Full text: Lübeckische Blätter. 2005 (170)

Freitod ihhine der wichtigsten Berliner Kohlen- richtige Behandlungen.“ Dass er dabei auch trick- eigentlich yftich vorging, lässt sie belustigt durchbli- Familie, die vorher zuerst in dann in Berlin von den er die Begleſken. Die errichtet wſ.übeck und ] rkünsten Annedore Lebers ge- ei bis zur erneuten Verhaftung .rs am 5. Juli 1944 immer wohl- reworden. Urlaubsfahrten wur- [aft bis 19E bt hab wufte aber sfiuc izierenhabencde er ebenfsen möglich, so im Sommer 1943, als ihr Er woll ter schon längst konspirativ gegen das "eit so et .gime tätig war, nach Nidden. Le- ämen.'“ Sel Kohlenhandlung war ein Treffpunkt ;zchon vor d Viderständlern. Davon erfuhren die t Leber pd .r nichts, die Distanz ihrer Eltern vom Ellte WWegime war ihnen allerdings klar. emanzipil .rste Klasse des Berliner Gymnasi- tierte bei df: esuchte Lebers Tochter zusammen hr mög run Himmler, des unseligen Wahl für d Tochter, deren Einladung zum Überdies ul 1rtstag sie auf Weisung ihrer ler evangf |! ht folgen durfte. n Kirche al chon am 6. Juli 1944 kest- EN. Wegfenomr le, hatte er der von Stauf- manzipigfen! tzten Kontaktaufnahme litisch-religfit K len zu verdanken. Verabre- Wandlungy eſffen mit zwei Kommunis- dl kamen aber drei, und der dritte hat- us bibelfe;} : Haftentlassung damit erkauft, r sich der Gestapo als Spitzel zur oniefreudi in seil erlügung gestellt hatte. Von einer Tante n gerne nfrfuhr Lebers I5-jährige Tochter, dass 18 s Ali - vollessen Verschwinden mit den Ereignissen lichen evalles 20. Juli etwas zu tun habe. Völlig hen ..Saulufiberrascht sei sie über diese Mitteilung . zum linkthicht gewesen. 1s“ eman] Im Herbst kam die Familie für sechs Einige JahMVochen in Sippenhaft. Die Mutter geriet ler Taufe ſu das Frauengefängnis Berlin-Moabit, er katholisstie Kinder hatten mehr Glück. Ihre Zeit les Gewahrsams schildert Katharina Christiansé en Fotos i hristiansen als fast kurios. SS-Mann irke. gibt Fenoche nahm die Kinder Leber einfach h glaube, it zu sich auf ein Dorf nach Hause, wo r hatten vie auch noch freien Ausgang hatten. Der h habe michlichte Mann habe tatsächlich an den nen, eine HI „Endsieg“’ geglaubt. Eigentlich selber des Trostes bedürftig, mussten die um ihres Vaters und vorübergehend auch ihrer Mutter beraubten Kinder Frau Knoche trösten, denn Herr Knoche war häufig ab- wesend und betrog seine bedauernswerte Gattin gründlich. Erst 2004 erfuhr Chris- tiansen, dass ihr Vater damals gar nicht wusste, dass auch seine Familie festge- nommen war. Fast hätte die Familie Le- ber mit zwei weiteren und noch mächtige- ren Nazi-Größen Glück gehabt. In ihrer Verzweiflung bat Annedore Leber ihre Tochter Katharina, nun doch mit Heinrich Himmlers Tochter wieder Verbindung aufzunehmen. Schließlich verwark man diesen Plan. Dass die Familie aus einem der Gefängnisse, in denen er vor und nach seiner Verurteilung einsaß, seine blutige Unterwäsche erhielt, stellte schnell klar, dass mit irgendeinem Mitleid nicht mehr zu rechnen war. Wie bis 1937 war der nun Todgeweihte gefoltert worden. Hinrichtung wurde immer wieder hinausgezögert Der andere Nazi war Kriminalrat Lan- ge, der die Hinrichtungen im Gefängnis Berlin-Plötzensee organisierte. Lange