Full text: Lübeckische Blätter. 2005 (170)

Musik des Hamburger Scheidemann, abwechs- lungsreich registrierte Variationen über das Lied „Mein junges Leben hat ein End‘ des Amsterdamer Organistenma- chers Sweelinck und eine spannend ge- staltete Toccata von Frescobaldi. Schöne Entdeckungen waren ein anonymes spa- nisches Werk, eine Branle, - mit einem „Vogelregister“ efkektvoll dargestellt -, und eine Passacaille von Louis Couperin. In den beiden Canzonetten sowie der Toc- cata in G von Buxtehude überzeugte Roh- meyer durch Klangsinn bei der Registrie- rung und lebhaftes Spiel. Im letzten Teil spielte der Russe Sergej Tcherepanov zunächst drei Prälu- dien und Fugen aus dem „Wohltemperier- ten Klavier“ von Johann Sebastian Bach technisch souverän und in farbigen Re- gistrierungen wieder an der Marcussenor- gel. Mit dem Präludium und Fuge D-Dur von Max Reger führte Tcherepanov schließlich noch eine ganz andere Farbe in das Programm ein. Die sehr tänzerisch vorgetragene Fuge erinnerte aber wieder an einige Werke des Lübecker Meisters. Das gut besuchte Konzert wurde nicht nur durch die sehr unterschiedlichen Pro- grammteile, sondern auch durch die un- terschiedlichen Charaktere der Organis- ten zu einem besonderen Erlebnis. Arndt Schnoor Das Alma-Quartett bei der camerata Lübeck Am Sonnabend. den 19. Februar, gab das Alma-Quartett ein Konzert mit Wer- ken von Mozart, Webern und Brahms im Rahmen der Reihe der camerata lübeck. Bei diesem jungen Ensemble handelt es sich um ein 1999 in Paris von jungen Stu- dentinnen gebildetes Streichquartett, das nach der Zusammenarbeit mit bekannten Musikern wie G. Kurtag und W. Levin mittlerweile schon wichtige Wettbe- werbserfolge errungen hat und sich zur Zeit bei S. Hamann in Luzern auf das Konzertdiplom für feste Kammermusik- gruppen vorbereitet. Schon beim dicht gewebten Streichquartett d-Moll KV 421 von Mozart zeigte sich neben dem wei- chen schwelgerischen Klang auch die Fä- higkeit zu ausgezeichneten Instrumental- Einzelleistungen als eine der Stärken die- ses jungen Ensembles. Auch in tempera- mentvollen Sätzen klang das Quartett immer mit kein austarierten Klangpropor- tionen farbenreich und ausdrucksvoll. Im abstrakten Gehalt der sehr kurzen 6 Bagatellen von Webern entstanden ex- treme Klänge bezogen aut ihre Lage und ihre rhythmische Gestalt - die Vorgaben durch äußerst genaue Notierung dieser Musik wurden erkennbar und die Expres- sivität der langsamen Sätze führte bis zu einem Gefühl von Bedrohlichkeit. Im zweiten Teil des Konzertes wurde dann das Klavierquintett f-Moll op. 34 von Brahms zusammen mit dem Pianis- ten Konrad Elser vorgetragen. Im Wesen großer Besetzungen mit Klavier liegt na- türlich eine Art sinkonischer Wirkung und orchestraler Klangfülle mit den bevor- zugten Mitteln der Verwebung beider Blöcke oder der Gegensatzbildung von Streichern und Klavier. Spürbar von Be- ginn an war die metrische Straffung durch den Pianisten, und auch im zweiten Satz war die gemeinsame Interpretationsab- sicht sicher mehr zum Andante als zum Adagio hin empfunden. Dann mitten im euphorisch pochenden Scherzo entstand ein sentimentales und herrlich schwelge- risches Trio und schließlich kumulierte der stark konstrastierende 4. Satz mit sei- nen akkordisch geführten Dialogen in ei- ner aufwühlenden Stretta. Leider ohne Zugabe, aber großer Bei- fall für einen feinsinnigen Kammermu- Olaf Silberbach sikgenuss. Fünftes Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters Es hätte ein ganz großer Abend wer- den können, das fünfte Konzert mit dem Philharmonischen Orchester Lübeck (13. und 14. Februar 2005). Viel versprechend begann es mit dem letzten sinfonischen Werk