Full text: Lübeckische Blätter. 2005 (170)

Burgen rund um Lübeck RE ; W: Abb. 2: Turmhügel Mori in Stockelsdorf ben. Manchmal gab es für Wohn- und Wirtschaftsgebäüude eine Vorburg. Die Motten wurden in schwer zugänglichem Gelände angelegt. Diese frühen Burganlagen entstanden um 1000 in Frankreich, kamen in Westfa- len und Niedersachsen im späten II. Jahr- hundert vor und wurden im südlichen Schleswig-Holstein zuerst ab der I. Hälf- te des 12. Jahrhunderts errichtet, sicherlich in Zusammenhang mit der Be- lehnung der niedersächsischen Schauen- burger aus der Wesergegend im Jahre 1111 mit der Grafschaft Holstein. Die Turmhügelburgen waren im mittleren Eu- ropa bis ins 14./15. Ih. weit verbreitet. Besonders gut zeigt der 70 Meter lan- ge gestickte Bildteppich von Bayeux ver- schiedene Burgen des Mottentyps. Der Teppich ist bald nach der Eroberung Eng- lands durch die Normannen nach der Schlacht bei Hastings 1066 in Auftrag ge- geben worden. Er zeigt in 58 Szenen adli- ges ritterliches Leben am Ende des II. Jahrhunderts. Die Funktion der verschie- denartigen Kleinburgen ist auf dem Wandbehang gut zu erkennen. Der Bau einer Motte kann z. B. an einer Burg bei Hastings, einer „„caestra“, studiert wer- den. Mehrere Arbeiter werfen mit Schau- feln einen Hügel auf, dessen unterschied- liche waagerechte Bänderung die aufge- schütteten Schichten symbolisieren sollen. Eine andere Darstellung zeigt ei- nen aufragenden, verzierten Holzturm ei- ner Burganlage, der über eine lange Brü- cke oder einen Steg mit Treppenstufen über einen Graben erreicht werden kann. Die Belagerung, die Verteidigung und die Eroberung einer Kleinburg kann dort gut nachvollzogen werden (Abb. :1).. Die Motte auf dem Wandbehang besteht aus einem Turm auf dem Hügel, hat eine Pali- sade aus senkrechten Hölzern, besitzt ein Tor und wird zusätzlich durch einen Gra- ben mit davor liegendem Wall geschützt. Ein erbitterter Kampf der Verteidiger mit Schild. Rüstung und Lanzen gegen die mit Pferden angreifenden Gegner ist mit farbigen Wollfkäden eingestickt. Die An- greiker wollen zugleich Feuer an das Holzbauwerk legen. Rechts ist durch die Lanze mit den beiden Schlüsseln die Übergabe der Burg von Dinan dargestellt. Adlige Herrensitze im östlichen Holstein wurden z. B. bei Futterkamp nahe Plön archäologisch genauer unter- sucht. Auch im südlichen Holstein und im v Abb. 3: Turmhügelburg Roggenhorst J heutigen Kreis Herzogtum Lauenburg tal ben Archäologen mehrere Burganlage, gefunden. Frühe castrae im lübeck,. Raum sind dagegen kaum beachtet wor. den. Bekannt ist, dass es Rittersitze i größerer Zahl gegeben haben muss. Dis Lübecker Sagen kennen viele ritterlic Burgen und nennen die Adelsfamilic, die sich oft mit der Stadt stritten. Auch Ü Es gibt ai anlagen, die ſerden kon gchwierls I8 Norden Lüb fer See gele von den Lü graken Joh Holstein be schriftliche Quellen berichten im 13. un] petlev von | 14. Jh. ausführlich über die Herren von qùgge genar Crummesse und die von Linau, über di, gitter mit Ritter von Padelügge, über die ay | cchem §ta Schaalsee und von vielen anderen. V wird z. B. über die curia der Familie vg Crummesse mehrfach in der 2. Hälfte de; 14. Jahrhunderts berichtet. 1360 wird dis Burg, die noch heute als „Alter Hof“ mj, Kuppe und Graben im Gelände erkennhzy; ist, von den Holsteinern belagert und vy dem Lauenburger Herzog befreit. Auch Ortsnamen können als Beleg fi, frühe Burgen angeführt werden. So weiz; der Name Ritzerau, ein Dork nordwestlich | Möllns und ein bis 2000 lübsches Stadt. gut mit einem 1634 erbauten Renajz. sance-Herrenhaus, aut ritterschaftlichs Herkunft hin. Der Ortsname Ritzerau ist slawischen Ursprungs, er heißt altpol;. bisch „„Ort eines Ritters“. 1222 etwa izt ein Hartwicus de Ricszerowe nachweis. bar. Es gab dort einen runden, von einen Graben umgebenen Berghügel, der an. fangs Sitz einer Motte gewesen sein muss. Vor dem Hügel befand sich ein ebenfalls mit einem Graben angelegter Hof. Die ritterliche Familie von Ritzeray wird 1240 genannt, die erste Burganlage wurde 1409 zerstört und danach größer neu errichtet. 110 Lübeckische Blätter 2005/8 dazu passe vielleicht b die s08. „R. Pie WE Burg von L len und ar hekannt. A weist sie he werk der Prei Mleter mes umsc! vier Meter als Linow Jahr von [ ien Mal 2 Chronist L ein Räuber von Schar der aufbar und Streit diese auk. densbundkt rung 134< störten. Die st der nieder Hamburg holsteinis fig zu mi ter, so m und Nikc auk Anor 13. Jahrh becker st gen verke Im en sichtbare Thea Schau Sonnt: Oper Freita Lübeckisck
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