Full text: Lübeckische Blätter. 2004 (169)

Zum Fredenhagen-Altar Kommentar ÈÈTTT > | Zur Frage des Wiederaufbaus des Fredenhagen-Altars im Hochchor von St. Marie, Von Dr. Rolf Sander Es geht nicht darum, ob der Fredenha- gen-Altar wieder aufgebaut werden soll- te, das könnte ja durchaus geschehen, aber in einer der Seitenkapellen. Es hat wohl jeder seine eigene Ge- schichte mit unseren Stadtkirchen. Als ich im August 1942, ich lag in meiner Marine-Küs- tenbatterie in der Nähe von Reval, auf Urlaub kam, stand ich im Gang des D-Zugwagens, als der Zug über die Kanal- brücke fuhr und der Blick auf die Stadt frei Angst hatte ich vor diesem Augenblick, und wie fassungslos stand ich wurde. Welche dort mit Tränen in den Augen. Ja - es war so. Als ich nach der Kriegsgefangenschaft wieder daheim war, konnte ich eines Tages die noch völlig zerstör- te Marienkirche betre- ten. Das war ein ande- rer Raum, ein Raum von ungeheurer Höhe und Weite, ja, eine an- dere Kirche. St. Marien vor der Palmsonntagnacht 1942 war fast mehr ein stadtgeschichtliches Museum mit seinen Grabtafeln und Kunst- schätzen, mit Lettner und einem Kirchenge- stühl, das ganz auf die in der Mitte des Haupt- | schiffes hängende Kan- | zel konzentriert war. Es gab keinen Blick wie heute in den Hochchor, denn der Lettner ver- sperrte ihn. Wer den Fredenhagen-Altar sehen wollte. musste unter dem Lettner hindurch in den Hochchor gehen. Der neue Raum riss in die Höhe, zeig- te trotz aller Zerstörung die ganze Weite und ungeheure Höhe des Kirchenschiffes. Es war mir, als sei uns unsere Marienkir- . Der Fredenhagen-Altar wurde vor der Zerstörung St. Mariens 1942 durch den Lettner verdeckt che ganz neu geschenkt. Ja - die Zerstör- rung hat eben auch ungeahnte neue Raumwirkungen. Dom und St. Marien sind anders geworden. Das Hauplschikk unseres Domes schenkt dem Gottes- dienstbesucher eine tiefe innere Ruhe, St. Marien reißt in die Höhe, als gehe es in das Unermessliche. St. Marien ist wieder eine Kirche der Gotik, wirklich, der Raum verträgt nicht die Breite, ja Behä- bigkeit des Barocks und auch das ist anders, das Gestühl ist auf den Hochaltar ausgerichtet, auf das herrliche Kreuz N Gerhard Marcks, und der Raum seht y, ins Unendliche, eben zu Gott. Lübecks Kirchen haben viele Kun werke. auch der Fredenhagen-Altar kö te natürlich in einer & HSeitenkapellen V Marien wieder aufg, stellt werden, "en sich dafür ein Spong,, findet, oder in unsere, St.- Annen-Musey wo auch der Memlin, j altar, der aus (h schon brennenden Day gerettet wurde, eine, ihm angemessen,, Raum gefunden hat. Es gab nach dh Kriegsende auch Stim. men, die St. Marien ah. reißen wollten, wei man die Steine besze; zum Wohnungsbau K brauchen könne in (, von Flüchtlingen ühg, füllten Stadt. | i Es war die groß Aufgabe der Genen; tion, die durch diese, grauenvollen Krieg Le. gangen ist, diesen Wi; deraufbau durchzufih. ren, denn die Genen; tion unserer Kinde; wäre mit den »„Stüny. ken“ aufgewachsen uy deren Nachkomny hätten gedacht, so seien sie einst erbaut worden re Bürger und danj auch unsere Kirchen geleistet. Wir solltey sehr dankbar sein, dag uns dazu Mut und kraft; gegeben wurden, ebey auch zu dem neuen, hochreißenden Raun unserer Marienkirche. Wir sollten nich mehr hadern, sondern uns immer wieder neu freuen, dass wir unsere „Sieben Tür. me“ wieder haben, unseren romanischen Dom und unsere (wieder) gotische Mari enkirche. 88 Unsere Stadt und unge. haben Überwiältigenda Lübeckische Blätter 200446 | Ab: Lüt trauert Jahre zur Li verban yon 19 te und verlieh ter Per gen, si turelle einzus 19° dienst] ge eh und d Unice! Mi peln C sah di ihren als AU grüncl Güby. Lübec Besuc ins D zusätz sestad neloré Me Das S Zu 18. Fet Entwic den SP nen de: das. E! Zeit T Krug. | miere | kauft sich ul Prozen nen. Ein ve Ge! der Au In wir un gen fre hob al r Lübeckit
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