Full text: Lübeckische Blätter. 2002 (167)

Faszination Schnitger-Orgel Die Arp-Schnitger-Orgel in Göteborg Auf der Suche nach einer passenden Kirche bot sich die in dem Stadtteil Ör- gryte gelegene neue Kirche, die soge- nannte Örgryte nya kirka als geeigneter Raum an. Die im Stile der Neogotik im Jahr 1890 eingeweihte Kirche sollte als Gemeindekirche aufgegeben werden. Das Projekt rettete die Kirche, die in ihren Abmessungen an der Westwand einer Or- gel von der Größe der Lübecker Domor- gel Platz bot. Da die Kirche jedoch in ei- nem baulichen Zustand war, der eine Auf- stellung der Orgel nicht zuließ, machte man aus der Not eine Tugend und initiier- te mit Hilfe des Arbeitsamtes Beschäfti- gungs- und Ausbildungsprogramme für Handwerker. Hierdurch erstrahlt jetzt die Kirche mit ihren originalen Wandmale- reien und Deckenanstrichen und mit einer Ausstattung, die weitgehend jener der Er- bauungszeit entspricht, wieder in ihrem altem Glanz. Bei der Renovierung der Kirche wurden, wie auch später beim Bau der Orgel, alte Handwerkstechniken an- gewandt. Parallel zur Renovierung der Kirche wurden norddeutsche Orgeln Arp Schnit- gers und seiner Vorgänger untersucht und in ihren Maßen und orgelbaulichen Be- setzt und intoniert, d. h. in ihren klangli. chen Eigenschaften auf den Raum abge. “! stimmt. Alle Details, mechanischen Vor. + richtungen der Orgel wurden fertig ge. stellt und eingepasst sowie die Hol,. schnitzereien in den Prospekt eingefügt Intensiv wurde 1999 in der Orgelfor. schungswerkstatt und in der Kirche gegr. | beitet, wurden Simulationen mit einer ge. füllten Kirche im Hinblick aut eine even. tuelle Anpassung des Winddrucks und der Intonation durchgeführt. Die Orgel wurde schließlich im August 2000 während der Internationalen Göteborger Orgelakadg. mie durch I.K.H. Prinzessin Desirée ein. geweiht. Ausgeführt wurde dieses einzigartige , Projekt von der Universität Göteborg, der Musikhochschule und der Abteilung für Musikwissenschaft in Zusammenarbeit mit der Universität für Technologie | Chalmers. Staatliche Forschungsgelder Fonds von verschiedenen Forschungsor. ganisationen zusammen mit Fonds der Schwedischen Handelsbank sicherten die Finanzierung des Orgelbaus. Die Gesamt- kosten für dieses Projekt, die Forschung eingeschlossen, beliefen sich auf zirka T vier Millionen US-Dollar. sonderheiten dokumentiert. Selbstver- ständlich stand dabei auch immer der As- pekt des Orgelklanges im Mittelpunkt, denn eine entscheidende Frage des ge- samtes Projektes war: Warum klingen historische Orgeln vielfach umso vieles besser als moderne, und wie können wir diesen wunderschönen Klang, der den großen norddeutschen Meistern in den großen Hansestädten zur Verfügung stand, nachschaffen oder ihm wenigstens so nahe wie möglich kommen? Im Verlauf des Projekts wurde klar, dass die Erfüllung des ursprünglichen Ziels der Rekonstruktion eine viel gründ- lichere und umfassendere Forschung er- forderte, als es jemals zuvor in Verbin- dung mit Orgelbau der Fall war. Hervor- ragende Orgelbauer (Mats Arvidsson, Schweden; Henk van Eeken, Niederlan- de; Munetaka Yokota, USA) kooperierten zusammen mit Orgelforschern, Spezialis- ten für Akustik, Materialtechnologie und für Thermo- und Strömungsdynamik. Professor Dr. Hans Davidsson zeichnete für das Projekt verantwortlich und Pro- fessor Harald Vogel. Deutschland, war Projektberater. Nach und nach wurden die 4.000 Pfeifen der Orgel gebaut, einge- Was kann das Göteborger Projekt für Lübeck bedeuten? Der Bau der Göteborger Orgel hat ge- zeigt, dass das klangliche Resultat über- wältigend ist und man das Ziel der Re- konstruktion einer norddeutschen Ba- rockorgel auf höchstem künstlerischen und handwerklichen Niveau unter An- wendung wissenschaftlicher Forschung erreicht hat. Das Instrument steht seither im Mittelpunkt der alle zwei Jahre statt- findenden Göteborger Internationalen Or- gelakademie, zu der Organisten, Musik- wissenschaftler und Orgelbauer aus aller Welt anreisen. Die Orgel ist in das Unter- richtskonzept der Göteborger Musik- hochschule eingebunden und bietet den Studenten wunderbare Möglichkeiten der Erprobung der barocken Spielpraxis. Durch seine vielfältige Orgellandschaft reiht sich Göteborg zusammen mit Tou- louse, Lissabon, Innsbruck, Roskilde, Freiberg/Sachsen u. a. in den Verbund der europäischen Städte mit historischen Or- geln ein (European Cities of Historic Or- gans - Europae Civitates Historicorum Organorum/ECHO). Könnten wir bei ei- ner Rekonstruktion der Schnitger-Dom- orgel in Lübeck nicht von den in Göte- borg gesammelten Erfahrungen profitie- ren und an das reiche musikalische Erbe 62 Lübeckische Blätter 2002/5 wr unserer verluste schmerz mit endl könnte € lebbar 82 weltwell als Stad! sik, grür sinnen r rung al: Dozent hochsch gen, wie untersch schieder s0 genar Mie von Pro; Konze Der brannte cker Dc Notdäclk glasung 1951 wi Gottesd. ruinöse Aussen\ mit ein hinter d Dier 05.03 12.03 Zun Senio Progr Sonn Begit Tanz Lydis Karte Vorve Lübeckisc
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