Full text: Lübeckische Blätter. 2005 (170)

ch ie jen In, in M Ze) Eh; M ah uny ung Me. ini. . n, Mi tex uny 1kts Ie "oli, eke Tor. zun 1 die dern nen- 1 die amt- unc rten nauz Lam: jähr- Cr0r. 12 an alten . Be: N1Zert wohl inzu: Tag nodys ienst und ein eikel OP. § 2005/4 & jherras , n Antonio Vivaldi, den „Vier Jahreszei- "w. äußerst bekannte Stücke darbot. Sie sihlen zu den am häufigsten interpretier- ten barocken Stücken. Aber nichts war 20n Anspannung zu spüren. Die Musiker chten mit Spielfreude und Exakt- heit im Miteinander, präzis und zugleich klangschön, fernab jeder bemühten Neu- deutung. Zudem hatten sie Christiane Eìdinger, Professorin an der Musikhoch- cchule Lübeck, für den Solo-Part gewon- "s0; die sich die Konzerte so sicher ange- eignet hatte, dass sie sie auswendig vor- tragen konnte. Viel Beifall gab es für ihr Gestalten, wofür sie mit dem Preludio aus gachs dritter Partita dankte. Als großer Kontrast zu der lichten, virtuosen Klangwelt Vivaldis folgte im zweiten Teil Dmitri Schostakowitschs gchwermütiges, nur im zweiten Satz vital auftrumpkendes Streichquartett Nr. 8 c- Moll in der Bearbeitung für Streichor- chester durch Rudolf Barschai. Dieses ausdruckstieke Bekenntniswerk aus dem Jahre 1960 ist mit Ereignissen verbunden, die sich auf das zerstörte Dresden bezie- hen. Und auch hier erlebten die Konzert- besucher wieder eine ausgefeilte Wieder- gabe von großer Eindringlichkeit. ® hNankbarer Beifall und eine Mozart- Zugabe. Arndt Voß Alter Glanz der Kammermusik: Guarneri- Quartett Wer die Geschichte des Lübecker Ver- eins der Musikfreunde über viele Jahre zurückverkolgt. wird sich an manches Gastspiel namhafter Quartettvereinigun- gen erinnern. Mag auch deren Ruhm ver- hlasst sein, haben doch ihre Namen bis heute einen guten Klang behalten. Zu ih- nen zählt auch das Guarneri-Quartett. Als Ensemble von Rang konnte es sich leis- ten, drei bedeutende Kammermusikwerke Beethovens auf sein Programm zu setzen. Dabei korrespondierte man mit dem Vor- haben der städtischen Philharmoniker, die das gleiche Ziel mit dem sinfonischen Oeuvre des Komponisten verfolgen. Es ist einer Kulturhauptstadt nicht nur wür- dig, sondern bedeutet Pflicht, solche Meisterwerke zu pflegen und gerade in Zeiten verflachender Kultur demonstrativ anzubieten. Das Guarneri-Quartett vereinigte in seinem Spiel stets kammermusikalische Tugenden wie makelloses Zusammen- spiel in sauberer Intonation, werkgetreue Darstellung von Dynamik, Rhythmik und Formgestaltung sowie partnerschaftliche Leistungen. Beim Konzert desVereins der Musikfreunde im gut gefüllten Kolosseum mit Einschränkungen zu erleben. Da nutzt auch etwas penetrante Anpreisung frühe- rer Meriten im Programmheftt nichts. Beim Spiel des Quartetts G-Dur op. 18/2 schien der Primarius nicht ganz auf der Höhe seines üblichen Könnens zu sein. Intonation und Rankenwerk ließen Wünsche bei Spitzentönen im Lagenspiel okken. Ungenauigkeiten schlichen sich ein. Ob enges Anpressen des linken Ar- mes an den Körper von langjähriger Rou- tine-Beanspruchung herrühren mochte? Auch gingen von der anführenden I. Gei- ge wenig Impulse aus: man liekerte sein Soll ab, kaum mehr. (Man vergleiche mit dem Artemis-Quartett!). Dadurch wirkte das Spiel der Altherren-Riege etwas sta- tuarisch und weniger fesselnd. Und gera- de über das Quartett op. 18/2 schreibt E. Heimeran in seinem ,,Stillvergnügten Streichquartett“ ,,... ein Beispiel der Mo- zart-Seele Beethovens.