Full text: Lübeckische Blätter. 2002 (167)

Neues Totentanz-Fenster Markus Lüpertz, Entwurf zum Tympanonfenster in der Totentanzkapelle (Foto: G. H. Ipsen) Eine künstlerische Vision wurde Wirklichkeit Das neue Tympanonkenster von Markus Lüpertz in der Totentanzkapelle der Marienkirche Das Besondere der Totentanzkapelle Der berühmte Lübecker Totentanz der Marienkirche, der 1942 verbrannte, war Zeuge eines im Mittelalter sehr populären Kunsttypus: Er zeigt die Vertreter aller Stände und Gruppen im Tanz mit dem Tod. Den ursprünglichen Fries malte Bernt Notke 1463 als Verkleidung der alten Beichtkapelle im Norden von St. Marien. Das mehr als 32 Meter lange Leinwandge- mälde unterschied sich von allen anderen Totentänzen jener Zeit dadurch, dass es den Tanz der Sterbenden und der Todesfi- guren mit dem heimischen Stadtportrait und der ostholsteinischen Landschaft kombinierte. Dadurch war das Thema des Sterbenmüssens in die eigene vertraute Umgebung geholt und konnte suggestiv auf den Betrachter wirken. Sicher war das Expressive des Gemäldes nach 1700 stark eingeschränkt, da der mittelalterliche Leinwandfries 1701 komplett durch eine Kopie ersetzt wurde. Der Kopist hielt sich zwar recht genau an seine spätmittelalter- liche Vorlage, konnte aber die elementare Kraft des Originals bei weitem nicht errei- chen. Einen Eindruck von der ursprüngli- chen Wirkung des Totentanzes von St. Marien kann heute noch das Revaler To- tentanzfragment in Tallinn vermitteln; diesen Totentanz hat Notke nach dem Lü- becker Vorbild wohl um 1500 angekertigt. Aber auch die barocke Kopie von 1701 ließ die Totentanzkapelle für zweieinhalb Jahrhunderte als etwas Besonderes er- scheinen. So hat der traditionsreiche Ort bis in die jüngste Gegenwart Maler, Kom- ponisten und Dichter angeregt. Schon bald nach der Zerstörung des Gemäldes in der Nacht zum Palmsonntag 1942 entstand der Wunsch, das eindrucks- volle ungebrochen aktuelle Kunstwerk zu ersetzen. Neue Entwürfe scheiterten aber. Und auch der immer wieder geäußerte Gedanke, ein Gemälde getreu nach den alten Schwarzweißfotos von Wilhelm Castelli auf die Wand zu bringen, wurde schließlich fallen gelassen, da es nicht ge- rade erstrebenswert war, nach der Kopie noch eine weitere Kopie anzukertigen. Glücklicher erschien da der Entschluss, das Thema Totentanz durch einen zeitge- nössischen Künstler neu zu gestalten. Die- ses geschah bald nach dem Krieg durch Alfred Mahlau. Ihm gelang eine hervorra- gende Umsetzung, sowohl formal als auch inhaltlich.' Angeregt durch das Figuren- Repertoire des alten Lübecker Frieses und ! Dorothy von Hülsen, Alfred Mahlau. Die To- tentanzfenster der Marienkirche in Lübeck, in: Der Totentanz der Marienkirche in Lübeck und der Nikolaikirche in Reval (Tallinn). Hrsg. von Hartmut Freytag, Köln, Weimar, Wien 1993, S. 385-401. 344 Lübeckische Blätter 2002/21 befkli des I Entv Reig die t tanz] ckel: silhc nach ckeli1 desg Gew Flan zum geht als € stilis Reig Pe, é sich halb Kinc Tote im I DEC Höh etws rung alter durc Bish meist und Que lich gant Reg; statt kast 70etr iert - emp das | ten nonlt deut der Fen: beid schr wan best knik harr gera De moc Wac te es Lübec
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