Full text: Lübeckische Blätter. 2002 (167)

>, die ?stellt keit“, Leo- deren neva] Solo elei“, “. die leppe Ilaylin s Re- gelte, eitete. anneg ‘ des Leis- stellte hnten in ei- 1 dem 1, der e Ge- s' Uni- abend n dem in der lie für ; zum iel gut nellen chsten »ppner :ombi- tionen in der ruckte zu für elzeit: I: „ein d die chung Doku- itkriti- si han- iginale .usam- tellern ützung übeck. Kaba- en-Zür en die hiedli- Reakti- onen auf den satirischen Kampt gegen die olitische Dummheit. Im Mittelpunkt der Aufführung stehen die Texte aus den Produktionen der ,„Pfef- fermühle“, für die Sigrid Dettlof und L. Christian Glockzin die Personen von Eri- ka und Klaus Mann verkörpern. Sie spie- len und singen die Sketche und Chansons und lassen die damaligen Aufführungen wieder lebendig werden, so das Duett von den Scheuklappenträgern und denen, die ihre Mäntel nach dem politischen Wind hängen oder - Sigrid Dettlofs Glanznum- mer des Abends - die Hitler-Parodie der Putzfrau Molzknödel. Die beiden Darsteller - spätestens seit „Babettes Fest“ vor einigen Jahren ein eingespieltes Duo - ziehen alle Register ihres vielseitigen Könnens. Sigrid Dettlof brilliert als kabarettistische Sängerin, be- herrscht sowohl ironisch-sentimentale Töne wie auch ein freches Parlando und kann blitzschnell wechseln. L. Christian Glockzin spielt mehr als nur eine assistie- rende Nebenrolle, abgesehen davon, dass er die Klavierbegleitung einiger Chan- sons übernimmt, dabei im Duett mitsingt - für die Arrangements zeichnet Jens Ke- telsen verantwortlich. Bei beiden, und vor allem im Zusammenspiel, wirkt jede Pointe. Das ist sicher das Ergebnis der präzisen Regie von Stephanie Kunz. die auch die unterschiedlichen Töne und Ge- schwindigkeiten gut nebeneinander setz- te: die sachliche Dokumentation des his- torischen Verlaufs, und dann a tempo die knalligen Kabarett-Texte. Das Bühnen- bild von Angelika Winter - variable Bü- cherwände und -säulen, die im Spiel ver- ändert werden, durch das Licht-Design von Migo Eichholz intensiviert, unter- stützt diese Wirkungen. „Fahrt ohne Schlaf“ ist ein anspruchs- voller Theaterabend, das gilt sowohl für die Qualität der Darstellung des combina- le-theaters, aber auch für die dargebotenen Texte in dieser Zusammenstellung. Die warnenden Töne aus den 30er Jahren sind sicher Geschichte, aber das heutige Publi- kum weiß zum einen, dass die bösen Ah- nungen der Kabarettisten der damaligen Zeit durch den Verlauf übertroffen wurden von der Nazi-Diktatur, und stellt zum an- deren fest, dass die historischen Texte von betroffen machender Aktualität sind. So ist das Lied gegen die Dummheit, mit dem der Abend schließt, zugleich eine War- nung für unsere Zeit. Unter den vielen er- folgreichen Produktionen des combinale- theaters in den nunmehr 20 Jahren seit sei- ner Gründung ist „Fahrt ohne Schlaf“ ganz sicher eine der besten. Rudolf Höppner Musik Musik Klassik pur mit Alfred Brendel Lübecks Verein der Musikfreunde konnte am Schluss seiner (finanziell be- dingt?) ziemlich blassen Folge von nur vier Meisterkonzerten in der Musik- und Kongresshalle endlich einen Weltstar vor- stellen, der gegenüber einer höchst ergie- bigen Ernte an Kammermusikkonzerten im Kolosseum, die abgelaufene MuK-Sai- son hell erstrahlen ließ. Das war dringend nötig, um schwindende Akzeptanz von E- Musik gegenüber der von Tagespresse und anderen Medien ständig penetrant hofier- ten V-Musik-Szene zu bremsen: zumal das Schleswig-Holstein Musik-Festival kür unsere Stadt auch nicht viel Aulßerge- wöhnliches in seinem musikalischen Füll- horn bereithielt. Doch haben Scharwenka- und Brahms-Festival pianistisches Inter- esse vielseitig geweckt, so dass ein aus- schließlich konservatives Haydn- Mozart- Beethoven-Programm - von Brendel vor Monaten bereits in Berlin gespielt - dem Wunsch vielerHörer entgegenkam. Alfred Brendel machte es möglich. Nüchterne Sterilität, unterstützt von völlig kahler Bühne, bei stilgerechtem Vortrag einer Haydn’schen Sonate (2- Moll XVI/44) auf mechanisch perfekt ar- beitendem modernen Konzertflügel wirk- te dennoch in ihrer Anschlagskultur faszi- nierend, vor allem für jene, die Werktreue fordern. Demgegenüber ließ Brendel Mozarts schicksalsschwangere g-Moll-Fantasie KV 397 keinesfalls wie ein Unterrichts- stückchen - wer hat sie nicht selbst LE- spielt? - vorbeirauschen. Er genoss prälu- dierende Arpeggien, zog klare Konturen, erlaubte unruhigem Figurenwerk, sich in pertektem Einsatz beider Hände abzuspu- len, und fand schließlich zum etwas ab- rupten (später hinzukomponierten) Schluss, der Vorangegangenes zur Einheit werden lielß. Doch konnte dieser kurze Vortrag nicht mit der trotzig gemeißelten Prägnanz der Sonate KV 310 konkurrie- ren. In ihr wurde die Entwicklung des rei- kenden Komponisten tagebuchähnlich ideal aufgezeichnet: Enttäuschung über Aloysia Weber in Mannheim, Tod der Mutter in Paris und Ausweglosigkeit menschlicher Existenz in Wien; Klänge, wie aus einer inneren Schau, und eine Entwicklung. wie sie uns sonst nur bei Franz Schubert begegnet. Ganz anders sah Brendel dagegen Beethovens Diabelli-Variationen, über die er als Buchautor schreibt: ..... Bei al- lem, was sie an Ernst und Lyrik, an Ge- heimnisvollem und Repressivem, an Sprödigkeit und besessener Virtuosität enthalten, sind Beethovens Diabelli-Vari- ationen ein Kompendium musikalischer Komik.“ Die etwas langatmige Folge ge- staltete sich unter Brendels meisterlichen Händen zum vielfältigen Mikrokosmos Beethoven'’scher Gestaltungskraft. In 33 Variationen ließ er die vielen Möglichkei- ten pianistischer Bravour, wie er sie von seinen Vorbildern Fischer, Cortot oder Kempff übernahm, von erhabenem Tief- sinn bis zu verwegenem Humor an unse- ren Ohren vorbeiziehen. Dabei wirkten Nuancenreichtum und interpretatorisches Feingefühl immer wieder erfrischend. Hans Mlillies Erstes Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck Das ist Roman Brogli-Sachers Welt, die expansiven sinfonischen Landschaf- ten des Gustav Mahler. Der GMD. der auch seine zweite Saison mit diesem Komponisten eröffnete, begeisterte dabei das Publikum wie im Vorjahr, indem er die Lübecker Philharmoniker zu einer großen Leistung führte. Sicher und fest. in weiten Bögen gestaltete er. Das über- zeugte vor allem im zweiten Konzert-Teil bei der großen cis-Moll-Sinfonie. der künften und ersten in der Trias der rein in- strumentalen Bekenntnisse Mahlers. Hier herrschte vom ersten Trompetensignal (Joachim Pfeiffer) bis zur Schlusssteige- rung Spannung., herrschte ein zielendes Voran gleich im ersten Abschnitt mit sei- nen beiden kontrastiven Teilen, dem wuchtigen Trauermarsch und dem vehe- menten zweiten Satz. Der Marsch war zwar eher gradlinig und schleppend in den rahmenden langsamen Partien, stand aber damit dem leidenschaftlichen Mittel- teil expressiv entgegen. Den dritten Satz, das Scherzo im zweiten Teil mit der von Clemens Wieck vorzüglich geblasenen Hornpartie, nahm Brogli relativ schnell, wodurch das Orchester wenig Möglich- keit zum genießerischen Differenzieren der scherzohaften Züge hatte. Die Glät- tung bekam dann dem Adagietto im drit- ten Teil gut. Ohne Sentimentalität ver- kündeten die Streicher Mahlers musikali- sche Liebesbotschaft. Im Rondo-Finale schließlich herrschte wieder die bezwin- gende Kraft, die das musikalische Ge- schehen vorwärts trieb, wobei auch hier gilt. dass man sich in der komplexen Fuge r 2002/14 Lübeckische Blätter 2002/14 225
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