Full text: Lübeckische Blätter. 2004 (169)

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Olaf Silberbach giebentes Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck GMD Brogli versteht besondere, zu- gleich publikumswirksame Programme ju gestalten. Auch das zum siebenten Konzert (25./26. April 2004) kam sehr out an, auch beim Orchester. Denn ob- wohl die Auswahl die Musiker heraus- forderte, stand ihnen die Spielfreude auf dem Gesicht, denn alle drei Beiträge wa- ren keine Hausmannskost, eher raffinier- ie Spezialitäten. Nur der erste, Dmitri schostakowitschs zweite Suite für Jazz- Orchester, war im „klassischen“ Sinne ohrgängig. die anderen beiden aber Erst- zufführungen, die erste eine deutsche, die andere sogar eine europäische. Das bedeutet Auseinandersetzung mit unge- wohnter Musiksprache, das bedeutet für das Orchester hohe Konzentration, denn keine Routine hilft. Es halt allerdings der durch seine Arbeit mit zahlreichen renommierten Orchestern erfahrene, vielfach ausgezeichnete José Serebrier (* 1938), Gastdirigent dieses Konzertes und Komponist des letzten Programmbei- rags. y Doch beginnen wir mit dem unbe- schwerten, sehr sinnlich interpretierten Auftakt, der Auswahl aus Schostako- witschs Jazz-Suite, 1938 komponiert. Sie zeigt seine Fähigkeit, Triviales höchst kunstvoll in Szene zu setzen: wundervoll ]eicht und am Banalen vorbei z. B. im Sa- xophon-Part oder in der Walzerseligkeit der Streicher. Vier der acht Sätze waren [ neu zusammengestellt, was zu dem Kuri- qsum führte, dass dem „Finale“ noch ymwei Sätze folgten. Erst im Jahre 2000 war die deutsche Erstaufführung entstanden, Daniel | | Schnyders (* 1961) Konzert für Violine und Orchester. Dieses dreisätzige Werk mischt in effektvoller Weise klassische Kompositionstechnik mit der Verfahrens- weise der rhythmusbetonten Jazzsprache, vor allem in den vitalen Ecksätzen. So hat das Orchester, in dem die Marimba eine besondere Klangfarbe bietet, vielseitige Aufgaben, die die Philharmoniker sehr locker ausführten. Solistin in dem diffizi- len Part war Nora Chastain, Professorin an der hiesigen Musikhochschule. Sie LE- staltete mit technischer Brillanz und sPÜr- barer Freude an der melodischen und klanglichen Ausformung, aber auch an dem munteren Konzertieren mit dem Or- chester. Langer und herzlicher Beifall, auch des Komponisten. Dank seiner Mitwirkung konnte die Aufführung von Serebriers zweiter, mit zwanzig Jahren komponierten Sinfonie. die er schlicht ,„Partita“ nennt, nicht au- thentischer sein. Als Sohn russisch-polni- scher Eltern wurde er in Uruguay geboren und nutzte, international Leprägt, latein- amerikanische Rhythmik und vereinzelt melodische Wendungen osteuropäischer Herkunft im Gewande europäischer Sin- konik. So war die Partita recht reizvoll zu hören. Sieben Schlagzeuger hatten Gele- genheit, sich zeitweise heftig einzuset- Zen, sogar mit einer jazzartigen Improvi- sation im vierten Satz. Auch wenn dies Werk das ungestüme Wesen eines jugend- lichen Komponisten zeigt, wirkten doch die teils sehr expressiven, teils versonne- nen Abschnitte unmittelbar. Großer Bei- fall für den Dirigenten-Komponisten und das Orchester. Arndt Voß Veranstaltungen Jürgen Schwalm beim S8. „Litterärischen Gespräch“ „Du bist von hinten wie vorne: A-N- N-A“ lautete das Motto des abwechs- lungsreichen und amüsanten Vortragsa- bends am 25. März 2004 mit Texten des MERZ-Künstlers Kurt Schwitters. ein- und ausgerichtet von Jürgen Schwalm. Kurt Schwitters, geboren 1887 in Hannover (,in Hannover sind die Hunde an die Leine zu führen“), war der Begrün- der der Bild- und Wort-Collage in der Kunst und der Literatur. Den Ausdruck MERZ-Kunst (d. i. die „Zusammenfas- sung aller erdenklichen Materialien für künstlerische Zwecke“) prägte Schwit- ters, nachdem er für eine Bild-Collage das Wort „COMMERZ“ in der Mitte zer- Musik / Veranstaltungen schnitten hatte. Sein erstes MERZ-Ge- dicht erschien 1919: „An Anna Blume“. Anna Blume ist Frau. Blume. Rätsel. Vo- gel, Farbe: sie ist alles zugleich, ein Ge- schöpt der Poesie und diese selbst. Als „entarteter Künstler“ geächtet, emigrierte Schwitters 1937 nach Norwegen und floh 1940 nach England, wo er 1948 in Am- bleside (Westmoreland) starb. Er war ein Dichter in Verbindung zum Dadaismus mit grotesk-phantastischen, humorvollen Gedichten und Prosatexten z. T. aus Trivi- alelementen, später auch unter Verwen- dung konventioneller Formen; daneben dramatische Szenen, Manifeste und sati- rische Essays. Ausgangspunkt seiner Ar- beiten war die Avantgarde seiner Zeit mit ihrer Forderung einer Verbindung von Le- ben und Kunst. Literarisch orientierte er sich zunächst am Expressionismus, u. a. an der „Wortkunst“ August Stramms. Die geistreiche Wortakrobatik des Künstlers gipfelt in dem 1932 abgeschlossenen Laut-Gedicht „Ursonate“. einem musika- lischen Regeln folgenden Sprachgebilde, das Jürgen Schwalm am Ende seines Vor- trags beim 58. „Litterärischen Gespräch“ im Bildersaal der Gemeinnützigen mit hervorragender Mimik und Gestik inter- pretierte. Die Wort- und Bildkunst von Kurt Schwitters war kein dadaistischer Un- sinn, sondern das Ergebnis einer Revolu- tion, die sich gegen das hohle Pathos sei- ner Zeit richtete. Schwitters ist eine der richtungsweisenden Persönlichkeiten, die der Kunst des 20. Jahrhunderts entschei- dende Impulse gab. Jürgen Schwalm, der als Schwitters- Typ wegen „Anna Blume“ eine Blume am Hals. ein Kostüm mit buntem Collage- Muster und eine farbig collagierte Weste trug, reicherte in guter dadaistischer Tra- dition die Texte durch aktuelle Bezüge an: „Und heute. meine Damen und Her- ren, liebe Kinder und Kindgebliebene. kostet sie die ganze Darbietung gar nichts. heute ist alles gratis. Es gibt eben auch auf hanseatischer Flur rühmliche Ausnahmen: Kultur, die nicht subventio- niert werden muss. und trotzdem putzt, um es .grass‘ zu sagen“. In dem tempera- mentvollen Vortrag unterstrich Jürgen Schwalm die musikalische Struktur der Ursonate, deren Partitur mit Vokalen und Konsonanten wie mit Noten komponiert ist. Er baute den Vortrag so auf. dass er zeigte. wie die Sprache allmählich aufge- löst wird und dann aus den Fragmenten ein neues Kunstwerk in der Collagetech- nik geschaffen wird. Lutz Gallinat | lübeckische Blätter 2004/10 157
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