Full text: Lübeckische Blätter. 2006 (171)

In Gedenken an Hans Blumenberg ers, Veronica Waldner, Mario Diaz und Andreas Haller unter der Leitung von GMD Brogli-Sacher Verdis „Requiem“ auf. Im Programm am I18./19. März widmet sich GMD Brogli-Sacher Werken, die aut den 2. Weltkrieg reagieren. Liebermanns „Furioso für großes Orchester“, die „Me- tamorphosen“ von Strauss und Honeggers 3. Sinfonie („Liturgique‘’) sind vorgese- hen. Im 7. Konzert (6./7. Mai) ist wieder eine weltbekannte Solistin zu erleben. Sabine Meyer wird Carl Maria von We- bers I. Klarinettenkonzert f-Moll spielen. Davor erklingt die Chaconne e-Moll zu Ehren von Dietrich Buxtehude zu dessen 300. Todestag. Dies Werk hat der mexika- nische Komponist Carlos Châvez Ramirez für Orchester bearbeitet. Zum Abschluss setzt Brogli-Sacher mit Beethovens 7. Sinfonie den Beethoven-Zyklus fort. Das 8. Konzert (10./11. Juni) geht völ- lig andere Wege. Prof. Xincao Li, Chet des Chinesischen Nationalorchesters, wird mit den Philharmonikern ein Programm mit zeitgenössischen chinesischen Komposi- tionen einstudieren. Zudem wird ein Werk des Deutschen Enjott Schneider (* 1950) erklingen, das die Sheng, die traditionelle chinesische Mundorgel (Solist: Wu Wei), dem Orchesterklang gegenüberstellt. Im Schlusskonzert der Saison (1./2. Juli) stent das Horn im Mittelpunkt. Mit Marie Luise Neunecker, auch sie ist in Lübeck schon aufgetreten, wird wieder eine überragende Solistin zu erleben sein. Kein Komponist hat so sehr das Horn ge- liebt wie Richard Strauss. So stehen unte, GMD Brogli Sachers Leitung neben . ei. nem noch nicht bestimmten Hornkonzg I M ubeitete einen z k und verz qußenkontakte Strauss’ frühe Serenade Es-Dur op. 7, dy | / qrei FOtO rapt „Don Juan“ und „Till Eulenspiegels Iy;. ! Blumenber, tige Streiche“ auf dem Programm, alls, ji Umkang Werke, in denen das Horn große Beach. z itungen nac tung erfährt. Das Neujahrskonzert besinnt sich ; ay den großen Erfolg Neujahr 2004. So biete; es unter dem Motto „Dart ich bitten!“ Wie. | der die Möglichkeit zum Mittanzen, Jetz; zu Musik von Gershwin, Bernstein, Ch a. schaturjan, Johann Strauß und Schostaky. witsch. Neun Kammerkonzerte, auch vie; Kinder- und Familienkonzerte, ergänzeh die Vielfalt des Angebots. Arndt Voß Auftaktveranstaltung zum Gedenken an den Lübecker Philosophen Hans Blumenbergs ,„Philosophie der Entängstigung“ Die im laufenden Jahr in Lübeck ge- planten Veranstaltungen zum Gedenken an Hans Blumenberg begannen an seinem Todestag, dem 28. März, mit einem Vor- trag in der Ernestinenschule. Dr. Maria Moss, zuständig für Literatur und Kultur in der Freien Lauenburgischen Akademie e.V., hat sich als Philosophin über Hans Blumenberg habilitiert und ein Buch veröffentlicht, in dem sie von seinen Ansätzen aus amerikanische Literatur un- tersucht. Sie referierte über grundlegende Ansätze seines Denkens. Der Veranstaltungsort Lübeck wurde von der Akademie gewählt, weil Blumen- berg aus Lübeck stammt. Nach Begrüßungen durch den Haus- herrn, OStD Petersen, sowie durch den Leiter der Akademie, OStD a. D. Dr. Wer- ner Budesheim, präsentierte Maria Moss die komplexe Materie eingängig und an- schaulich. Ein für die Besucher ausliegen- des Blatt mit zentralen Zitaten aus und zu dem Werk Blumenbergs unterstützte ihre frei vorgetragene Darstellung. Blumen- berg als einer der wichtigsten Denker der Nachkriegsgeschichte sowie als einer der bedeutendsten Lübecker hätte eine größe- re Zuhörergruppe verdient gehabt, als sie sich in der schön restaurierten Aula einge- kunden hatte. Maria Moss, tätig am John F. Kennedy Institut für