Benjamin Brittens, mit dessen 1974, wegen seines Gesundheitszustan- des nur mühselig vollendeter Suite „„A Time There Was“ nach englischen Volks- melodien. Der vitale erste Satz lässt nichts ahnen von den Erschwernissen beim Komponieren. Mit seinem erregend knalligen Paukenauftakt und seinen unru- higen Streichereinwürtken, mit den Blä- serfanfaren und der rasselnden Trommel leitet er eine Folge sehr farbiger und kon- trastierender Sätze ein. Erst die Wehmut des letzten Satzes klingt wie Abschied, großartig gestaltet vom Orchester, das von Graham Jackson geführt wurde. Jackson, neuer Generalmusikdirektor der Vereinigten Bühnen Krefeld-Mön- chengladbach machte einen sehr soliden Eindruck. Aber er hatte es im Zusammen- spiel mit dem Solisten in Sergej Rachma- ninows zweitem Klavierkonzert c-Moll nicht leicht. Für die erkrankte Gabriela Montero war kurzfristig Sergio Monteiro eingesprungen. Der junge, sympathische, aber etwas schüchtern wirkende Brasili, ner hatte einen wunderbar weichen An, schlag, eine gute technische Versierthe; und besaß ein gehöriges inneres Temper, ment, hatte aber mit der zwingenden G staltung des schwierigen Werkes, mit de,, Rachmaninow in psychisch angestren, ten Zeiten sich von seiner Krankheit h. freite, doch etwas Probleme. So stande, sich Orchester und Solist an manche, Stellen im Wege, vor allem an Vbergiy gen wie dem zum zweiten Themenkon. plex im ersten Satz oder zu Beginn de dritten Satzes. Auch die Klangbalan,; und die Temporelation stimmte nich immer. Uneingeschränkt gut gelang dag; gen der ruhige zweite Satz im sensible, kammermusikalischen Miteinander von Klavier und den Soloinstrumenten. D, Publikum spendete viel Beifall, für de, der wacker sich schlagende Solist mit ej. nem Prélude dankte. Jackson beendete sein Gastdirigat mj der 3. Sinfonie von Robert Schumann. Ih, Beiname ,Die Rheinische“ und ihre le. bensbejahende Grundhaltung, vor alley in den Ecksätzen, verführt leicht zur Äy. Berlichkeit. Nicht immer konnte Jacksqy diesem entgehen, weil er thematisch we. nig modulierte, recht korsche Tenmyj wählte und im zweiten Satz den Eindrucs auch die Blechbläser trübten. Die feier; che Kirchenszene jedoch im vierten wis auch der Schlusssatz hatten die nötige Spannung. Arndt Vog Erfolgreiches Konzert der Musikschule in Bad Oldesloe Am Sonntag, d. 20. Februar 2005, war die Musikschule mit ausgesuchten En. sembles und Solisten der Schule auf Ein. ladung der Johannisloge Bad Oldesloe dort zu Gast. Nach der erfolgreichen Teil. nahme beim Wettbewerb „Jugend musj- ziert“ hatten viele der Teilnehmer hier die Gelegenheit, vor unbekanntem Publikum nochmals mit dem WMettbewerbspro- gramm zu brillieren und sich gleichzeitig auf den Landeswettbewerb vorzuberei- ten. der im März in der Lübecker Musik- schule stattfindet. Alle Teilnehmer fanden sich jedenfalls bestens vorbereitet und konnten ihr Publikum voll und ganz für sich einnenmen. Zum Abschluss der Ver- anstaltung wurde als Bonbon noch ein sehr großzügiger „Förderscheck“ an je- den Teilnehmer überreicht. Einmal mehr konnte hier auch außer- halb Lübecks das hohe Unterrichtsniveau an der Musikschule der Gemeinnützigen demonstriert werden. A. §. 74 Lübeckische Blätter 2005/5 s 6 piensts Zum Vort! „Die Gar : spielze; zur Gart! von Dipl. Per Rete die wir E uns gela! wusst. ds gehören | quartett 2 des 19. ] pflanzen Lernen § Donald teil an ei gpielzeu letzten J Zum Vo; viele Bi Thema: von Dr.. Der Rol feld der der neu an die r (Ehepat beck), Cosima sche, R zu den schiene wie vol stalten met. und S) ab. VI ein Ge! um ein lenlage gelegel wogen rend ai rungen onsque nachzr Y t Lübeckis
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