Full text: Lübeckische Blätter. 2006 (171)

TT ‘derriems 1 unten iyl nen Knic andale mi | ten rech | mriss. Nj, südlich. B n Grähe, ut Gesich an Arkagh. IE auch in chwiegch. |I und steh | ; am Ends Der als erz. usammeyn. als Römj. > (1774.16 "UPPenbri. vird durch Attribute, Hand de; Finger Vor mten krie. - Hund mit cht bellen : Eule, qi kür einsz. d für Pz. 1s Zeichen er Schlüz. Pflicht dg, hen Leben t Blätter 2006/19 nd beinhaltet die Warnung, Geheimnisse t Obrigkeit auszuplaudern. Das Stein- nedaillon kann im Sinne eines Emblems ( Mathias Holtzwarts auf die Lauscher " Späher ringsum bezogen werden. Der hjidderkopt ist Symbol des geduldigen gchweigens. Die einzelnen Gegenstände variieren die Vielseitigkeit der Verschwie- venheit. Trotz Schlüssel ist dies keine schlüssellocherotik, sondern der Schlüs- zel 20 einer farbenfrohen in erhebender | sphäre daherrauschenden Bildgeschichte. Per theatralische Auftritt eines barocken Helden gewinnt in Torellis Rokoko eine tinzerische Leichtigkeit und kommunika- tive Kontaktfreudigkeit. Mäßigun g : Neben der Verschwie- „enheit nochmals Umwallungen in blauen stoffkaufwindungen, als wären sie von ba- rocken Deckengemälden heruntergeweht; ;etzt aber um eine weibliche Figur. Die stoffe stauen und schützen das Landen. Per Blick führt über den ruhenden Lö- wen, entspannt- nett wie ein Kuscheltier _ dann zwei lebhaft agierende Putti, auf dem Löwen ofkensichtlich reitend, über „war harte aber runde Voluten, Kapitell- vesims, ausgleichende und überleitende | stoffkweichheiten wie Kissenelemente zur gelbstbewusst aufthronenden Figur. Sie hat den Betrachter im Blick. Antikisierte Bauelemente aus Postament, Säulenschaft und Rundung einer Wand geben eine klä- rende aber auch theatralische Kulisse, dann abrupt eine Offnung, wo der blaue Himmel, von grauweißen Wolkeneinhei- I ten teilweise, eine verhangene Stimmung rovoziert. In der Hand hält sie eine Kan- dare (Beißstange für Pferde) und in der anderen einen Palmenzweig: Zeichen für Mäßigung. Erweiterte Attribute sind der Elefant und der Stier von einem Löwen umschlungen. Hier aber reiten zwei Put- ti auf einem Löwen. Wie kann der Löwe besiegt werden? Zwei Lösungen werden angeboten. Nach Camarius durch ein über seinen Koptk geworfenes Tuch oder Amor reizt den Löwen, d. h. die Liebe bändigt ihn. Die Symbolik des Löwen belegt ein weites Feld. Der Löwe erscheint hier als gebändigt, gemäßigt als Haustier. Die Härte der Architekturelemente und die Weichheit bzw. Wärme des Löwenfells treffen aufeinander, dazwischen munteres Kinderspiel. Eine emotional inszenierte Kunst mit Kinderzoo. Ist sie es oder nicht? Sie ist es und auch nicht! Nämlich Camilla, die Tochter von Torelli. Sie blickt in ihrer mädchen- haften Jugendlichkeit aus vielen Bildern. Nicht ein direktes Porträt, ihr umwerken- der Charme sollte aus allen Gemälden Die Klugheit leuchten. Sie heiratet den Grafen Chasot. eine gute Partie im damaligen Lübeck. Sein Gut Marly (man wohnt noch heute auf Marli) war Zentrum des geselligen Le- bens. Der Name der Lauerhofstrasse weist daraufhin, dass der Graf dort ein Löwen- gehege hatte. Der Löwe als ein domesti- ziertes Haustier? Klu g hei t: die dritte Tugend in dieser Reihung. Keine raumfüllende Ma- trone, ein junges Mädchen. Locker liegen Kleidung und Stoffe. Das Blau ist drapier- te Farbe, nicht rauschendes Vorhangmotiv. Ihr nach innen lächelnder Blick wird über den Spiegel zur ahnenden Strenge oder ! Vorausschau. Ein Putto hält den Spiegel zusammen mit einem roten Tuch. davor ein weiterer Putto mit himmelnden Blick auf einen Pfeil, um den sich eine Schlange windet. Ein Hirsch gesellt sich dominant dazu. Der Bildaufbau ist eine Inszenie- rung in Kulissen. Kein hemmend trauri- ger Hintergrund: das Blau der umgelegten Stola hat im Weiß des aufbauschenden und zurücknehmenden Rockes- wie ein Ein- und Ausatmen - eine kontrapunk- tische Entsprechung. Der Hintergrund übernimmt dies zur Staffelung: die Linie des Hirschrückens erweitert sich zur Ge- birgslinie und die weißen Wolken darüber, lösen das Geschehen auf. Davor sitzt die Klugheit. Sie gilt als am wenigstens pro- Die Tugenden im Audienzsaal blematisch in der Ver- bzw. Entschlüsse- lung. Dargestellt ist eine Mädchengestalt © mit blumenbekränztem Helm und üppi- gem Federputz als Personifikation der '" Klugheit. Die Allegorie der Klugheit ge- hört zu den Kardinaltugenden, die im 16. Jahrhundert mit ihren Attributen zu einem festen Kanon geworden ist. Cesare Ripa hat sie in seiner Iconologia (1593) mit Spiegel, Januskopf und Schlange beschrie- ben. Der Spiegel ist zu erkennen. Er steht für Selbsterkenntnis und nachdenkliche Reflexion, aber kein Januskopf, dafür ein Schutzhelm. Hier weist sie mit der rech- ten Hand auf einen Hirsch. Sein Geweih steht für Lichtstrahlen. Er ist Sinnbild des Lichtes. (Der röhrende Hirsch war noch nicht erfunden.) Natürlich ist er Attribut in der Hubertuslegende, da mit Kreuz zwi- schen dem Geweih gezeigt. Er ist Begleit- tier vom heiligen Aigidus. was z. B. über den Lübecker Memling-Altar bekannt ist. Hier zeigt er auf Lebenserneuerung, schon durch die beständige Erneuerung seines Geweihs. Sein Geweih wird zum Baum des Lebens. Mit Standbein und tänzerisch eingeknicktem Spielbein ist er ein höchst elegantes Exemplar der Gattung Hirsch in der Kunst. Voraus sicht(Vorsicht oder W achs a mke i t). Viel komplizierter ist die Deutung der vierten Tugend. Eine hoch aufrechtstehende Heroine wirkt noch mächtiger durch die umgebenden antiken Dekorationsteilen von hohem Sockel und zwei lädierten ionischen Säulen mit be- wachsenem Querbalken, dem Architrav. Die Voraussicht Lübeckische Blätter 2006/9 135
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