für die letzten 200 Jahre die Arbeit und das Leben vieler Menschen geprägt. Sie ist vielleicht eine Utopie, aber wir verdanken ihr unendlich viel. Wenn Schumann gesagt hatte „Es waltet in jeder Zeit ein geheimes Bünd- niß verwandter Geister.“, so scheint Ro- din sagen zu wollen: „Es herrscht über die Zeiten hinweg ein gemeinsamer Geist.“ Und wie Schumann könnte er fortfahren „Schließt, die Ihr zusammengehört, den Kreis fester, dass die Wahrheit der Kunst immer klarer leuchte, überall Freunde und Segen verbreitend.“: die Idee der Kunst - einer Kunst, die mehr ist als bloß Unter- haltung. sondern Offenbarung - mit einem berühmten Beethoven zugeschriebenen Wort „eine höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie“. Damit bin ich am Schluss. Ich glaube, auch wenn die Unterwerfung unter das Diktat des Dezimalsystems manchmal et- was Befremdliches hat und Jubiläen frag- würdig bleiben. solange sie, dem Zufall des Kalenders folgend. nur einen äußeren Vorwand zum Feiern liefern, haben sie einen doppelten Sinn - einmal: wenn sie als Impuls genommen werden,. inneren Zusammenhängen nachzuspüren. Ver- wandtschaften deutlich zu machen oder Entwicklungen zu verfolgen. Und zum anderen: uns gerade an einer Musikhoch- schule unserer Aufgabe zu erinnern, die auch darin liegt. Traditionen zu bewah- ren. (Weitere Kritiken zum Brahms-Festi- val lesen Sie auf Seite 160) Lübeckische Blätter 2006/10 153
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