Full text: Lübeckische Blätter. 2005 (170)

r 2005/8 | jen und aus archäologischen Befunden Es gibt auch Hinweise aut frühe Burg- glagen. die bis heute nicht lokalisiert erden konnten oder wo die Zuordnung chwierig ist. Die Burg Gosevelde, im ! orden Lübecks nahe dem Hemmelsdor- fer SEC gelegen, wurde im Frühjahr 1255 von den Lübeckern zusammen mit den (raken Johann I. und Gerhard I. von Holstein belagert. Als Gegner werden etlev von Buchwald und Otto von Pade- lùügge genannt. Es war geplant, die beiden gitter mit ihren Anhängern nach lübi- chem Stadtrecht abzuurteilen. Frühe qazu passende Burganlagen finden sich vielleicht bei Warnsdork oder bei Häven die s08- „Räuberkuhle“. Die westlich von Mölln gelegene Burg von Linau ist aus schriftlichen Quel- hekannt. Als eine der wenigen Motten weist sie heute noch aukgehendes Mauer- werk der ehemaligen Burganlage auf. Prei Meter dicke Mauern eines Rundtur- mes umschlossen eine Innenfläche von vier Meter Durchmesser. 1291 wurde sie als Linowe erwähnt, weil sie in jenem Jahr von Lübeck und Hamburg zum ers- ien Mal zerstört wurde. Der Lübecker (Chronist Detmar nannte sie ein „rofkhus“, ein Räuberhaus. Besitzer waren die Ritter von Scharffenberg. die Linau 1308 wie- der aufbauten, aber mehrmals in Fehden 2 und Streit mit den Lübeckern lagen, bis diese aufgrund eines großen Landfrie- densbundes Linau nach längerer Belage- rung 1349 eroberten und endgültig zer- störten. Die ständigen Auseinandersetzungen der niederen Adelsherren mit Lübeck und Hamburg und mit ihren sächsischen und holsteinischen Lehnsherren führten häu- fig zu militärischen Niederlagen der Rit- jer, so mussten 2. B. die Adligen Johann und Nikolaus von Padelügge ihre Burg uf Anordnung der Lübecker Anfang des 13. Jahrhunderts abbauen. Auch die Lü- becker selbst zerstörten viele Burganla- gen verfeindeter Ritter. Im engeren Lübecker Gebiet kommen sichtbare frühe Burgen bzw. Motten mit Erdhügeln und runden Gräben und 2. T. alten Gebäuden bei Mori, Vorwerk und Roggenhorst vor. Sie können zeitlich bisher nicht eingeordnet werden. Auch bei den Gütern in Strecknitz, Schönbö- cken und in Padelügge müssen Turmhür- gelburgen bestanden haben. In Trave- münde ist für 1181 ein Turm des Holsten- grafen urkundlich belegt. Archäologische Grabungen sind überall notwendig. Ein noch heute eindrucksvoller Turm- hügel befindet sich westlich von Lübeck auf dem Gelände des ehemaligen Gutes pf ) Mori in der Gemeinde Stockelsdorf. Das Gut liegt knapp jenseits des Lübecker Landgrabens, aus dem der Graben des Turmbhügels sein Wasser bezieht. Der run- de Hügel weist einen Durchmesser von etwa 9 m auf, hat noch eine Höhe von 3,5 Meter und besitzt einen runden, bis zu 10 Meter breiten Wassergraben (Abb. 2). Eine alte Malerei im Herrenhaus zeigt den von hohen Bäumen bewachsenen Turmhügel mit noch breiterem Wasser- graben. Ursprünglich ein Vorwerk des Gutes Stockelsdorf wird Mori als „Nige Hof“ zuerst 1334 schriftlich benannt, der sicher deutlich ältere Turmhügel taucht in Abb. 4: Turmhügelburg Pariner Hof in Groß Parin Burgen rund um Lübeck historischen Quellen nicht auf. Im 17. Jahrhundert soll auf dem Gelände ein „Bergfried“ errichtet worden sein. Ob es eine Beziehung zu dem Bodendenkmal Hügel und Wassergraben gegeben hat, kann aufgrund fehlender archäologischer Untersuchungen nicht beantwortet wer- den. Im Westen der Altstadt liegt das Stadt- gut Roggenhorst,. das in weitem Bogen vom Landwehrgraben umflossen wird. Der Gutsbach wurde aufgestaut und speiste die noch vorhandenen Gutsgräben und den bis zu 6 Meter breiten, runden Graben eines Turmhügels von 10 Meter Durchmesser. Der Bach entwässert an- schließend in Richtung des Landgrabens. Ein 6 mal 9 Meter großes Klosterformat- Backsteinhaus mit altem Kreuzrippenge- wölbe über einem Feldsteinfundament weist auf eine Turmhügelburg hin. wenn auch die schriftlichen Quellen erst um 1600 einen Bergfried nennen (Abb. 3). Nördlich der Altstadt befindet sich in Vorwerk ein etwa 25 Meter breiter, runder Hügel mit einem Backsteinbau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. der auf einem älteren Vorgängerbau errichtet wurde und Theaterring schauspiel Sonntag, 17.4.05 GT II 20.00 Uhr Oper Freitag. 22.4.05 19.30 Uhr Cilea, Adriana Lecouvreur „Sekretärinnen“ - ein Liederabend von F. Wittenbrink Lübeckische Blätter 2005/8 111
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