Full text: Lübeckische Blätter. 2004 (169)

Veranstaltungen man besser“ (Titel) blicken einen aus ei- nigen Metern Entfernung zwei Augen, Teil eines Gesichtes an. Die hervorragende Hängung, die viel Raum zwischen den Wandbildern lässt, nutzt die Raumfluchten auch zu weiten Durchblicken. Zum Beispiel nimmt man über Mareile Maschners Bodeninstallati- on „Urban - von der Fläche in den Raum aus 42 verschieden aukfgeklappten Kar- tons (ein guter Effekt!) die keineswegs nebeneinander gehängten Arbeiten „Schaubild im Wald“ und „Schaubild am See‘ von Andreas Weissenburg von die- sem entfernteren Standort viel stärker als gemeinsame Arbeit wahr, die nicht nur Idylle vermittel. Mit Gefundenem, Fundstücken arbeiten Johanna Jäger und Klaus Amman. Doch unterschiedlich sind die Ergebnisse, zeigen die große Spanne persönlicher Möglichkeiten, doch auch den Respekt vor dem Gefundenem, Zuge- fallenem. Amman fügt Fundstücke zur Legende des „Franziskus“ zusammen, er- zählt in abstrakten Bildern „„Aus seinem Leben“, „Von der Armut“. Johanna Jäger bringt Materialien und Technik, die scheinbar nichts miteinander zu tun ha- ben, zu nachdenkenswerten Kompositio- nen zusammen. z. B. „Was - Wann - Wo‘. Da korrespondieren gebogene Ne- onröhren mit geschlungenen Tauen, den Fund-stücken. Malerei ist in qualitätvoller Auswahl auf unterschiedlichen Formaten, in ver- schiedenen Techniken vertreten. Von Pe- ter Kleinschmidt zeugen drei Gouachen von hoher Qualität von ungebrochenem Mal- und Gestaltungsvermögen: ,.Schilf- gürtel im Eis“ - in dieser Technik fast ein Großtkormat mit 48 x 60 cm. ..Villa im Herbst“ und „.Wiptel und Wolken“. Aqua- relle auf Leinen, poetisch verdichtet, de- ren Titel sich der Betrachter mit eigenen Assoziationen selbst zusammenstellen kann: auch Johannes Jäger ist seit Jahren mit seinem Werk den Lübeckern vertraut. Aus einer jüngeren Generation, noch neu im Kreise der Lübecker Generation, noch neu im Kreise der Lübecker Künstler zeigt Martin Kunau mit zwei kleineren Kompositionen, Öl auf Leinwand, eine Technik, welche die Theorien des Paul Cézanne ohne belehrenden Zeigefinger in noch heute gültiger Form umsetzt, ein äs- thetischer Genuss! Den zeichnen auch die drei Pastelle von Johannes Thoemmes aus. Kraftvolle Malerei aut großen For- maten zeigen die Kompositionen von Germa Ohlhaver, Susanne Adler und von Angela Siegmund „Große Umwege, Holzdruck, Collage, Graphit. Damit ist der Rundgang an weiteren ebenso hoch- wie erwähnenswerten Ar- beiten vorbei noch lange nicht beendet. Der Besucher möge sich Zeit nehmen, wiederzukommen in eine Ausstellung, die es wert wäre, in dieser Form als per- manente Sammlung gezeigt zu werden. Karl Gieth (1904-2001) wäre am 15. November 100 Jahre alt geworden. Vie- len Lübeckern ist er als Maler, Graphiker, Lehrer bekannt, auch als Vorsitzender der Gemeinschaft Lübecker Maler und Bild- hauer von 1952-75. Seinem Werk, den Reisezeichnungen und Lübeck-Ansichten ist eine parallel zur Jahresschau laufende Ausstellung im Kreuzgang gewidmet. Zur Jahresschau gibt es erstmals ganz in Farbe einen empfehlenswerten Katalog für Euro 7,- und ebenfalls einen Katalog vom Bilderhaus Bornemann „Karl Gieth 10. Die Ausstellungen werden vom 20.11.2004 bis zum 9.1.2005 gezeigt im Kulturkorum Burgkloster. Gerda Schmidt Veranstaltungen 22. „Literarische Herbsttagung“ auf der Bäk Großen Anklang bei Autorinnen, Au- toren und Gästen fand die 22. .Literari- sche Herbsttagung“ des „Lübecker Auto- renkreises und seine Freunde e. V.