Full text: Lübeckische Blätter. 2004 (169)

500 Jahre Hermann Bonnus in Lübeck (Chronik des Franziskaner- mönchs Reimer Kock) zu einer Art „Kampf- und Agitationslied der Reforma- tion“ entwickelt hat. Es erklang ein- drucksvoll in dem sonntäglichen Vor- tragskonzert im Wechsel als Orgelspiel und Chorgesang der Jakobikantorei (2. T. auch niederdeutsch) und diente so zum Verständnis der neuen Kirchenordnung, wonach zu Beginn des evangelischen Gottesdienstes ein „düdescher Psalm“, ein Gemeindelied, zu singen ist. Dass Bonnus die Reformationsbewegung nicht Z= nur mit seinem Gesangbuch, sondern auch mit einer Liturgievariante nachhal- tig prägte, darauf machte Dr. Kadelbach aufmerksam. Denn nach dem lateinischen Gloria lässt er die Gemeinde das nieder- deutsche Lied „Allene Godyn in der höge sy ehr und danck vor syne gnade‘’ (von Nikolaus Decius, 1485-1546) singen. Die Gelegenheit dazu hatten auch die Besu- cher der 1. Bonnus-Veranstaltung, aller- dings in der hochdeutschen Fassung (EG 179), u. zw. im Wechsel mit dem Chor. Wenn die „Grenzen zwischen Bear- beitung, Nachdichtung und Neudichtung auch oft fließend“ gewesen seien, so sei die Autorenschaft von Bonnus für das be- kannte Passionslied „Och. wy armen Sün- ders“ unstrittig. Dr. Kadelbach beklagte nachdrücklich und verständlicherweise, dass von den sechs Strophen der Bonnus- schen Liedbearbeitung von 1542 im ! RE neuesten Evangelischen Gesangbuch nur |.) noch 2 Originalstrophen abgedruckt sei- hu en, und regte für die nächste Ausgabe wieder den. vollständigen Abdruck an. Nach den Erläuterungen zur Rezepti- onsgeschichte des berühmten Passions- lieds erklangen im weiten Raum von St. Jakobi zu Ehren des Reformators alle 6 Strophen im Wechsel zwischen Chor und Orgel in einem vierstimmigen Satz von Lucas Lossius und der Choralbearbeitung von Matthias Wecknann. Nach ihrer abschließenden Zusam- menkassung, in der Dr. Kadelbach den Lübecker Reformator Bonnus als erfolg- reichen Schulleiter, pragmatischen Kir- chenorganisator und unermüdlichen und kreativen Förderer des (nieder)deutschen Kirchengesangs würdigte, endete die be- eindruckende Auftaktveranstaltung mit dem nach der Lübecker Kirchenordnung am Ende der Predigt in jedem Gottes- dienst gesungenen .„Fredensanck“ (latei- nisch, niederdeutsch und hochdeutsch) und einer Improvisation von Prof. Schook an der Richbornorgel. (Den ausführlichen Wortlaut des Vortrags von Dr. Ada Kadel- bach lesen Sie in der nächsten Ausgabe) „§5 ü p dr; UR' aun js p uu |.... ..] . f | ki. R... + jen, sei k je Wirkli Bevo ginkühru yornahm pr. Walt © herdeuts: : her Refko zierten a wichtige reiches Miau üings, di gemaltes im Aultr jes Bild * qhas doki entschla iholische 1. B. Lu | Jen LEstc | te an Mme | zich jede gonnus „Melanc Ey giarcks Der M!! g auskunt Rl ß [Läbeck, ‘. ſ Tft. M.. D T | E Ee M' V . | eos Uf. hk St. Jakobi und Heiligen-Geist-Hospital (mit Turm der Clemenskirche im Hintergrund). Ausschnitt aus der Stadtansicht von Elias Diebel 1552 Dar tho bedart ock wol desse gude Stadt einen Superattendentem Die Festwoche wurde durch eine de- zente Ausstellung zum Leben und Werk von Hermann Bonnus begleitet. Sie wur- de unter Federführung von Dr. Robert Schweitzer zusammengestellt, im Man- telssaal der Stadtbibliothek präsentiert und am 25.10.04 im Rahmen einer Ab- endveranstaltung im Scharbausaal feier- lich eröffnet. Nach dem von Werner Buchin (Altus) gesungenen niederdeutschen Choral von Hermann Bonnus „Och wy armen Sün- ders“, begleitet von Dr. Joachim Walter (Orgelpositiv), stelle Annette Borns, Kultursenatorin, in ihrer Begrüßung heraus, wie nachhaltig Bonnus doch das geistige Leben der Hansestadt geprägt habe, wie von der „Wiege“ der Reforma- tion ein kast gerader Weg zur heutigen Li- teratur- und Musikstadt Lübeck geführt habe. Der heutige Wunsch, in naher Zu- kunft „Kulturhauptstadt Europas“ zu wer- 330 Lübeckische Blätter 2004/20 “t || „We Z | Der ni Das P kannti Das P € 4,5( Der K chen ( An de von 1 für € Dier 14.12 21.12 [--- f’ lübeckisc
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