Full text: Lübeckische Blätter. 2002 (167)

213. Stiftungskest: Jahresbericht nachdem sich aufgrund einer bundeswei- ten Ausschreibung keine Alternative ge- boten hatte. Herr Torlitz war schon zuvor stellvertretender Leiter und bereits seit 1978 an der Lübecker Musikschule als Lehrkraft tätig. Da er neben seiner päda- gogischen und künstlerischen Ausbildung an der Musikhochschule Lübeck auch über eine Ausbildung als Bankkaufmann und graduierter Volkswirt verfügt, sind alle Voraussetzungen für eine sowohl künstlerische als auch wirtschaftlich er- folgreiche Leitung dieser Einrichtung ge- geben. Unter Einbeziehung der Kunstschule und der Kinderschauspielschule hat die Lübecker Musikschule zur Zeit eine Be- legung in den verschiedenen Fachrichtun- gen, die von 47 nebenamtlichen Lehrkräk- ten betreut werden. Gerade die leistungs- bezogene Ausbildung im Einzelunterricht an der Lübecker Musikschule konnten ju- gendliche Instrumentalisten mit ihren er- wachsenen Lehrkräften in einem gemein- samen Konzert eindrucksvoll unter Be- weis stellen. Das „Junge Kammerorchester“ dieser Einrichtung hatte im Oktober 2001 meh- rere Konzerte in Tschechien gegeben. Als Erwiderung auf diesen Besuch gastierte das Kammerorchester des Prager Konser- vatoriums im Kolosseum. Nach dem Ende des Sommersemes- ters hat die Schule eine Anzahl von Kün- digungen zu verkraften. Neben anderen Gründen ist verstärkt zu beobachten, dass wohl auch die unsichere wirtschaftliche Lage eine Rolle spielt, mit dem Unter- richt aufzuhören. Um dieses ,.Schüler- loch‘ wieder aufzufüllen. fanden im Jo- hanneum und Katharineum Informations- veranstaltungen für alle Schüler der 5. und 6. Klasse mit ihren Lehrern während der regulären Schulzeit statt. Mit dem An- gebot eines Schnupperkurses von 12 Un- terrichtseinheiten konnten 24 Schüler ge- wonnen werden. Solche Werbung muss aber verstärkt fortgesetzt werden. Die Einrichtung Lübecker Bürger- gast konnte im Berichtszeitraum gleich zwei Besuche verzeichnen. Anfang des Jahres wurde das Ehepaar Monika und Rafal Makala aus Stettin begrüßt, Frau Makala arbeitet als Kunsthistorikerin am Stettiner Nationalmuseum und interes- sierte sich in Lübeck vor allem für kunst- gewerbliche Gold- und Silberschmiedear- beiten von der Neuzeit bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Ihr Ehemann ist Kunsthistoriker und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Stettin. Für sein Thema: Ent- wicklung des Bürgerhauses in den Hanse- und Hafenstädten an der Ostsee seit dem Anfang des I6. Jahrhunderts widmete er sich insbesondere der Architektur der Bürgerhäuser in unserer Stadt. Als weiterer Bürgergast war Herr Waldemar Biss aus Kaliningrad eingela- den. Als Doktorand an der philosophi- schen Fakultät der Kaliningrader Univer- sität befasst er sich mit der Wiederbele- bung geistlicher Kultur Ostpreußens. Während seines Aufenthaltes ermöglichte es ihm das St.-Petri-Kuratorium, als Hos- pitant an der Arbeit in St.-Petri teilzuneh- men, die ein gutes Beispiel für Organisa- tion, Struktur und Methodik kultureller Arbeit am Königsberger Dom in Kalinin- grad sein könnte. Für den Theaterring hat sich der ne- gative Trend bei den Abonnentenzahlen leider fortgesetzt. Besonders betroffen ist das Schauspiel. Zwar mag die Alters- struktur des Publikums dabei eine gewis- se Rolle spielen. Als entscheidende Ursa- che wird aber die Spielplangestaltung und die Art der Inszenierungen gesehen, wo- bei die Inszenierungen wie ,Dantons Tod‘ oder „Amphitryon“ beim Schau- spiel und die moderne Oper ,Kullervo“ besonders negativ gewirkt haben. Solche Erfahrungen und auch der angebotene