war intelligent, ahnte den Untergang des ..3. Reichs“ und fühlte. dass er für diesen Fall dringend einen ,Persilschein“ brau- che. Jedenfalls nahm er mit der Frau des am 20. Oktober 1944 zum Tode verurteil- ten Leber Kontakt auf und sicherte ihr zu, so lange es ihm möglich sei, die Hinrich- tung ihres Mannes zu verhindern. Immer wieder nahm er den Hinrichtungsbefkehl aus dem Stapel der anderen Anweisungen und schob ihn wieder nach ganz unten. Dies erklärt immerhin, warum Julius Le- ber, einer der Hauptverschwörer, so spät, nämlich erst am 5. Januar 1945, erhängt wurde. Einige Wochen verbrachte der zum Tode verurteilte Leber im Zuchthaus In Gedenken Julius Lebers Brandenburg. Hier war auch der Lübe- cker Adolf Ehrtmann eingesperrt. Der so- zialrekormerisch eingestelle Mider- standskämpfker Ehrtmann, vormaliger Zentrumspolitiker sowie späterer Mitbe- gründer der Lübecker CDU, und Leber schätzten sich schon vor 1933 als Mitglie- der der Lübecker Bürgerschaft partei- übergreifend. Beide wussten voneinander nicht, dass sie im selben Zuchthaus einge- sperrt waren. Ihr Bruder Matthias Leber sei, so seine Schwester Katharina, nicht allein durch die Nächte der Angst und der Trauer, in denen ihre Mutter viel weinte, psychisch erkrankt. Der junge Arzt habe später in einem Land, das die Nachfahren der Täter wesentlich besser behandelte als die Nachfahren der Opfer, keine Heimat mehr gefunden. Er war wohl auch ein we- nig das Opfer seines starken Vaters, der sich allerdings zwei Tage vor seiner Hin- richtung in einem Liebesbrief an seine Frau besonders liebevoll und besorgt über seinen Sohn äußerte. Matthias Leber nahm sich 1963 das Leben. Katharina Christiansen, geborene Le- ber, verschmähte trotz zweimaliger Scheidung ihren Geburtsnamen wieder anzunenmen. Die emanzipierte Frau wollte nicht nur die Tochter ihres Helden- vaters sein. Eigentlich zur Heiterkeit nei- gend, sagt sie, umso älter sie werde, be- wege sie das Schicksal ihres Vaters und ihrer ganzen Familie immer mehr. Wenn sie erzählt, spricht sie gefasst und tempe- ramentvoll, melancholisch und doch ohne Tränen. Ihr Vater wäre wieder einmal stolz auf sie. Dieser Beitrag wurde am 9.10.2004 unter dem Titel „In der Kohlenhandlung wurde konspiriert. Katharina Christian- sen erinnert sich an ihren Vater Julius Le- ber“ in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung “ abgedruckt, für die ,„Lühbecki- schen Blätter“ jedoch leicht verändert und erweitert. tin Katharift — er geerbt ] Dienstagsvorträge rzugte er é Aus der Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz x Finen f 11.01. Dr. Robert Knüppel, Lübeck n berliniscl Sozialdemld gemeinsam mit der Stiftung Denkmalschutz en ist sta 18.01. Dr. Rudolf Höppner, Lübeck 1r ein begal sei, sondel] inn. Der pr er zusätzlid ert hatte, s dem KZ I »hlenhändl e machte d JLübeckische Blätter 2005/1 --- he Blätter 2005 „Un dat allens in uns Spraak“ gemeinsam mit der Plattdütschen Volksgill to Lübeck e. V. Alle Veranstaltungen sind öffentlich. Veranstalter: Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit Ort: Großer Saal des Gesellschaftshauses, Königstr. 5 Eintritt frei - Beginn 19.30 Uhr
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