Full text: Lübeckische Blätter. 2002 (167)

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Kurioses, Bemerkens- e sechste Folge unserer Rückblende. des F. remdenverkehrs in der Hansestadt Vor 100 Jahren „Lübeck darf nicht verhunzt werden !“ „Es gibt wohl kaum eine Stadt von gleicher Größe und von einem ähnlichen geichthum an Bau- und Kunstdenkmäilern Jes Mittelalters im deutschen Vaterlande, Jie in bezug auf den Fremdenverkehr und das Hotelwesen hinter Lübeck Zurück- steht. “ Zu dieser bitteren Erkenntnis kam ein Bürger der Stadt in der Juliausgabe der „Lübeckischen Blätter“ von 1902. JIohl verfüge die Stadt über ein paar gute (Gasthöfe, aber ein Hotel, das modernen Ansprüchen Rechnung trage, suche man vergebens. Zwar sei vor Jahren der Ver- uch unternommen worden, auf dem Platz der Eschenburg 'schen Speicher am Hol- jtentor einen Monumentalbau fiür diesen 1weck zu errichten, doch es sei beim Ver- uch geblieben. Dabei habe Lübeck dank seiner ,, his- torischen Reminiscencen “ und der Gast- freundschaft seiner Bewohner seine An- jehnungskraft als Tagungsort wissen- jchaftlicher und sozialer Vereine wieder- holt unter Beweis stellen können. Um so mehr müsse es in Zukunft darum gehen, nicht nur die historischen Besonderheiten der Stadt stärker ins Blickfeld zu rücken, jondern auch auf die Fortschritte hinzu- weisen, die Handel und rlndustrie inzwischen gemacht hätten. In dieselbe Kerbe hatte vordem auch ein anderer Leser geschlagen. Der Frem- denverkehr, so kritisierte er, sei so gering, wie man ihn sich im Zeitalter der Eisen- bahnen und Dampfschiffe nur denken könne, so gering, dass man ihn schon als Merkwürdigkeit ansehen müsse. ,„Dem hübschesten Mädchen helfen seine Reize nichts, wenn keiner von ihnen weiß. Man wird einem solchen Mädchen daher den kat geben, unter Menschen zu gehen. “ Das gelte natürlich auch für das Mauer- hlimchen Lübeck:. „Schicken wir also unsere Sendboten hinaus “, empfiehlt der Leser, ,dass sie den Leuten erzählen, was unsere altehr- würdige Stadt ihnen an Sehenswürdigkei- ten bietet, damit nicht mehr wie bisher Iluusende von England und von jenseits des Oceans unser Vaterland überfluthen und auf weiten und beschwerlichen Rei- sen dasjenige suchen, was ihrer Heimat und ihren modern gebauten Städten Fehlt, das Alterthümliche, ohne auch nur zu ah- nen, in welch reichem Maße ihnen nur eine einzige Stunde von Hamburg ent- fernt, unsere Vaterstadt das Gesuchte bie- tet.“ Die Appelle zeitigten rasche Erfolge. Bereits am 28. Juli des gleichen Jahres konstituierte sich in der Gemeinnützigen der ,, Verein zur Hebung des Fremdenver- kehrs “, der sogleich mit einer Fülle von Vorschlägen aufwartete. Warnend erhob Jedoch sechs Monate später ein Lübecker "A §. Im Düffkes Hotel in der Breiten Straße ge- hörte im 19. Jahrhundert zu den wenigen repräsentativen Gasthäusern in Lübect:. Um so nachhaltiger wurde der Bau neuer Hotels gefordert. Y Bürger den Zeigefinger. Wenn man schon den Fremdenverkehr fördern wolle, dürfe es nicht weiter angehen, die herrliche Schönheit des Stadtbildes durch rück- sichtslose Um- und Neubauten Zu ver- schandeln. So habe die Breite Straße zum Beispiel, von den Kirchen und öffentli- chen Gebäuden abgesehen, Fast nichts Al- tertümliches mehr aufzuweisen, und auch in den Nebenstraßen sei man wacker dabei, rigoros mit dem guten alten Schö- nen aufzuräumen. Leider würde aus der Stadtkasse kein Geld zur Verfügung gestellt, um solchen Baulustigen, die kalten Herzens wertvolle Denkmäler der Vergangenheit niederris- sen und damit das Stadtbild entstellten, die Mittel zu bieten, um selbige zu erhal- ten oder zumindest pietätvoll zu behan- deln. Notwendiger als ein Fremdenver- kehrsverein wäre daher eine „Vereini- sung zur Erhaltung des mittelalterlichen Charakters der Stadt“ die sich die Parole Setzen müsste: „„Unser schönes altes Li- beck darf nicht verhunzt werden! “ Denn, SO stimmte ihm ein anderer engagierter Bürger zu, wenn es mit dem Raubbau in der historischen Altstadt so weiterginge wie bisher, „werden wir außer den Staats- bauten so wenig mehr haben. dass Lü- beck bald mit Neumünster wird vergli- chen werden können “. Ganz anders sah ein „fortschrittlich denkender“ Lübecker die Altstadterhal- tung, indem er kurzerhand für den Abriss der Rathaustreppe plädierte. „.So gern wir auch einräumen, dass außer der Zweckmäßigkeit einer Anlage auch die Schönheit derselben anzustreben ist, so müssen wir doch als den leitenden Ge- sichtspunkt den der Zweckmäßigkeit be- zeichnen. Danach aber ist eine nicht be- nutzte Treppe mitten in einem Hauptfuß- weg ein Unding, das je früher desto bes- ser beseitigt werden sollte.“ Leider machten sich allzu oft sogenannte künst- lerische Forderungen nach Stilvollkom- menheit ungebührlich geltend, die SOLAr dazu geführt hätten, den Bau krummer Straßen zu empfehlen. Im Übrigen, fuhr der Einsender fort, sei die Rathaustreppe nicht allein ein Ver- kehrshindernis und gefährde die Fußgän- ger, sondern sie verunziere mit ihrer dem Stil des Rathauses widersprechenden Bauart das Rathaus selbst. Also auch aus Schönheitsgründen sei ihre Beseitigung zu rechtfertigen. Allen derartigen Bestrebungen zum Trotz, Lübecks Altstadt mit der Spitzhacke zu Leibe zu rücken, ungeachtet auch des Bombenangriffs von 1942, dem ein Fünf- tel der historischen Bausubstanz zum Op- fer gefallen ist, ungeachtet auch der vie- len Bausünden nach Kriegsende, hat sich Lübeck ein gut Teil seiner architektoni- schen Schönheit bewahren können. vdL Libeckische Blätter 2002/9 133
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