Full text: Lübeckische Blätter. 2005 (170)

Das finnische Schulsystem und Durchführung internationaler Sym- posien. Lohmeier, der seine Ausbildung bei dem legendären Dreig restirn Trunz (Neuere Deutsche Literatur) - Ohly (Al- tere Deutsche Literatur) - Weinrich (Ro- manistik) in Kiel, Freiburg und Lyon in den 60er Jahren erhielt, habe eine er- staunliche Fülle an Veröffentlichungen vorgelegt (ca. 30 Monog graphien und 130 größere und kleinere Aufsätze) und habe an der Trunzschen Hamburger Goethe- Ausgabe wie an der historisch-kritischen Storm-Ausgabe mitgearbeitet. Lohmeiers Forschungsschwerpunkt sei seine weltok- fene Beschäftigung mit der kulturellen und auch politischen Geschichte Nord- deutschlands/Schleswig-Holsteins und Dänemarks. Auf dem Gebiet der Literatur habe er Maßstäbe für eine „europäischen Regionalkomparatistik“ gesetzt, er habe im Regionalen das Überregionale aukge- spürt, was nach dem Verständnis von Goethe „Weltliteratur“ sei. Lohmeier sei ein exzellenter Kenner und „virtueller Bürger der Gesamtstad itskultur“ um 1800. Als Geschenk überreichte Detering des- halb einen pünktlich zur Ver: abschiedung erschienen Sammelband wichtiger Veröf- fentlichungen Lohmeiers mit dem bezie- hungsträchtigen Titel „Die weltliterari- sche Provinz“ zum Studium der kulturel- len Geschichte Schleswig-Holstein um 1800. Prof. Lohmeier dankte bewegt in einer kurzen Erwiderung und verband seinen Dank mit der Sorge, dass seine Nachtolge nicht geregelt sei und dass der Landesbi- bliothek für wichtige Projekte die finanzi- ellen Mittel fehlten (Übertragung ay elektronische Datenträger). Seinersej, versprach er, sich weiterhin für zentra, Anliegen der Landesbibliothek einsetz, zu wollen, so z. B. für die Weiterführy, der „„Schleswig-Holsteinischen Bibli, graphie‘, dem systeme atischen Verzeich, nis aller Literatur Schleswig-Holstein, und für die Weiterarbeit am „Biog Sraph; schen Lexikon Schleswig-Holsteins“, ; dessen Redakteuren auch Alken Bruy aus Lübeck gehört. In Lübeck ist Lohmg, er bekannt u. a. durch seine Veröfkkenth, chung über Lübecker Buchdrucker (199, zusammen mit Alken Bruns) und dur den spannend nachgezeichneten „Weg ti. ner Plinius-Handschrifkt von Lübeck nag, Florenz“ (Der Wagen 2004, s. Lübech;. sche Blätter Nr. 2/ 2005). „Wir dürfen keine Schüler verlieren!“ Kati Jauhiainen beim Dienstagsvortrag der Gemeinnützigen Gesellschaft Von Hagen Scheffler In der Reihe der Dienstagsvorträge der „Gemeinnützigen“ referierte Kati Jauhiainen (Berlin) über „Das finnische Schulsystem“ in seiner historischen Ent- wicklung - mit Schwerpunktsetzung auf die aktuelle Situation. Die sehr gut be- suchte Veranstaltung erfolgte in Zusam- menarbeit mit der „Deutschen Auslands- gesellschaft“, die es. wie ihr I. Vorsitzen- der Jürgen Zschiesche in seiner kurzen Begrüßungsrede erläuterte, seit 1949 in Lübeck gibt und die gute Beziehungen vor allem zu Staaten im gesamten Ostsee- raum unterhält. In ihrer engagierten Darstellung ver- suchte Frau Jauhiainen wesentliche Grundzüge des finnischen Schulsystems zu erläutern. Im Gegensatz zu den I6 ver- schiedenen Systemen in Deutschland (Kulturhoheit der Länder) habe es Finn- land rechtzeitig geschafft, sich über die politisch-ideologischen Grenzen hinweg für ein Schulsystem zu entscheiden, das innergesellschaftlich akzeptiert sei und international in den bekannten Ver- gleichsstudien derzeit hervorragend ab- schneide. Worin liegt das Erfolgsrezept im Einzelnen? Kati Jauhiainen, nach eigenem Be- kunden früher eine schlechte Schülerin, hat auch als Reaktion darauf Erziehungs- wissenschaften studiert, wohnt derzeit in Berlin. erlebt am Beispiel ihrer Tochter das in ihren Augen „veraltete“ deutsche Schulsystem in Berlin und war aufgrund ihrer Erfahrungen in zwei Ländern in der Lage, auch auf wesentliche Unterschiede der beiden Bildungssysteme einzugehen: |. Es gibt in Finnland eine grundsätz- lich andere. d. h. positive Grundeinstel- Â ue Kati Jauhiainen lung der Gesellschaft gegenüber Schule, Schülern, Lehrkräften, Schulbildung und Leistung. 2. Alle Kinder besuchen Kindertages- stätten bzw. erhalten Vorschulunterricht. 3. Es gibt keine Schulpklicht, sondern Unterrichtspklicht. 4. Wer die staatliche Schule besuch geht in eine 9 -jährige Gemeinschatht. schule ohne Leistungsdifferenzieruy (keine Zäsur nach der 4., sondern enz nach der 9. Klasse) und nach einer Ah. schlussprüfung am Ende der 9. (bzw. de; freiwilligen 10.) Klasse 3 Jahre entwede, in die Berufsschule (ca. 40 %) oder in dis gymnasiale Oberstuke (ca. 60 %). 5. Bildung und Erziehung werden iy den Schulen nicht allein von Lehrkräften sondern von einem Team vermittelt, Un. terstützung erfahren die Lehrkräfte durch Schulassistenten, Förderlehrer, Sonder. pädagogen, Schullaufbahnberater, Sori. alarbeiter, Psychologen, Krankenschwes. tern, Kuratoren etc. 6. Die Gemeinschaftsschule ist keine Ganztagsschule. der Schultag endet un 14.00 Uhr; am Nachmittag gibt es außer. unterrichtliche Angebote. 7. Ca. 84 % eines Jahrgangs erreichen die Hochschulreike. 8. Migrantenkinder besuchen zum Er. werb der finnischen Sprache spezielle Startgruppen, erhalten dort auch einen 2. stündigen Unterricht in der eigenen Mut- tersprache (in Helsinki: Möglichkeit des Unterrichts in 40 Muttersprachen!) und nehmen erst nach erworbener Sprach- kompetenz am allgemeinen Unterricht teil. Mit Charme und Witz setzte sich Frau Jauhiainen für den in Finnland Realität 68 Lübeckische Blätter 2005/5 ..- 1 ewordene V; dazu Frkenntn1s zung: Schule hereiten. 1 häude mut gein und vusstrahle sonen. die kindern li ne Feinde gtärken u' fördern, s son ernst chem L er Die Lt 10 unterri Lehrerau! lichen AU zienungs' logie und wachsenc kräfte be Vere 25 Ja aus einer tiven im ist, lasse Fördervé saal der | Verein s Vergang aus dem Konzert vereins ter Lübs der Har beider ' heute n Gemein des „K im Jahr Golden Die durch Konzer herrsch Lübeck „Muk' heutige t Im . Phil 200: Jubi mit 10.2 cket _ . Lübecki:
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