Full text: Lübeckische Blätter. 2005 (170)

Musik / Ausstellungen Bei der Wahl des Programms hatte Orchesterleisterin Britta von der Lippe sehr hoch gegriffen. Welches Jugendor- chester schafft es. Ansprüche zu erfüllen, die gewöhnlich Beruksspielern vorbehal- ten sind? Datür schickte sie ihre besten Schüler(innen) ins Gefecht. Diese setzten sich für ihre Geigenlehrerin mit Hingabe ein. Das bestechende Ergebnis mag da- rin begründet liegen, dass die Leiterin als gestandene Praktikerin ihre Probenarbeit äußerst intensiv mit klaren Hinweisen auf Stricharten, Fingersätze oder Dynamik versieht. So konnte sie es riskieren, auch weniger weit fortgeschrittene Spieler ohne Überforderung an anspruchsvolle Werke heranzuführen. Wenn dabei ganz weni- ge technische Feinheiten auf der Strecke blieben und notwendige Bläser-Aushilfen benötigt wurden, tat das dem Unterneh- men keinen Abbruch. Vielmehr ermög- lichte es den Mitwirkenden, Kunstwerke selbstspielend kennenzulernen und das eigene Können zu beurteilen. Vier junge Violin-Grazien eröffne- ten den Abend schwungvoll mit Vivaldis Konzert für 4 Solo-Geigen und Orchester: ein überaus frisches Musizieren! Dage- gen hatte die junge Schwedin Ulla Rönn- borg bei der nicht gerade tiekschürkenden Spielmusik des Cello-Konzerts von Boc- cherini noch etwas Schwierigkeiten mit der Intonation. Doch dann packte Azadeh Magsodie Meldenssohns Violin-Konzert schwungvoll und energiegeladen an. Über romantisch gefärbtem Orchester-Teppich - von der Dirigentin klug in zurückhal- tendes Fahrwasser gesteuert - konnte sich die Fünfzehnjährige (!) voll ausspielen und unaufdringliche Tonschönheit entwi- ckeln. Mit den bewegten Ecksätzen wie auch dem sonoren Andante erreichte sie den Höhepunkt des Abends. Azadeh erhält bei Prof. Egelhofk an hiesiger Musikhoch- schule letzten Schliff. Ein on-dit besagt, dass sie beim Schleswig-Holstein Musik Festival zusammen mit Nigel Kennedy auftreten wird. Die Dirigentin steuerte mit dezenten, geschmeidigen Anweisungen klaren Kurs. Ihre Sicherheit strahlte auf das große Or- chester aus. So rundet sich der Abend mit sattem Streicherklang und recht zuver- lässigen Bläsern bei Dvoraks 9. Sinfonie „Aus der neuen Welt“. War diese auch reichlich hoch gegriffen und allein durch ihre Dimension für Laien kaum zu bewäl- tigen, stellte sie doch die hohe Qualität der Musikausbildung in unserer Stadt unter Beweis. Darauf können die Gemeinnüt- zige Gesellschaft und ihre Musikschule stolz sein. Hans Mlillies Ausstellungen Punkt und Linie, Fläche und Raum - Zeichnung heute Eine Ausstellung im Pavillon der Overbeck-Gesellschaft Dreizehn Künstlerinnen und Künstler fordern mit ihren Exponaten die Besu- cher heraus - da gibt es keinen bequemen Lehnstuhl, in den man sich zurücklegt. Der Genuss dieser Kunst will erarbeitet sein. Die Arbeit des Betrachters wird un- terstützt durch eine ausgezeichnete Prä- sentation. Bekannt aus der vorangegangenen Ausstellung ist das „networking“ von Sabine Kaeser und Thomas I. Hauck, dem Installations- und Performance-Duo „Archiv“ aus der Schweiz. Das immer wieder als spannend im doppelten Sinne empfundene Fadengespinst im Dialog mit den Figuren im Behnhausgarten heißt jetzt „Red Daphne“. Im ersten Raum des Pavillons hängen Arbeiten zweier mit textilen Materialien arbeitenden Künstle- rinnen gegenüber, die kaum gegensätzli- cher sein könnten. Da ist zum einen die großformatige „skulpturale Wandzeich- nung“ der Engländerin Pip Culbert, ein bis auf die Nähte reduziertes Zelt, zum anderen sind es übertragene Zeichnungen, fadendünn gestickt auf Damastservietten von der Schweizerin Loredana Sperini. Katja Eckert, die in Frankfurt am Main lebt und arbeitet, überrascht mit digitalen Zeichnungen, die kleine Haustiere wie