Full text: Lübeckische Blätter. 2003 (168)

S n fal. ] Alter Weck. 1 Dar. ht alg 18886. ) ihrer IS Ver. mann, eine Libt, r Ge. rwar. j“ Le- “ Wird r gibt Jack. st der ntlich as an- Hayg m mit ’rlässgt euzy- r ma- d Flo. Arstel- m an- » SON- klucht ntasy- nüber lichen abhe- CSSEre nneke des übe. schen "gen- Kon- ungs- kultu- miker n Lü- n das m 27. n Pro- 1 des- nderts } ver- 2003/10 ztorbenen Alfred Schnittke. Die Lübecker führten das erste dieser Gattung auf. ent- unden 1976/77. Nora Chastain, Profes- corin für Violine an der Musikhochschule in Lübeck, und Bruno Merse, zweiter Geiger des Orchesters, hatten die schwie- rigen und komplexen Solopartien über- nommen. Dieses Werk schrieb Schnittke uk Anregung des Stargeigers Gidon Kre- mer für ein Ensemble. das die Soloinstru- mente mit Cembalo, präpariertem Klavier [an beiden: Gabriele Pott) und einem gtreichorchester konzertieren lässt. Der NDR dagegen führte am Tag zuvor das zweite Werk dieser Gattung aus dem Jah- re 1981 auf und hatte für die Solopartien gidon Kremer und die junge Cellistin Marta Sudraba. wie Kremer in Riga gebo- ren, engagiert. Hier stand den Solisten ein großes, vielfältig besetztes Orchester LE- venüber. Sagen wir es gleich: Beides wa- n exzellente Aufführungen, beide Solis- ienpaare überzeugten so sehr, dass dieser jeitgenössischen Musik vom Publikum ztarkes Interesse entgegengebracht wur- de. Schade aber bei beiden, dass sie trotz Jes lebhaften Beifalls zu keiner Zugabe sich entschließen konnten, obwohl für heide Kombinationen reizvolle Komposi- tionen geschaffen wurden. Schnittkes Werk stand bei den NDR- ginkfonikern die vierte Sinfonie von Jo- hannes Brahms gegenüber: eine eher be- zienungslose Verbindung., will man nicht ßrahms’ formale Barockanleihe im Cha- conne-Finalsatz bemühen, um darin eine Korrespondenz zu Schnittkes Stiladapti- on zu sehen. Was allerdings beide Auf- führungen auszeichnete, war eine kon- zentrierte Wiedergabe, die Schnittkes Werk stark gefühlvoll wirken ließ. Und das fand eine Entsprechung bei der Auf- führung des Brahms-Werkes, das zu Lü- hecks Festival für diesen Komponisten wenige Tage später passte. Selten hat man die NDR-Musiker unter ihrem Chef Christoph Eschenbach so weich und klangselig erlebt wie hier. Schon der Be- ginn ließ aukhorchen. Betont langsam und nnd im Klang ließ Eschenbach musizie- ren. Selbst das Forte klang dezent und zu- rückhaltend: ein wahrhaft romantischer, fast versonnener Brahms. Das Programm der Lübecker dagegen war vielfältiger. Konsequent zeigte es im ersten Teil die Abkehr von der klassisch- romantischen Schule, wie sie im Impres- sionismus zu finden ist. Davon zeugte ex- emplarisch Claude Debussys ,.Prélude à l'après-midi d'un faune“ am Beginn. Über Igor Strawinskys neoklassizistische Auseinandersetzung mit der Vergangen- heit, die sein Concerto in Es „Dumbarton Oaks“ kür Kammerorchester belegte, kührte es dann zu Alfred Schnittkes Con- certo, das auf ganz andere Weise sich mit Historischem in unserer Zeit auseinander setzt. Diesen drei Werken stand dann nach der Pause Franz Schuberts B-Dur- Sinfonie Nr. 5 Legenüber. Sie diente als klanglicher Beleg dafür, wovon sich das 20. Jahrhundert abgekehrt hatte. Rüdiger Bohn, noch im letzten Jahr Erster Kapellmeister am Theater Lübeck, hatte hier nun ein sinfonisches Nachspiel, das ihn als sehr sorgsam gestaltenden Di- rigenten zeigte. Ohne Dirigierstab modu- lierte er bei Debussy die empfindsamen Wendungen (hervorragend Thomas Bier- manns Flöte und Johannes Brüggemanns Oboe), erreichte Klang und Atmosphäre, die ein wenig zu breit sich dehnte. Stra- winskys Kammermusik mit den 15 In- strumentalisten war blendend musiziert, allerdings in dem großen Raum etwas verloren, zumal sehr klangschön, eigent- lich