Full text: Lübeckische Blätter. 2003 (168)

Lübeck auf Lateinisch Schatten von St. Marien erinnert also noch heute manche repräsentative In- schrift an die früheren Bewohner, ihren kaufmännisch geprägten Bürgerstolz und ihr festes Gottvertrauen. - Ein Jammer wäre es. wenn die alte Portalinschrikt, die zuletzt das Schabbelhaus zierte, ihr künf- tiges Leben als ein verborgener Schatz im Dunkel der Katakomben des Amtes für Denkmalpflege fristet - gleichsam dem Verkehr entzogen, dessen sie ebenso bedark wie des Sonnen- und Augenlichts. Die Inschrift sollte ihre einprägsame Le- bensweisheit wenn nicht an ih- rem letzten Ort am Schabbel- haus, so doch an geeignetem | Platz. woran es in der Stadt | nicht kehlt, vielleicht mithilke einer Tafel, die das heute notwendig Wis- weitergeben - SENS Werte dem Clasen ent- nimmt. Das Buch .,.Verkannte Schätze“ enthält nicht weniger als 105 Inschriften aus einem Zeitraum von fast 700 Jahren Lübecker Geschichte (1310- 1984). Alle hier dokumentier- ten historischen Zeugen sind noch heute in der Hansestadt erhalten - sei es in den großen Kirchen der Innenstadt oder an und in öffentlichen sowie auch privaten Gebäuden. Hätte Adolf Clasen die viele Genera- tionen lang in der Hansestadt bewahrten Schätze nicht ge- borgen, so wäre vielleicht schon bald niemand mehr imstande, auch nur ihre Buch- staben zu entziffern, ihren Wortlaut zu lesen oder gar ihre Bedeutung zu verstehen. So- mit wären die lateinischen In- schriften über die Jahre Stmm geworden und hätten jeden " Sinn verloren, und zwar in mehrfacher Hinsicht; denn viele Buchstaben und Wörter sind aufgrund ihres unge- wohnten, jahrhundertelang im Schriftbild veränderten und unserem Auge nicht ver- trauten Äußeren für uns kaum mehr zu entziffern. Zudem ist das Lateinische nicht nur immer mehr aus dem Alltag verdrängt worden, sondern auch als Schulsprache zunehmend in den Hintergrund getreten. Hinzu kommt, dass kaum jemand, der das Latein der römischen Antike noch gelernt hat, das (Neu-)Lateinische aus der Zeit EFF O YToLLircun am Fuß eng, dann gleichmäßig oben neben Orname nt und He raldik kaum noch Platz findet des Humanismus, das etwa vom I6.-18. Jahrhundert in Deutschland in vielen Be- reichen des öffentlichen Lebens präsent gewesen ist, auf Anhieb wird verstehen können. Zum besseren Erfassen des Tex- tes der Inschriften bedarf es mitunter auch manchen Detailwissens in lokaler, regio- naler und überregionaler Geschichte ein- schließlich der Personengeschichte; und nicht zuletzt bleiben einem Leser, der ) M LEGEHM ud. S0hn Derrdie ishthn ſiſis ud Semen: Frbeu.Er lch * [ORTIS-TU-CHRISTO NÄTERE: TUS (;. nicht über intime Kenntnisse der lateini- schen Sprache und Literatur verfügt und noch dazu bibelfest ist, die Augen gleichsam verbunden. - Ohne einen viel- seitig talentierten Cicerone irrten wir also angesichts der Inschriften orientierungs- los in der Stadt umher - ob nun Touristen oder einheimische Fremde. Den Inschriften selbst räumt das Buch breiten Raum ein. Fünf Abschnitte wid- men sich je einer der Kirchen: St. Marien, dem Dom, St. Jacobi, St. Aegidien undg Katharinen. Ein sechster t gilt den Prof, nen Bauten: Knappe. inform: ative Einf, di rungen Zu jedem Abschnitt geben Ih s erste Orientierung und ordnen die wis tigsten Inschriften in ihren historisch, ( und kulturgeschichtlichen Zusamme, d hang ein. Ihre Präsentation erfolgt jeweils dur, die Wiedergabe des lateinischen CB. \ . 3 CRKT EST: TECTASED: roga | | + UL / i Grabplatte des Domherrn August Meier (1676), das Distichon geschrieben, während der Vers und seine stilistisch keinfüh, LE Übersetzung ins Deutsch. die das elegante Flair der Lit ratursprache Latein erahn, lässt. Einen besonderen üsth. tischen Genuss bilden dah. die daktylischen Hexamey ! und elegischen Distichen, ; i denen Clasen auch das Veh, mal) der lateinischen Vorlag in seiner deutschen Übersz zung kunstkertig beibehält g, wie ganz besonders die Urq . MM oberstes i manistiscb angelegte heilsgeschichtlich Sequenz von elk farbigen Bil. tafeln und je einem gelehrt, Distichon im Singechor VO St. Aegidien. Fulznoten enthalten kur as der 4 i einer Sch und bündig die nötigen Erk; rungen, wie z. B. biblische uni antike Quellen, historisch. Daten und Fachbegritte. hy von Johann Manzewski Li zeichneten Grundrisse der kj; chen mit den Fundortziftg, der Inschriften und 25 Abbil dungen lockern den Band au und versetzen den Leser in dj Lage, sich die Inschriften aug in ihrer realen Umgebung yq; zustellen. Eben diese beny. zerfreundlichen Merknyj machen das Buch auch fji Einheimische und Tourist zum stadtbummeltaugliche Lübeck-Führer. So wird dy Autor seiner Absicht. „eine praktischen Wegweiser y schaffen“, in der Tat gerech Darüber hinaus ist es ihm se. lungen, durch wohl dosierte Erklärunge; und den engen Quellenbezug ein wisten schaftlich fundiertes lebendiges Bild ds Geschichte Lübecks zu skizzieren. De Zugang hierzu erschließt dem Leser de übersichtlich organisierte Anhang mitsej nem gut platzierten und überlegten Sy; tem der Hinweise, Verzeichnisse und Re gister, wie z. B. der Abkürzungen, Perso nennamen und Gedichtsanfänge sowi auch der weniger vertrauten Begrifle qy für 18 100 Lübeckische Blätter 2003! r aussd agekr lie t auk eil gchrikten § | zeitraum V [I überlege i q vorbei auk nach güde: ve Inschri! ! vor den a yorden is (lasen b. & pauptport: Jer Univel nrema lex jung des V 1 Ort in Lül 1 klärt un zpruch hal pus 3,8) kc Lüb P.: kri verichtes. t Alter von b.. Al rug Ende | waren arb Auf d wird durc! | perstört. 06. Bürge! Le 11s Beisit stand der Die S: Marien be 07. Die M digt 13 herrscht Kurzarbei In Tra U 22227 Lübeckische
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