Meerschweinchen unter Wasser schwim- men lassen oder auf Telegrafendrähten posieren aufgereiht wie Schwalben, Ka- ninchen, eine „Märchenwelt“, mit der die reale Welt hinterfragt wird. So wird man von Raum zu Raum zu Linie und Punkt geführt. Großformatige Zeichnungen von Nanne Meyer, Berlin, füllendie Längswand des mittlerenRaums, zeigen mit großen Bleistiftschwüngen li- near erfasste Fahrräder in grotesken Situ- ationen. Mit Schwüngen arbeitet auch Pe- ter Welz, Berlin in seinem Video, das auf die Bögen einer an eine Wand im letzten Raum gehefteten Zeichnung die kongeni- alen Tanzschwünge von William Forsy- the überträgt - „Wo das Fallen beginnt“. Die wohltuend knappe, dichte Verfilmung lässt sich auch nach mehreren Wieder- holungen immer wieder neu erleben. Im ruhigen Kontrast zu dem Bewegten Vi- deo zeigen die Pastelle der Australierin Maria Kontis verblüffend das Remake von Fotografien auf, „Monumente von suggestiver Bedeutung“. Manifestcharak- ter hat die Textarbeit „Translation Piece“ von Jonathan Monk, USA und Berlin. Ih individuelle Bereiche führen die Spuren anonymer Schülerautoren der Koreane-. rin Hague Yang. Bei Michael Pfrommer schwingt sich die Zeichnung noch einma] zum Duktus der eigenen Handschrift hoch besonders auf den Blättern, die der Linkz. händer Pfrommer, Frankfurt am Main wegen einer Verletzung dieser seiner Ar. beitshand mit der scheinbar ungelenken Rechten virtuos entworken hat, inspiriert zum Beispiel von Goya. Am Beginn und am Ende des Runge. Maler D lübeckc gangs lockt der „Zwitscher-Raum“. An der Wand der Treppe zum Obergeschoss tummeln sich Pinselzeichnungen in Öl- farbe des Schweizers Peter Radelfinger. Vögel in oder vor dem Käkig, gefangen oder in Freiheit. „Der Sachverhalt der Vs. gel und des Zwitscherraums eröffnet Den- kräume: Gefangenschaft, Geborgensein, Freiheit ...“. r] fin erzäl pürerzei 1bwechs kunsthis wie die ! nen. Nebe gen, Chi schen Le Marlies Titz an, c zeums A [ Pirektor ien Rod ke Jürl3 gusanne Die 5.000,-- der Erölt Merke ( [ 0verbec Ein Werk, ein „Feuerwerk“ der Pyro. techniker und Künstlerin Sandra Kranich beschloss den Eröffnungsabend. Wenn auch nur für Minuten, setzte es Zeichen einer Zeichnung. Diese breitgefächerte Ausstellung ist ein hervorragendes Bei- spiel für eine zentrale Sommerpräsentati- on. Die Overbeck-Gesellschaft zeigt sich einmal mehr als Vermittler zeitgemäßer Ausdrucksformen der bildenden Kunst. S. Juni bis 17. Juli 2005 Gerda Schmidt Kerstin Kartscher erhält den Overbeck-Preis für Bildende Kunst der Gemeinnützigen Am 9. Mai entschied eine hochkarätig besetzte Jury über die Vergabe des alle drei Jahre zu verleihenden Förderpreises für Bildende Kunst. des Overbeck-Prei- ses, 2005. Mit großer Mehrheit wurde die 1966 in Nürnberg geborene und in London le- bende Kerstin Kartscher nominiert. Nach Studienjahren an der Akademie für Bil- dende Künste in Nürnberg schloss sie ihre Ausbildung 1996 an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg ab. Die Zeichnung ist ihr bevorzugtes Medium. stattfind Japar in der Das val find mensch spreche eine Al Unter d aänglic! japanis: „Malerc 35 grol lebende ma (Jak Zumeist mit schwarzer Tusche entstehen | nicht " aus feinen Linien Landschaften von ima- ginären Reisen, die in erfundenen Zeiten stattfanden. Wie Illustrationen aus alten Abenteuerromanen entstehen exotisch-de- kadente Szenarien vor tropisch wuchern- der Pflanzenkulisse, die durchsetzt sind von futuristischem Landschaftsdesign aus der Computerwelt und der Filmindustrie. 200 Lübeckische Blätter 2005/13 Lan scheinu Hatake: pferde Meeres welche in der nachhil nimmt indie H wasser] und du det; di positor die in n haben ihnen I Das M der Au einige kopk . Lübeckis:
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