Full text: Lübeckische Blätter. 2002 (167)

Ausstellungen / Veranstaltungen Bei so viel Pep wirkt Fades freilich extrem fade: Edith Holtz-Rabers ,„„Spiege- lungen“ bringen in Öl und Eitempera und in äußerst langweiliger Manier Obst auf den Tisch, Jan Ording buchstabiert in alt- bekannter Weise marodes Mobiliar im Kontext mit kaputter Umwelt nach. Hei- ner Kühn malt in dumpten Farben schrot- tige Fabrikanlagen, ohne erahnen zu las- sen, warum, und Walther Kunau scheint sich ganz und gar im Nebel seiner nebulö- sen Bildthematik verloren zu haben. In der ohnehin schwach besetzten Sparte Plastik sieht es nicht besser aus. Claus Görtz lässt in einer Kleinplastik höchst konventionell „Läufer“ laufen; noch we- niger vermag Sven Schöning mit seinem gequälten Realismus („Der Mantel“, be- malter Gipshohlguss) zu überzeugen. Einiges fällt aus dem Rahmen, bildlich gesprochen. Andreas Weissen- burgs „Tüpkteltierchen“ bewegen sich mit raffiniert arrangierten Versatzstücken auf den Spuren des großen naiven Henri Rousseau. Besonders beeindruckend ist Weissenburgs Umgang mit dem Phäno- men Schatten, den seine Bildelemente nicht etwa werfen, sondern schicksalser- geben mit sich herumtragen. Ein toller Regie-EFinfall. der inhaltlich in ungeahnte Tiefen überleitet. Im solide besetzten Mittelfeld der Janresschau 2002 gibt es manche interessante Begegnung, etwa mit Hanne Kühners sublim durchstruktu- rierten Mischtechniken, mit Thomas Kochs suggestiv übermalten Fotos ost- deutscher Tristesse oder mit der geradli- nig und eiskalt auf Kurs gebrachten See- kahrtsromantik von Gunther Fritz. Die Jahresschau ist für alle in und um Lübeck arbeitenden Künstler offen. Der Andrang ist jedes Jahr enorm. In diesem Jahr reichten 91 Künstler 348 Arbeiten ein. Die Jury unter Vorsitz von Rainer Wiedemann wählte 118 Werke von 57 Künstlern aus. davon waren allein 29 Gäste der Gemeinschaft Lübecker Maler und Bildhauer. Peter Holm „Es ist ein Ros’ entsprungen“ Graphik und Handzeichnungen von Dürer bis Overbeck im Museum Behn- haus Lübeck ist in diesen Tagen zu einer Stadt der Fassadenkletterer geworden. An Seilen, auf Leitern hangeln sich rot-weiß- gewandete Greise empor zu Dächern und Schornsteinen, Symbolfiguren der Weih- nachtszeit. Und Weihnachtsmärkte über- bieten sich, Essbares und Aukstellbares, hängendes Design anzupreisen, Ge- schmackvolles - schließlich lässt sich nichts gegen gebrannte Mandeln sagen - und Geschmackloses. Da hat das Museum für Kunst und Kulturgeschichte in seine Bestände ge- grikken und aus seiner graphischen Sammlung 45 Exponate zum Thema der Geburt Christi - Holzschnitte, Kupkfersti- che. Radierungen, Bleistiftzeichnungen, Aquarell- und Temperamalereien vom I15. bis zum 19. Jahrhundert zu einer Ausstel- lung zusammengefasst, welche die laute, grellbunte Welt vor den Museumstüren vergessen lässt. Vielleicht gelingt es, mit dieser schönen Sammlung den hohen An- teil an Unwissenheit vor allem bei Kin- dern zu senken über den Sinn des Weih- nachtsfestes. Die Präsentation in den Parterreräu- men des Drägerhauses, die sich sachge- recht verdunkeln und beleuchten lassen, ist chronologisch geordnet. Der erste Raum zeigt aufgeschlagen eine Seite mit der Miniaturmalerei einer Madonna mit dem Spinnrocken. Das Jesuskind hält die Fäden in den Händen, eine schöne, sym- bolische Darstellung. Mit der Renais- sance erreicht die Naturbeobachtung den Vorrang. Dürer-Radierungen und Holz- schnitte zeigen kostbare Beispiele, z. B. Dürers „Madonna mit der Meerkatze“. Der Affe wird als Verkörperung aller bö- sen Triebe des Menschen warnend ins