Full text: Lübeckische Blätter. 2004 (169)

önnte qy, ps Buddenbrookhauses haben wir exem- en Go secisch aufgezeigt, welche Chancen sich slm bett! V Museum bieten, das sich in einer Zugespiy, /; Stadt mit hohem Denkmalwert an- bäude. J u Jelt hat. Gezeigt werden soll aber auch 1 für q' f Ohnmacht und Hilflosigkeit von Lite- dann ct „urvermittlung, wenn authentische Ob- ePtion de “hte oder verweisende Dokumente voll- em Geb, s mmen ausfallen. Gemessen an der Ver- national, des Nach. teratur, dy er Archiv, M Beishj, nbrookhaus zwei Gesichter. Vor der fassade von 1758, umgeben von der Ma- enkirche, dem Kanzleigebäude und den linden auf dem Kirchhof, sind die Besu- Anmerkung Pr. Manfred Eickhölter war im Jahre I 1000 als wissenschaftlicher Mitar- I heir des Buddenbrookhauses ) erstmals in Niznij Nowgorod auf ei- ner deutsch-russischen Fachtagung für Literaturmuseen. Im Herbst des Jahres konzipierte er gemeinsam mit E Dr. Hans Wisskirchen die Ausstel- lung „Unterwegs zu Deutschlands und zu Russlands Dichtern“, die im Begleitprogramm der Tagung .Dich- ter und ihre Häuser“ gezeigt wurde. . Zu der Tagung waren auch russische . |) Fachleute eingeladen. Auf Einladung | des Goethe-Instituts in Moskau EI konnte er mehrere Reisen zu russi- | cchen Literaturmuseen machen und erstelle 2002 einen Entwicklungs- plan für die Gorki-Gedenkstätten in Niznij-Nowgorod. cher bereit, sich ausführlich vom jeweili- ven Führer über den Zusammenhang von Literatur und Geschichte, von Fiktion und gkealität informieren zu lassen. Verweilt jie Führung an einem der Fenster im huückgiebel des Buddenbrookhauses, wo |ieaugennichts anderes als Asphalt, Au- jstellplätze, Parkhäuser und die Funkti- yuarchitektur der Nachkriegszeit auf- | nehmen können, dann findet selbst das yilligste Vorstellungsvermögen keinen M gptischen Anhaltspunkt für die Inhalte der Zeichnungen, Fotografien und Erzäh- lungen des historisch Gewesenen und des «| jterarisch Dargestellten. Die Verweilbe- reitschaft sinkt stark ab, denn das ver- schwundene Bauliche war komplex und " muss, weil Thomas Mann mit ihm kein einfaches literarisches Spiel veranstalte- te, auch differenziert mit Worten rekon- r Mann. On ziert werden, wenn der Witz des Spiels ucdenbrook; begriffen werden soll. Dazu kommt es in der Regel nicht, weil das Publikum unru- tadt Lübech) hig wird und wegstrebt. jeildauer des Publikums, hat das Bud- d Eine vergleichbare Situation ergibt sich bei den literarischen Spaziergängen, wenn Führungen in der Beckergrube vis a vis der Baulücke zu stehen kommen, in der bis 1942 das Elternhaus von Heinrich und Thomas Mann stand. So sehr ein Lr 0- Bes Publikum, Liebhaber oder Highlight- jäger, sich bereitwillig einbinden lässt in die Traumfabrik „erlebbare Literatur““, so abhängig ist ein Gelingen der didakti- schen Vermittlungsarbeit von passenden Objekten. Weil das neue Haus der Bud- denbrooks in der Beckergrube fehlt, muss das alte Haus in der Mensgstrasse für bei- de einstehen. Lebt die baulich interessier- te Leseweise des Romans von der ausba- lancierten Spannung zwischen dem alten und dem neuen Wohnhaus, so gerät das vom Besucher in Lübeck erlebbare in eine Schieflage gegenüber dem Erzähl- text. Mit der Ausstellung in Niznij Nowgo- rod wurde die Erwartung verknüpft, dass eine zukünftige Bauplanung in Lübeck die Arbeit der Literaturvermittlung durch geeignete Maßnahmen erleichtert und kördert. Der Arbeit mit der Literatur selbst würde das gut tun und zugleich böte sich eine Gelegenheit, die kulturwirtschaftli- chen Potentiale eines literarischen Spiels mit der alten Stadt zu erproben. Man stel- le sich einmal vor, das Kaufhaus Karstadt würde sein Parkhaus hinter dem Budden- brookhaus zum Abriss freigeben und in der Beckergrube in der Baulücke würde Deutsch-russische Beziehungen Maxim Gorki (1868-1936) Der überaus erfolgreiche Autor galt bereits vor 1900 auch als Erzähler von ho- hem Rang. Seine Novellen, später auch seine Romane und Theaterstücke, haben in die russische Literatur die Gestalt des ,Barfüßers’ ein- geführt; entrechtete und ent- wurzelte Gestalten des in- dustriellen Umbruchszeital- ter. Gorkis Leben ist eng ver- woben mit den Revolutio- nen. 1905 musste er ins Exil, 1921 ging er freiwillig, weil er Lenins Politik missbillig- te. Er war mit den Revoluti- onsführern eng befreundet und zugleich ihr schärfster Kritiker. Nach seiner end- gültigen Rückkehr in die So- wjetunion 1928 wurde er wegen seiner legendären Popularität von Stalin in- strumentalisiert. ein neues gebaut, ein Buddenbrooks- Parkhaus. Wie könnte das aussehen? In der Beckergrube brauchte man dafür eine schlichte Fassade. Das gäbe Platz für eine bildliche Darstellung dessen. was baulich einmal vorhanden war, als Trompe l’oeil Malerei z. B. oder als Wiedergabe von fo- tografisch dokumentierten Inhalten oder noch ganz anders. Im Inneren des Gebäu- des könnte es vielleicht ein Treppenhaus mit lichtdurchlässigem Glasdach geben;: sO wie jenes. das es in Senator Manns und Senator Buddenbrooks Haus gab. Und oben auf dem Dach eine kleine Ausstel- lung zum Thema., vielleicht auch ein Café oder beides in einem. Schließlich behaup- tet die arme Klothilde im Roman., das Dach des neuen Buddenbrookhauses sei so geräumig, dass man darauf Kaffee trin- ken könne. Vorstellbar ist auch, jeden Parkhausnutzer in ein literarisches Spiel einzubeziehen. Tamara Ryzhova, die Direktorin des Gorki-Museums, hat derzeit andere Sor- gen. Sie verwaltet drei Museumsschutz- zonen und hofft, dass es zu keinen weite- ren baulichen Eingriffen kommt. Als vor kurzem das leerstehende hölzerne Ge- burtshaus Maxim Gorkis nur durch Zufall kein Opfer der Flammen wurde. richtete man darin eine öffentliche Bibliothek ein. So kann der Ort überdauern, bis seine besseren Qualitäten irgendwann eine Chance erhalten, ihre Wirkungen zu ent- kalten. he Blätter 20047 libeckische Blätter 2004/7 h 99
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