Full text: Lübeckische Blätter. 2003 (168)

Musik /Ausstellungen Im zweiten Teil ergänzten dann Mit- glieder der „camerata“. die Geigerinnen Almuth Frenzel und Michelle Rutkolo, die Bratscherin Anna Buschuew und der Cellist UIk Tischbirek, das Quartett zum Oktett. Mendelssohn Bartholdys Werk ist mit Sicherheit die Krone dieser Gattung. Die geistvoll polyphone Arbeit verlangt in jeder Stimme hohe Gestaltungskrakt. Sehr gelöst und mit atemraubendem Tem- perament bewältigten die Musiker das Werk, als hätten sie schon immer zusam- men gearbeitet. Ein hinreißendes Erleb- nis. das von den Zuhörern mit lebhattem Beifall aufgenommen wurde! Arndt Volz Totentänze in der Lübecker Bodelschwingh-Kirche Am Vorabend des Ewigkeitssonntags wurden von einem Vokalensemble und der Bodelschwingh-Kantorei unter der Leitung von Bärbel Barschkies-Miura gleich drei der bedeutendsten protestanti- schen Kompositionen zum Bedenken von Sterben und Tod aufgeführt. Zu Beginn erklangen die leider nur sehr selten zu hörenden „Deutschen Sprü- che von Leben und Tod‘ des Renais- sancekomponisten Leonhard Lechner. In 15 kurzen Sätzen werden Aspekte des Le- bens und Sterbens in prägnanten Worten musikalisch ausgedeutet. Das mit 16 Sän- ger-/innen für diese Musik gut besetzte Vokalensemble war von Barschkies-Miu- ra gut einstudiert und bewältigte die Dar- stellung der vielen Stimmungsunterschie- de mühelos. Homogenität des Chorklan- ges und flexibles Musizieren zeichneten ihre Darstellung aus. Hugo Distler schrieb seinen Toten- tanz nach dem Vorbild der Komposition Lechners. Auch Distler gelingt in seiner unverwechselbaren Klangsprache die musikalische Ausdeutung der 14 Stro- phen des Lübecker Totentanzes. Johan- nes Klöcking dichtete dazu Dialoge zwi- schen dem Tod und verschiedenen Per- sonen. Auch hier gefiel die Darstellungs- kunst des Vokalensembles. das die into- natorischen Klippen problemlos meister- te. Deutlich deklamiert, jedoch ohne übertriebenen Ausdruck, wurden die Di- aloge von Mitgliedern des Chores vorge- tragen. Durch den Einsatz der von Dist- ler eingefügten, sonst kaum zu hörenden Flötenstimme über das Lied ,.Es ist ein Schnitter, heißt der Tod‘, schön von Su- sanne Sohayegh geblasen. war stets eine gute Überleitung zum nächsten Chorvers gegeben. Eine sehr stimmige Aufführung dieses wohl bekanntesten Chorwerks von Distler. Die „Musikalischen Exequien“ von Heinrich Schütz waren danach ein wichti- ger und gewichtiger Schlusspunkt. Im Wechsel zwischen Soli- und Truttiab- schnitten stellt Schütz wesentliche Bibel- texte „in Form einer deutschen Begräb- nis-Missa‘“ musikalisch ergreifend dar. Solisten aus dem Vokalensemble standen der Kantorei und Instrumentalisten ge- genüber und bildeten zusammen ein ho- mogenes Gesamtensemble. Eindrucks- voll und tröstlich waren insbesondere der große Doppelchor „Herr, wenn ich nur dich habe“ und der Schlussteil „Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fah- ren“. Arndt Schnoor Ausstellungen Jahresschau 2003 Lübecker Künstlerinnen und Künstler Wer in diesem Jahr die Räume des Kunstkorums Burgkloster betritt, in denen sich die Janresschau der Lübecker Künst- lerinnen und Künstler präsentiert, den empfängt nach lautem vorweihnachtli- chen Treiben und seinen schrillen Geräu- schen auf den Straßen der Stadt Ruhe. Keine Videoinstallation lockt durch die Gänge. kein Klangobjekt lenkt ab vom einfachen Sehen. Dafür gibt es vor allem Bilder Malerei, ausgewählte Skulpturen, Wandobjekte, die in sorgfältigen Insce- nierung zu einer großzügiger Präsentation zusammengefügt sind. In diesem Jahr wurden 429 Arbeiten von 110 Bewerbern eingereicht. Die Jury, 7 Künstlerinnen ill, Coethectraſe 13 - 15 Altenheime St. Fargen - Gut gegen Einsamkeit seit 1972 - Wir verwöhnen Sie mit Essen und Trinken., Kultur und Unterhaltung, Pflege u. Betreuung. 