Bild gebracht. Von Dürer weiß man, dass sich der Künstler eigens ein solches exoti- sches Tier als Modell hielt. Der zweite Raum, dem 17. und 18. Jahrhundert ge- widmet, zeigt außer italienischen Meis- tern (2. B. lavierten Federzeichnungen) zwei Radierungen von Rembrandt: „Ma- ria in den Wolken“ und die „Flucht nach Ägypten“. Die kleinen Blätter zeigen die malerisch-atmosphärische Auffassung des großen Meisters ebenso wie man sie auf seinen Gemälden findet. Das 19. Jahrhundert ist im dritten Raum und den angrenzenden Kabinetten präsent. Unter anderem wird das Weih- nachtsmotiv schlechthin gezeigt, von Ludwig Richter „Die Christnacht“, eine teilweise aquarellierte Federzeichnung von 1855. Doch daneben mahnt die poli- tische Kehrseite der Medaille: eine Blei- stiftzeichnung von Theodor Rehbenitz, der mit Äxten ausgeführte „Bethlehemi- sche Kindermord“. Zu der bedeutenden Sammlung unseres Museums mit Expo- naten des 19. Jahrhunderts zählen die Kunstwerke der „Nazarener“ und ihr Um- feld. Die großformatige Zeichnung von J. Sch. von Carolsfeld „Anbetung der Köni- ge“, 1811, zeigt vollendete Technik. Er galt als der beste Zeichner unter seinen Malerfreunden. Selbstverständlich fehlt J. F. Overbeck nicht. Zeichnungen, Kopi- en nach Renaissance-Meistern, verweisen auch auf die Gemälde des Lübecker Künstlers, die man im Behnhaus ein Stockwerk höher betrachten kann. Leider ist dieser große Rundgang et- was beeinträchtigt für die Besucher durch einen Wasserschaden im Gebäude vom 11. Dezember 2002, der glücklicherweise keine Kunstwerke betroffen hat. Die sehr sehenswerte Ausstellung mit den Weih- nachtsmotiven von Dürer bis Overbeck ist vom 17.11.2002 bis zum 5.1.2003 zu sehen. Der Eintritt ist zur Zeit ermäßigt. Gerda Schmidt Bilderhaus Bornemann erinnert an Karl Gieth „Von Riga nach Rio“ ist eine Ausstel- lung im Bilderhaus Bornemann betitelt, die an die Reise- und Zeichenlust von Karl Gieth erinnert. Der Lübecker Maler und Grafiker, der am 6. März vergange- nen Jahres im gesegneten Alter von 96 Jahren verstarb, war ein Zeichner der al- ten Schule; viele seiner Reiseskizzen wir- ken fast „altmeisterlich“. Die Ausstellung zeigt jedoch auch Arbeiten, die von einer freien, in die Abstraktion weisenden Handschrift beflügelt sind: Sie erinnern an den anderen Karl Gieth, den zum Ex- periment neigenden Künstler, der auch im hohen Alter auf mancher Jahresschau der Gemeinschaft Lübecker Maler und Bild- hauer mit seinen munteren Formspielen in Stillleben und Landschaften für Über- raschungen sorgte. Die Ausstellung im Bilderhaus Bornemann, Aegidienstralße 35, läuft bis 31. Januar 2003 (Di-Fr. 16-19 Uhr, Sa 14-17 Uhr). ho Veranstaltungen Weihnachtsfeier der Lübecker Musikschule Wenn Helmut Wischmeyer als neuge- wählter Direktor der Gemeinnützigen Ge- sellschaft - angeregt durch die Ergebnis- se der Pisa-Studie - in seiner Rede auf der Beratungsversammlung sagte, die Gesell- schaft solle sich „künftig wieder mehr mit Bildungsaufgaben beschäftigen“, zielte er damit auch auf das Wirken der Lübecker Musikschule hin. Sie hat ihr Unterrichts- angebot neben Musik und darstellendem Spiel durch Einbeziehung von Kursen im Kunstunterricht wesentlich erweitert. Die Gewichtung dieses Angebots wird 356 Lübeckische Blätter 2002/21 dad Vorg Ren. cker Räu; nelle Schi Lehl: lichl thisc der nen Star; VErv de d tert meil tern Sacl In I Kan Gruzj bis kür 2 es B XOPI Lied ters Stin Schi Aufk -Töc Grik schu nacl Vor; tier‘ sang drei Aus te‘, spar Mus der men Tai Dir 8ZEI ist, 1 nocl Cho vem dass Lübec
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