“ am 13./14. November 2004 im Christopho- rus-Haus, Bäk/Ratzeburg, die vom I. Vor- sitzenden der literarischen Vereinigung, Klaus Rainer Goll. geleitet wurde. Nach der Jahresmitgliederversamm- lung, bei der u. a. der Kassenprüfer ent- lastet wurde, lasen Friedrich Mülder und Wolfgang Sämann als Gastautor aus ih- rem Werk. Friedrich Mülder, der für seine Verdienste um die Literatur, u. a. als Vor- sitzender des Literaturhauses Schleswig- Holstein, das Bundesverdienstkreuz er- halten sollte, stellte sein 2003 im Verlag Peter Lang, Frankfurt, Reihe Bremer Bei- träge zur Literatur- und Ideengeschichte, erschienenes Buch ,.Johannes Trojan 1837-1915“ - „Ein Spötter und Poet zwi- schen Kanzler und Kaiser“ vor. Der deut- sche Schriftsteller und Journalist erwies sich als Chefredakteur (1886-1909) beim Berliner „Kladderadatsch“ als scharfer politischer Satiriker. Er schrieb Erzählun- gen, Lyrik, v. a. Kinder- und Jugendverse, Humoresken und Studien über die Pflan- zenwelt Deutschlands. Der ,Kladdera- datsch“ wurde später von den Nationalso- zialisten vereinnahmt - ein interessantes Zeitdokument. Die große Reichweite des „Lübecker Autorenkreises und seine Freunde e. V.“ wird darin sichtbar, dasgg Friedrich Mülder im Bayerischen Walg lebt. Wolfgang Sämann las dann glg Gastautor aus seinem Fantasy-Romay „Der zweite Atem“. Er verband seine per. sönlichen Erfahrungen im DDR-Alltag mit brillanten historischen Analysen Füntzehn Jahre nach dem Mauerfall un- termauerte die literarische Vereinigung ihre Verbundenheit mit den neuen Bun. desländern. Es war bereits vor der Wie. dervereinigung das Ziel des „Lübecker Autorenkreises“, Kontakte mit DDR-Au- toren zu ptlegen. Die Lesung wurde von den zahlreichen Besuchern aus Bäk, die auch viele Bücher kauften, mit großer Be- geisterung aufgenommen. Bei der abendlichen Lesung am Kamin und in der Römnitzer Mühle am Sonntag. morgen kamen nach einem Spaziergang am sonnendurchfluteten Ratzeburger See viele Autorinnen und Autoren zu Wort, y. a. Marcus Barrell aus Hamburg mit Texten über Wolfgang Borchert und Franka Seeli- ger aus Lübeck, die pfiffige Texte und spritzig-witzige Chansons präsentierte. Auch Tom Crepon, der eigene spannende Kriminalgeschichten las und u. a. dag Buch „„Wo liegt die DDR?“ verfasste, be- reicherte das Ensemble der Autoren und zeigte das große Spektrum der Literaturim „Autorenkreis“. Zuvor waren auf dem „Tumulus“, dem Ratzeburger Parnass, Autorinnen und Autoren zu hören. Bei den Werkstattgesprächen wurden viele junge Talente entdeckt. So stellte sich Hannah Rau mit ihren großartigen Texten dem Publikum. Bei der Jahresmitgliederversammlung wies Klaus Rainer Goll aut wichtige Ter- mine des „Lübecker Autorenkreises und seine Freunde e. V.“ hin. Das Schiller- Jahr 2005 wird mit einem Vortrag von Dr. Wolfgang Butzlaff zum Thema ,,Schiller als Kritiker Goethes“ am 4. Januar in der „Gemeinnützigen“ eröffnet. Im nächsten Jahr kann die literarische Vereinigung ein beachtliches Jubiläum feiern: er wird 25 Jahre alt. Vom 9. bis 16. September findet die 8. „Internationale Lübecker Literatur- woche“ statt, an der internationale, aber auch Landesautoren teilnenmen werden. Die Lübecker Autorinnen und Autoren werden Literaten vom polnischen Schrift- stellerverband, Sektion Stettin, begegnen. Auch der Vorsitzende des gesamten pol- nischen Schriftstellerverbandes, Marek Waczkiewicz. wird anwesend sein. Die „Literarische Herbsttagung“ ist wichtig für die Kontakte zwischen Künst- 342 Lübeckische Blätter 2004/20 Ä ]ern und ßundesl: Rainer G hurg See Jer Stift hielt, ze gungsort Kreis He (zroßbe 1. Lüb Nach ]osseum dern eir B >- E Diens! Zum Vo „Cézan Jraditic Referen. kunstth Eine Au in Essel modern nes Mal gtudiun bildet € und Mo f H % Ha # Mi % Ha % Kr: * Lie E Sch [.. Lübeckisc
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