Full text: Lübeckische Blätter. 2002 (167)

| p J inem l Po- Sna- men, 1 au- ] des- wenn >, auf . die total lamit rauch Nüsg- An- se ZU Staat Raum rivate turel- tzun- neue ieren. gute schen rielen tituti- 1 Ge- el auf erden t sin- 1 ZA: 1ation Zwi- tellen satio- . Wir ICkse- schen aber ie be- oder Schü- n Jah- n ver- Frage, ungen n den )olitik rf es zepte, die in nt der 2002/15 Problematisierung, sondern notwendige Lebenshilfe sehen. Bildungspolitiker verharren jedoch zumeist in vagen Formulierungen, erge- hen sich in schwer nachzuvollziehenden Begründungen und scheuen sich, klar und unumwunden Gründe für die Misere zu nennen. Hinter Redensarten, es läge nur daran, wie man gefördert würde, verste- cken sich gern lernschwache VUnwillige: in der „Penne“ herrsche Zwang, man ste- he ständig unter „Leistungsdruck“ der Pauker“. „Wer arbeite, sei doof, man sol- le lieber gleich auf Sport- oder Popstar trainieren. So mache man das grole Geld.“ Spezielle Jugendzeitschriften wie „Bravo“, die Tagespresse oder das Fern- sehen unterstützen mit ihren Klischees und Vorabendserien diese Vorstellungen. spalßkultur heißt die Devise! In der Grup- pe aut der Straße, wo man sich im Kreise Gleichgesinnter und -gebildeter stark fühlt, begeistert man sich für Markenkla- motten, für Disco-Sound, Alkohol. Niko- tin, wenn nicht für stärkere Drogen. Ein möglichst „cooles“ Verhalten ist .in“. Jugend heute Manche Jugendliche, die gedankenlos einer Fun-Gesellschaft huldigen und ei- nen Teil der Nacht in der Disco oder Kneipe verbringen, erscheinen am nächs- ten Tag überhaupt nicht zum Unterricht. Davon können Hauptschullehrer ein Lied singen. Wen wundert es da, wenn Auslän- der oft weder Deutsch lesen noch schrei ben und nur gebrochen sprechen können? Unser hochgespanntes soziales Netz ver hilft ihnen auch bei Arbeitslosigkeit zu wesentlich höherem Lebensstandard als | ihr Heimatland. Welcher dieser Jugendli chen wird noch ein Buch in die Hand neh- men, einen Kurs in der Volkshochschule belegen? Freizeit bedeutet so viel wie Konsumzeit. Der Einkaufsbummel wird zum Langeweile-Killer wie der Laden- klau, um in der Gruppe bestehen zu kön nen. Einkaufsstress, Schulden durch ge- dankenlosen Kreditkarten- oder Handy gebrauch und anreißerische Animation selbst von Bankinstituten, vor allem aber der Fernsehreklame sind die Folge. Lernen soll Spaß machen FOCUS meint, dass beinahe jeder vierte der getesteten Fünfzehnjährigen nur die Lesefähigkeit eines Grundschü- lers besitzt. Die Lehrer seien unfähig, die | Schwächen ihrer Schüler zu erkennen und zu wenig bereit, ihren Schülern bei den Hausaufgaben zu helfen. „Zeit zum Aufklaren‘“? Schon 1987 warb Schles- wig-Holsteins SPD mit dem Wahlslogan „Mit Björn Engholm macht Lernen Wie- der Spaß, ... wir werden eine Schule schaffen, in der wieder mit Lust und Phantasie, mit Neugier und gemeinsamer Zuneigung selehrt, gelernt und gelebt werden kann.“ Hand in Hand z0g damit übertriebene Liberalität im Schulleben ein. Es begann damit, dass die als antiquiert gescholte- nen „Preußischen Tugenden“ ersatzlos über Bord geworfen wurden: Ordnung, Pünktlichkeit, Pflichtbewusstsein, Ehr- lichkeit, Treue etc. galten als verpönt. Der Leistungsbegriff wurde geschmäht. Schu- le soll Spaß machen und keine „Erzie- hungsanstalt“ sein. Unter falsch verstan- dener Prämisse, „alle Menschen seien (gleich) begabt‘, zogen lasche Verhal- tensweisen in die Schule ein. Dass ein Lehrer, der die Erziehungsaufgabe des Elternhauses mit übernehmen muss, früh- zeitig aufgebraucht, ausgelaugt und pen- sionsreik ist, liegt auf der Hand und be- stimmt den Schulalltag der Pädagogen. Unterschiedliche Schulsysteme Entsprechend Begabung und Leistung der Schüler bietet Schleswig-Holstein ein weitgefächertes Schulsystem an. Ginge es nach den Eltern, wäre der Abschied von der Hauptschule längst vollzogen. Nur noch 10 % streben einen Hauptschul- PISA und die Folgen abschluss an, denn ihre Absolventen ste- hen im Wettbewerb um lukrative Jobs im Abseits. Kein Wunder, wenn die Gesamt- schule jeden Schüler lockt, indem sie ihm das Abitur verspricht. Übertriebener Re- kormeiter hat bereits in der Grundschule zu grotesken Situationen geführt. „Offe- ner Unterricht“ lautet das Modewort. Eine frühere Kultusministerin verkünde- te: „Viele Klassenzimmer sind schon in „Lernlandschaften“ umgeestaltet, um Schüler und Schülerinnen zu motivie- ren.“ Anstelle von Stundenplänen gibt es Wochenpläne mit kächerübergreifenden Themen, bei denen die Schüler ihr Tun selbst bestimmen können. „Martina malt eine Katze, Karl liest ein Comic. Werner häkelt, Michael und Susanne Iösen eine Rechenaufgabe und Mehmet verspeist genüsslich die zweite Wurstsemmel“. heißt es in einem Bericht. Doch dass „Spaß statt Stress“ nicht das Zauberwort kortschrittlicher Pädagogik bedeutet. ha- ben inzwischen viele Pädagogen erkannt. Denn wer nicht lernt, auch unter LEWis- sem Stress etwas zu leisten, den bestraft das Leben. Schulalltag Die Schule ist mit unerzogenen Schü- lern überfordert. Rektor R.: „Ein Teil un- serer Kinder ist vollkommen überbehùütet. ein anderer Teil ist verwahrlost. Die Ver- Schule in der Kritik - ist sie an allem schuld ? Lübeckische Blätter 2002/15
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