Full text: Lübeckische Blätter. 2002 (167)

Bilanz der Denkmalptlege schiff gereinigt und die blätternde Farb- kassung gesichert. Neuer Glanz auch in St. Aegidien. Der Schalldeckel der Kanzel mit lebensgro- Ben Figuren von „Glaube“ und ,Liebe“ strahlt nach der Sanierung wieder in leuchtenden Farben, ebenso wie die höl- zernen Wappenschilde vor dem Eingang der Breitenaukapelle. In der Marienkirche wurden fortlau- fend weiter die Arbeiten an den Oberga- denmalereien und die Sanierung Außer- des Außenmauerwerks fortgeführt. dem konnten mehrere Ausstattungsteile Fleischhauer Str. 18 / Königstr. 58, Treppenhaus restauriert werden, so zum Beispiel das Epitaph des Bürgermeisters und Vorste- hers an St. Marien, Dr. Anton Winckler von 1707. Durch privates Engagement der Nachkommen gelang es auch, das Epitaph des früheren Bürgermeisters Pe- ter Hinrich Testorpt und die daneben be- findliche kleine Kapelle im Eingangsbe- reich der Kirche zu restaurieren. Auch die außerhalb der Innenstadt ge- legenen Kirchen mit ihrer historischen Ausstattung wurden gemeinsam mit dem Kirchenbauamt denkmalptlegerisch be- treut. Eine besondere und ungewöhnliche P. r M. . 1 L kt; (Fotos: Bereich Denkmalpflege) Rolle spielte dabei der Taufengel der Lg. renzkirche am Steinrader Weg. Beim Neubau des Gotteshauses vor rund 100 Jahren waren nur wenige Ausstattungg. stücke der Vorgängerkirche, einem ein. schiffigen Fachwerkbau von I661, über. nommen worden. Der im Stil des Knor. | pelbarocks geschaffene Altar landete in der Schwartauer Siechenkapelle, dis Kanzel kam in die Katharinenkirche. Dey barocken Taufengel überließ der Kirchen. vorstand dem städtischen Lübecker Kunstmuseum. Dort verschwand er - mit einer Inventarnummer am Bein - in der Versenkung. Im Zuge der Umorganisation aller Museumsdepots vor zwei Jahren wurde der Engel wieder der St.-Lorenz-Gemein. de übergeben mit der Maßgabe, ihn nach seiner notwendigen Restaurierung seiner ursprünglichen Aufgabe zuzuführen. Bei dem Kunstwerk handelt es sich um eine lebensgroße weibliche Figur mit verschlungenem Gewand, weit ausge. breiteten Flügeln und einem vorgestreck. ten Arm, der einen Lorbeerkranz hält. Iy diesem befindet sich eine silberne Taut. schale, die jetzt wieder in der St.-Lorenz,. Kirche genutzt wird. Taufengel als Ersatz für die sonst übli. chen Taufsteine kamen im protestanti- schen Norden seit dem 17. Jahrhundert in Mode und zwar vorwiegend aus Platz. gründen. Insgesamt gab es in Schleswig. Holstein etwa 70 Taufengel - der St.-Lo- renz-Engel ist der einzige in Lübeck. Er wurde von dem Lübecker Künstler Jürgen Boy geschaffen, der unter anderem auch die Figuren aut der Puppenbrücke gestal- tet hat. Viel Lust und Liebe hat die Denkmal- pflege darauf verwandt, dem vergesse. nen, zwar gut erhaltenen, aber äußerlich doch arg in Mitleidenschaft gezogenen Engel wieder zu alter Schönheit zu ver. helfen. Die Rückkehr des Engels in seine Heimatkirche wurde mit einem Festgot- tesdienst gefeiert, und umgehend avan- cierte er zum neuen Logo der Gemeinde. Im Bereich der profanen Denkmal- pflege galt das besondere Augenmerk dem Aegidienhof, einem aus zwölf Ge- bäuden unterschiedlicher Epochen beste- henden Komplex, der bis vor wenigen Jahren die Lübecker Sozialverwaltung beherbergte, 1999 erwarb eine Woh- nungseigentümer-Gemeinschaft das Are- al mit seinen Gebäuden. Aus Sicht der Denkmalptlege ein „seltener Glücksfall“, da hierdurch jahrelanger Leerstand ver- mieden werden konnte und ein möglicher Wunsch nach unbefriedigenden Parzellie- Große A rungen, der einz ist. Teile und Bra Entstehr das Jahr des Aeg ße 3. be gelegent um 145| gung VC MWaisenk vent füh senhausc Die der Zeit stand eit hunderts rer Kc Neubaut Sanierur 126 Lübeckische Blätter 2002/9 Lübeckische
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