Nordamerikastudien in Ber- lin, zeigte sich als sehr vertraut mit den biographischen Details aus dem Leben Blumenbergs, die zum Verständnis seines Denkens durchaus hilfreich sind. Während des Vortrags und im anschließenden Ge- spräch wurde auch die Reaktion der poli- tischen Gremien in Lübeck angesprochen; eine Ehrung des Philosophen etwa durch eine Straßenbenennung wird erörtert. Hans Blumenberg wurde 1920 in Lü- beck geboren und besuchte von 1930 bis 1939 das Katharineum. Sein Vater handel- te mit katholischer Sakralkunst, er wuchs strikt katholisch auf. Ein Ärgernis bleibt es daher, wenn er auch in der Presse als „jüdischer Philosoph“ bezeichnet wird wobei die Frage offen bleibt, was denn darunter überhaupt zu verstehen sei. Blu- menbergs Mutter hatte jüdische Vorfah- ren, und deshalb wurde er in der Nazi-Zeit als „Halbjude‘“ extrem benachteiligt und schließlich verfolgt. Im Katharineum wurde 1933 der Di- rektor Georg Rosenthal abgesetzt, der Schwiegervater von Julius Leber war und sich weigerte, der Gestapo als Spitzel zu dienen. Blumenberg gedachte seiner 1981 in einer Jubiläumskestschrift des Kathari- neums. Aus wohlhabender Familie, begabt und belesen, machte Blumenberg wohl als Schüler keinen Hehl aus seinen Fähig- keiten und zog daher die Aggression von Schülern und Lehrern aut sich. die eventu- ell in der Zuschreibung ,.katholisch“ und „Jüdisch“ eine zeittypische Rechtfertigung für ihre Haltung fanden. Als Klassenprimus hatte er das Recht auf die Abiturrede, die. weil sie gut war, auch vorgetragen wurde, allerdings von jemand anderem. Ein ordentliches Sty. dium wurde Blumenberg verweigert. Er musste zum Arbeitsdienst, wurde zu Dri. ger verpflichtet und kam in ein Lager de; Organisation Todt, die mit dem Bau de; Westwalls befasst war. Nach Flucht und KZ-Aukenthalt kon. te er schließlich in Lübeck untertauchen Er heiratete die Tochter der Familie, dis ihn versteckt hatte, aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Nach dem Krieg konnte Blumenbers endlich studieren, promovierte in Kiel un] war lange Professor in Münster. Sein Versuch, anlässlich des silbernen Abiturs sein Verhältnis zur Schule zu be. reinigen, scheiterte, weil erneut ehemalige Klassenkameraden ihn ablehnten. Als ein Jahr vor seinem Tode die Lübecker ihn die Ehrenbürgerwürde antragen wollten antwortete er, er nehme die Einladung an, gebe zur Realisierung aber keine Zusage. Blumenberg war an einer Versöhnung mit seiner Geburtsstadt gelegen. Bis ry seinem Lebensende studierte er die Tage- bücher Thomas Manns und war gerührt über dessen Aussöhnung mit der Stadt. Der Philosoph Odo Marquard, lang. jähriger Weggefährte Blumenbergs, be- richtete in seiner Festrede zum Gedenken Blumenbergs 1996 in Sankt Petri, dass Blumenberg in der Vorstellung gelebt habe, er müsse die sechs Jahre einholen, die er in der NS-Zeit verloren habe. Er or- ganisierte daher seinen Alltag sehr strikt, 126 Lübeckische Blätter 2006/18 jat: Als „Philc ,ihlung z als hekam er u. a. der Aka ademie ßlumenbers . hi re Philosophie‘ Blumenber die Kr änkunge dem Titel „Hi: waren. In sein den Monotheis Judentums. Die Melt d menberg § als de Ahsoluten. vo pzukälle gepräg fen. In Anknüj] sah er den M das von Anka! Ynvertrautheit Weltalls ausge eine Strategie „Armutszeugn schen. j gie entwic Namengebung menlose kann verufen oder n Harum ist es d deste Form de Namen für dd Erst dann und eine Geschich arbeit am My Blumenber Er sympathis: Parthenon“, ir menschliche | stehen, sodass den kann. W Forschern als stufe der Mer Lübeckische Blätter
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