Spielplan 2002/03 haben manchen veran- lasst, das Abonnement nicht fortzuführen. Für die neue Spielzeit wird erstmalig ein besonderes Jugendabonnement ange- boten, das durch finanzielle Unterstüt- zung der Gesellschaft besonders günstige Preise ermöglicht, mit denen die jüngere Generation zum Theaterbesuch angeregt werden soll. Es bleibt zu hoffen,. dass die- ses Angebot mehr Jugendliche für das Theater gewinnt. Nach dem Ausscheiden von Dr. San- der aus dem ,.aktiven Dienst“ hat Frau Heike Bornholdt die Leitung des Theater- rings übernommen. Das Interesse am Senioren-Treff am Sonntagnachmittag ist nach wie vor un- gebrochen. Die Idee von Dr. Sander, Se- nioren dieser Stadt in den Wintermonaten an jedem 2. Sonntag bei Kaffee, Tee und Kuchen mit beschwingter Musik, Lesun- gen und anderen künstlerischen Darbie- tungen im Großen Saal des Gesellschafts- hauses zu unterhalten, traf auf eine Marktlücke. Das Salonorchester der Lü- becker Musikschule, Künstler der „Lübe- cker Sommeroperette“ oder die Lübecker Knabenkantorei tragen vielfach zur Pro- gerammgestaltung bei. Testamentarische Zuwendungen und Spenden haben es der Gesellschaft in der Vergangenheit immer wieder ermög- licht, in reichem Maße dem allgemeinen Wohl der Bürger Lübecks zu dienen. Die Stiftertafeln im Großen Saal legen ein be- redtes Zeugnis darüber ab. Für den Be- richtszeitraum ist zu vermerken, dass das Bestattungsunternehmen Gebrüder Müter im Wege des Erbganges auf die Gesell- schaft übergegangen ist. Die 1986 ver- storbene Anna Schultz, Inhaberin der Fir- ma Gebrüder Müter, hatte der Gesell- schaft testamentarisch bereits ihren Kapi- talanteil daran vermacht und im übrigen bestimmt, dass das Unternehmen der Ge- sellschaft zufallen sollte, sobald die von ihr als Vorerbin eingesetzte langjährige Mitarbeiterin Frau Grete Misiak verster- ben würde. Frau Misiak ist verstorben, so dass die Gesellschaft Inhaberin des Un- ternenmens geworden ist. Ein Testa- mentsvollstrecker bemüht sich zur Zeit um eine Veräußerung, wie dies testamen- tarisch angeordnet ist. Als weitere testamentarische Zuwen- dung ist der Nachlass von Herrn Rolf Wiswe zu nennen, zu dem Immobilien vor dem Mühlentor gehören. Auch hier bestent Testamentsvollstreckung, die noch nicht beendet ist. Erheblichen Anteil an dem finanziel- len Aufwand der Gesellschaft haben die unselbständigen Stiftungen. In ihnen sind Gelder festgelegt und werden ver- waltet, die vom Stifter der Gesellschaft treuhänderisch mit einem bestimmten Verwendungszweck ihrer Erträgnisse an- vertraut werden. In den Kreis dieser Stiftungen ist die Inge und Christian Boye-Stiftung ein- getreten, die Kirchenmusik am Dom, den Verein „Die betreute Grundschule am Stadtpark e. V.“ und aids- und krebskran- ke Kinder fördern will. Die Stiftung ist mit einem Kapital von € 306.775,00 aus- gestattet. Der Studienkond und in ihr die Dr.- Margarethe-Ihde-Stiftung haben zum Ziel, junge Menschen in er Schlussphase ihrer Ausbildung, aber auch zur Fortbil- dung durch zinslose Darlehen zu unter- stützen. Medizinstudenten haben die Möglichkeit, günstig im Studentenwohn- heim Moltkestraße 15 a zu wohnen. Die Vorsteherschaft hat die Vergaberichtlini- en den heutigen Bedürfnissen angepasst, und in Ausnahmefällen statt eines Darle- hens einen nicht rückzahlbaren Zuschuss zugelassen. So sind aus Fondmitteln € 13.630,00 in den Studienpool der Interna- tional School of New Media GmbH ge- flossen, der bedürftige Studenten unter- stützt und gerade in der Anfangsphase des 300 Lübeckische Blätter 2002/19 neu © Medi: keit i mit V Hüxs A! 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