Full text: Lübeckische Blätter. 2003 (168)

150 Jahre Handelskammer T | wn q .. . Im Jahre 1764 entging die Petrikirche nur knapp einer Brandkatastrophe. Schon bald darauf hatte sich das bunte Marktleben wieder normalisiert ne Altefähre (hier hatte schon im Mittelal- ter eine Travefähre bestanden) eine Baumsperre, die quer über den Fluss ge- spannt wurde. Die Schiffe wurden an Strompkählen vertäut, zum Laden oder Löschen (Entla- den) der Handelsgüter machten sie an gro- Ben, im Wasser schwimmenden Uferpräh- men fest. Da das Fahrwasser sehr flach war, luden die meisten Schitfe einen Teil ihrer Ladung bereits auf Reede (geschütz- ter Ankerplatz vor einem Hafen) vor Tra- vemünde aut offene, kleine Hafenfahr- zeuge („Leichter“) zur Verringerung des Tiefganges um. Die Ladezeit betrug normalerweise zwei bis drei Wochen, die Flussfahrt die Trave hinauf dauerte ungefähr genauso lange, da sich die Schi- fer mühsam von Strompfahl zu Strom- pfahl „haspeln“ mussten. Lediglich an den engeren Stellen konnten Pferde zum Trei- deln eingesetzt werden. Nur mit Hilfe von Lotsen konnten die Schiftker die gefährli- chen Sandbänke in der Travemündung („„Plate‘’) und im „Breitling“ („„Bretling‘‘) zwischen Herrenfähre (der jetzigen Her- renbrücke) und Schlutup passieren. 1782 wählte der Rat erstmals aus vier von der Schiftfergesellschaft für dieses Amt aus vorgeschlagenen Amtsbrüdern einen sogenannten „Wasserschout“ (nie- derländisch schout = Schulze). Laut An- ordnung oblagen ihm die folgenden Pflichten: Er hatte auf die Einhaltung der Verträge zwischen Schiffern und Mann- schaft zu achten, schlichtete bei Streitig- keiten, vermittelte den Schiffern ihre Be- satzung, führte ein Register aller Seefah- rer und stellte ihnen die erforderlichen Papiere aus. Ein wirklichkeitsnahes Bild vom Lü- becker Hafen 1774 gibt und I. P. Wille- brand in seinem in Hamburg erschiene- nen Buch „Lübecks Ansehnlichkeiten für einen Ausländer beschrieben“ wieder: „Der zweyte angenehme Spazier- Gang in Lübeck ist am Uker der Trave, vom Holsten- bis zum Burg-Thore. Die linke Seite dieses Spazier-Weges an der Trave ist durchgängig mit Schiffen bede- cket, die hier angebunden liegen, um ent- weder Güter auszuladen, oder solche ein- zunehmen, oder auch aut ihren Schiffen diejenigen Waaren zu verkaufen, die sie anhero gebracht haben. Da nun dies,, sehr viele Arbeits-Leute, Träger und m, trosen beschäftigt, auch die Zahl der Ki. fer oft nicht gering ist: So ermessen Ü von selbst, dass hier ein beständiges Q, wühl von Menschen seyn müsse, kom nun noch hinzu, dass die Schikker Matry. sen und Kaufleute, welche hier mit un neben einander zu thun haben, baldg I Russischer, bald in Finnischer, bald ; Schwedischer, bald in Dänischer Sprach, sich untereinander zuruken, oft miteing der Scherzen, noch öfter aber sich mitein. ander Zanken, auch dass oft ein ruzz scher Pope, noch öfter aber der knotig, Stock eines russischen Ofkkiciers deh Zwist berauschter Matrosen entscheidt; so dark ich Ihnen nicht erst versichen, dass dieser wohlgepflasterte Spazierweg, an der Trave, nicht weniger eine Vorzügli. che Annehmlichkeit sei.“ Als Franz Il. aus dem Hause Habsby, die deutsche Kaiserkrone 1806 niederleg. te, hörte das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ auk zu bestehen. All Reichsmitglieder wurden ihrer Pflichte, gegenüber dem Kaiser entbunden. Diese, folgenschwere Schritt war die Antwqy auf die Bildung des von Napoleon gefÿr. derten Rheinbundes gewesen. Die nach der Neugliederung des Reiches 180z noch verbliebenen sechs „freien“ Städt. konnten sich ihrer Unabhängigkej keineswegs sicher sein. Die Niederlegung der Kaiserkrone aber machte die reichs. freien Städte zu „vogelfreien Repubii. ken“. Die Souveränität des untergegange. nen deutschen Reichs ging nunmehr ayf die einzelnen Gliedstaaten über. Die dre Hansestädte Bremen, Hamburg und Li beck bemühten sich, die untergegangene Reichsfreiheit in zeitgemäßer Fory staatsrechtlich wieder aufleben zu lassen und zugleich „ewige Neutralität“ zu wah. ren. Zu diesem Zweck wurde I 806 aut An. regune Hamburgs eine Hanseatische Konferenz abgehalten, auf der der Wunsch der drei Städte nach UVnabhin- gigkeit, Neutralität, Handelsfreiheit und Frieden bekundet wurde. Doch der Wunsch, von den weltpolitischen Ge. schehnissen unbehelligt zu bleiben, er wies sich in einer kriegerischen Zeit als eine Illusion. In der nächsten Ausgabe lesen Sie: Franzosenzeit und Aufbruch der verkrusteten Verhältnisse (1806-1871) 92 Lübeckische Blätter 2003/6 Ir77 Plattdi [mil jun Hen! De P harr inla Nolde i pienstag Farven c 6 hannig ' meinnüt: ganZ sek ME Jattclüül een? Ja. gen! De mas Car He 1: ßuurnhc Landsch hett. In § föhrt in groten N Mi i: wat för deit. Bi ! an. As warrn u Ben Aucl Club B Musiksc walt Mi im Aud ein Ber begann Friedric ensemb von der Aus zwei M Teilnah Petersb tierendt alle tra Prozent fließen Das werken instrun Konzel tung VC dotiert Iynovs] rer Mi Vieuxt Lübeckis:
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