“ Demgegenüber sorgte das dramati- sche Flair des „Quartetto serioso‘“ f-Moll op. 95 für packenden Eindruck, wenn es düsteren Pessimismus und traurige Ver- zweitfklung des Komponisten widerspie- gelte. Beim Vortrag des Quartettes F-Dur op. 135 erreichte die Gruppe ihren inter- pretatorischen Höhepunkt mit dem kathe- gorischen „„Es muss sein!“ Hier fand auch Prof. Sandbergers ein- führender Text seine Bestätigung: „Ein Spieler hört zu, wenn der Partner einen musikalischen Gedanken formuliert, er antwortet, nimmt Bezug oder stellt eine neue musikalische These auf. Die Ge- sprächspartner sind gleichberechtigt, kei- ner von vornherein führend, keiner nur begleitend.“ Der Abend wird bei Freunden des Kammermusikspiels und -hörens noch nachklingen, bis im April das Juilliard- Quartett gastiert. Hans Mlillies Schuberts „Winterreise“ im Audienzsaal Während man in der Musikhochschu- le Minimal Music neuester amerikani- scher Produktion frönte, machte der Dresdner Bariton Horst Kasper - in Lü- beck geboren - auf seiner Vorstellungs- tourneee im Rathaus mit seinem Lieder- abend Station. Konzerte in historischen Räumen wie Audienzsaal, Behnhaus-Die- le oder St. Annen-Remter putzen Lübecks Kulturhauptstadt-Bewerbung ungemein. Der Sänger hatte Franz Schuberts „Win- terreise“ vorbereitet. Musik Für einen jungen Sänger war es eine höchst diffizile Aufgabe. die verzweikelte Stimmung des ausgegrenzten und von kurzer Liebe enttäuschten Flüchtlings einzufangen. Unwillkürlich lenkte der Text zu gedanklicher Verbindung von Vertreibung und Flucht vor 60 Jahren. Schubert fühlte sich gewiss in seiner Wie- ner Familie geborgen. Der „Kranz schau- erlicher Lieder“ mag aber seiner hoff- nungslosen Lebenssituation um 1827 von Einsamkeit und fehlender Anerkennung entsprochen haben. Bereits mit den monotonen Schritten des „Gute Nacht“-Abschieds nahm die traurige Situation in Moll gefangen, die sich nur in der 3. Strophe kurz aufhellte. Wetterwendisches Auspfeifen des Fortge- triebenen (..Die Wetterfahne‘“) konnte durch Rückbesinnung im Schutz des „Lindenbaums“ nicht gemildert werden. So irrte der (arbeitslose) Bursche ausweg- los durch das Land. bis er als ..Leier- mann“ endete. Um den Ansprüchen im Aufzeigen dieser Entwicklung zu genügen, bedurfte es einer einfühlsamen Ausdeutung in Text und Musik. Dem entsprach der Sänger, wenn er mit voluminöser Stimmkraft die gnadenlos trockene Akustik des Saales fast überforderte. zumal dann. wenn er auf dramatische Wirkung hinzielte. Dabei hätte er seinen Reisebericht getrost etwas kammermusikalischer anlegen können. Denn mit zurückgenommener Stimme er- reichte er tieferen Eindruck. Und selbst dann blieb seine Artikulation vorbildlich. Nach erstem Einsingen verstärkte sich der gute Eindruck, so dass mit dem „Frühlingstraum“ ein Höhepunkt erreicht wurde. Ständiges Vibrieren der Stimme mag Geschmackssache sein, störte aber eher, als dass es den Ausdruck verschönt hätte. Hier wäre schlichter Volksliedton zusammen mit abwechslungsreicher Dy- namik dem tristen Text angemessener ge- wesen. Auf seiner Tournee wird sich wei- tere Routine einstellen, die es dem Sänger ermöglicht. gesangliche Bögen im Legato noch weiter zu spannen. Auf dem (recht guten) Flügel - was musste man früher in diesem Saal für Klapperkästen in Kauf nehmen! - beglei- tete Karin Prescher aufmerksam. Sie be- wies mit ihrem Spiel, dass man sich für diesen Auftritt gut vorbereitet hatte. Wenn sich mal ein winziger Fehler ein- schlich (fehlender Begleitton), minderte dieses keineswegs den guten Eindruck der Gemeinschaftsleistung zweier auf- strebender junger Künstler. Hans Mlillies Lübeckische Blätter 2005/4 S?
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