23564 Labeck | ten Telefon 79 70 01 Wiard Querfurth | und Künstler der Gemeinschaft und als externe Kunst- historikerin Mar- lies Behm, Over- beck-Gesellschaft, wählte 102 Arbei- vornehmlich von 2003 von 27 Mitgliedern der Gemeinschatt Lübecker Künstler und I6 Nichtmitgliedern aus der Hansestadt und ihrer Umgebung aus. Im kleinen Eingangsraum zur Ausstel- lung im ersten Stockwerk begrüßt die „Mondkönigin“ von Annelies Hölscher die Besucher. Die expressive Märchenti- gur ist eine Hinterglasmalerei mit Colla- ge, 140 x 120 cm im Format. Die folgen- den Räume zeigen Akzente an den Wän- den, geben lange Schneisen zum Wandeln frei. zum Meditieren. Man begegnet alt- bekannten Namen, zum Beispiel Uwe Bangert mit neuen Arbeiten: „Gesell- schaft‘, Tempera und Öl, 60 x 70 em, da trommelt und hüptt das Blechspielzeug. Seit wenigen Jahren erst beteiligt sich Angela Siegmund an den Ausstellungen der Gemeinschaft. Sie zeigt drei 57 x 200 cm breite Formate, Holzdrucke, Collagen zum Thema „Kanten“. Das klingt doppel- deutig, die harten Holzkanten der Materi- alcollage können ebenso gemeint sein wie das weiche Atmosphärische der Was- serkante, des Ufers, dass die Arbeiten suggerieren. Uwe Boschens drei Arbeiien ohne Titel, Ölkreiden auf Karton 100 x 70 cm. zitieren einzelne Architekturmotive, Fenster am Fluss, lassen in wenigen Zei- chen - Gezeichnetem - Zusammenhänge erkennen, korrespondieren so mit den auf die gegenüberliegende Wand gehängten Bildern von Johannes Jäger, vis-arvis abr | strakten Metaphern in anderer Pinsel- schrikt. Solche Kontakte zwischen Kunstwer- ken lassen sich bei dieser sensibel gestal- teten Hängung immer wieder aufspüren. Auch wird Aufmerksamkeit geweckt durch lange Blickachsen, denen man zü- gig folgen kann, zum Beispiel dem im letzten Kabinett aufleuchtenden „HEU- TE“. Neon auf Holz. von Hanna Jäger. Erreicht man den Raum, ist das Lichtob- jekt Teil einer stillen Choreografie: zwei „Verlorene Engel“ von Rosemarie Gaede, entschweben fragil, Acryl. Kohle aut Leinwand und lenken den Blick - der Ma- terialkontrast könnte nicht größer sein, zu einer Skulptur aus Öländer Kalkstein von Volkmar Schmidt. Das in seinen Schich- ten verschiedentfarbige Fundstück ist sub- til vom Bildhauer bearbeitet. Zwei Künste. lerinnen und ein Künstler von so unterr schiedlicher Art sind in diesem kleinen Raum in einem verbindenden Dialog mit- einander ausgestellt. Beim langsamen Rückwärtsschreiien durch die Ausstellung erschließt sich immer wieder Sehenswertes, man taucht zum Beispiel in die „endlose Tiefe“ der dunklen Farbstift- und Pastellkompositio- 358 Lübeckische Blätter 2003/21 reicher wirtsck „Kornl qualitä ursprü; reise sé geplan des Re Die so Bilder Berich Herb in de Dahrer neuen kür das Doerr, Kindhse Weden Fontan bin es tane, B Grass, 1959-1 Haddo sonder ' Romar Härtlir | Köln 2 Lübeckis,
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