zu klangschön. ohne Spitzen und Ecken musiziert wurde. Dagegen konnte sich Schnittke im Wettstreit der Gruppen besser behaupten. Vberraschend klangreich und belebt, mit feinen dynamischen Bögen wurde dann zum Schluss Schuberts Sinfonie in- terpretiert. Das Orchester kolgte Bohn mit großem Einsatz. Langer Beifall auch hier kür eine intensive Wiedergabe. Arndt Voß Johannespassion aus neuer Perspektive in St. Marien Wieder einmal hatte sich in St. Marien eine große Hörergemeinde eingefunden, um die Johannespassion im Rahmen des Karfreitagsgottesdienstes in St. Marien zu hören. Sie hatten sich auf neue Per- spektiven und Klangeindrücke einzustel- len, denn Marienkantor M. D. Müller hat- te seine Kantorei in die Bergenfahrerka- pelle und das Marienorchester davor un- ter die große Marienorgel gestellt. Immer wieder wurde in den letzten Jahren darüber diskutiert, wie man unter den in St. Marien herrschenden akusti- schen Bedingungen zu einer besseren Klangabstrahlung kommen könne. Für die nun am Karfreitag ausprobierte Lö- sung spricht vieles, wird doch der Klang des Chores von den Seitenwänden und der Decke der Kapelle besser abgestrahlt. was dazu führt, dass sich der Chor sicher besser hört und der Klang viel präsenter bei den Hörern ankommt. Dies hatte für Müller aber auch Konsequenzen für die Interpretation der Passion. Musik Müller nahm die Choräle und die Volkschöre in der Regel in straffen Tem- pi. Nur in einigen Chorälen hielt er Tempo und Klang zurück. Dadurch er- hielt z. B. der von Bach ins Zentrum der Passion gestellte Choral „Durch dein Ge- kängnis, Gottes Sohn ...“ besonderes Ge- wicht. Die Tempowahl wirkte sich auch in den Volkschören positiv aus, da die Kna- ben nun besser die Spannung halten konnten. Und trotzdem blieben die Chöre zumindest in den ersten Reihen gut durchhörbar. Dazu trug auch die Tatsache bei, dass die Sopran- und Altstimmen nicht dominierten, wie dies oftmals der bei Kantoreien mit starkem Übergewicht der Frauenstimmen der Fall ist. Hier wa- ren auch die Tenor- und Bassstimmen des Chores und erfreulicherweise auch die sonst kaum zu vernehmenden, von Bach keineswegs nur als Begleitstimmen kon- zipierten Instrumente in den Volkschören deutlich zu vernehmen. In das Klangbild aus schlank musizie- rendem sowie in allen Stimmen gut be- setztem Marienorchester und der Kna- benkantorei fügten sich die fünf Solisten gut ein. Raphaela Mayhaus ließ ihre schlanke Sopranstimme in ihren beiden Arien schön zu Geltung kommen und LE- staltete ihre Partie mit großer Musikalität. Christa Bonhoff verfügt ebenfalls über eine in allen Lagen angenehm klingende vibratoarme Stimme,. die sie in ihren Ari- en ausdrucksvoll zur Geltung brachte. Axel Scheidig. mit den Christuswor- ten, und Thomas Thomaschke in den weiteren Bassrollen wussten ebenfalls stimmlich zu überzeugen. Nur einzelne für die Passionsgeschichte wesentliche Passagen wurden von ihnen mit besonde- rem Ausdruck gesungen, was diesen noch mehr Gewicht verlieh. Diese mehr auf den Bericht der Passionsgeschichte. als deren dramatische Ausgestaltung gerich- tete Interpretation lag auch in der Intenti- on des Evangelisten Dantes Diwiak. Er gestaltete seine Partie mit schöner Stim- me, wobei besonders die angenehme Höhe sowie die deutliche Aussprache her- vorzugeben sind. Hat sich die Mühe der Umorientie- rung in St. Marien also gelohnt? Vom rein klanglichen Aspekt her gesehen. und dies ist bei Musik entscheidend. auf jeden Fall. Und der Verlust des schönen Blicks auf den Chorraum von St. Marien wird zumindest durch den Blick auf das Fens- ter der Bergenfahrerkapelle mit dessen „Lichtspielen“ teilweise aufgehoben. Arndt Schnoor Libeckische Blätter 2003/10 157
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