Full text: Lübeckische Blätter. 2001 (166)

§ un- tig- lem rläg SE lan- ibe] her und atz- un.. Pil. j lige iße, nig von | IUse Pürt ner laft ent- 235 »der ing, auf rten titu- lich I so ::] iber len- t s0 lich digt nen Stor nme UÜga han, tadt 'eibt der mit aber ener ann, "00k ahre V'elt- 1gen mas iert- siert hrer ICkt, cher "Igt) 101/13 Die den Ast absägen ... Die Selbstverstümmelung der Pommerschen Landsmannschaft. Ein Lehrstück von Dietmar Albrecht Die Würde der Gesellschaft zur Be- förderung gemeinnütziger Tätigkeit und ihrer Lübeckischen Blätter fordern eine Antwort auf die schnellfüßige und gleich- wohl bodenlose Agitation des zur Zeit verantwortlichen Sprechers der Pommer- schen Landsmannschaft Klaus Moerler in der vorausgehenden Ausgabe der Lübe- ckischen Blätter, und da die Beklagte und Urheberin des Skandals derart rufmörde- risch das Wort führt, sei dem Betroffenen und Kläger die Einrede erlaubt. Ein Spagat war es von Anbeginn, der spagat zwischen einer weltoffenen, tole- ranten und europäischer Gemeinsamkeit verpflichteten Arbeit im Hain des Akade- mos und einer Landsmannschaft, die wie ihre größeren Schwestern eingekapselt und am Rande gesellschaftlicher Ent- wicklung allein ihren Traditionen, ihren Ressentiments und ihren Illusionen zu le- ben drohte. Visionäre Kraft erfolgreich Doch die Aufgabe reizte: ein Bil- dungs- und Kulturzentrum, das wie ein Wunder auf der grünen Wiese überm skandinavienkai stand, die visionäre Kraft gewichtiger Persönlichkeiten, die der Akademie eine tapfere Utopie auf den Weg gaben und ihrem Leiter den Rücken freizuhalten versprachen, und die großzü- gige Förderung von Bund und Land zu nachhaltiger Verständigung der Deut- schen mit ihren Nachbarn im Osten. Bund und Land gaben das Geld ihrer Steuerzah- ler im Vertrauen auf das Wort und Enga- gement des langjährigen Sprechers der Pommerschen Landsmannschaft Philipp von Bismarck, der nun als Präsident der Akademie ihre Arbeit zu sichern bereit war. So wechselte der Leiter nach vierzehn Jahren Arbeit für die Akademie Sankel- mark zu Sommerankang 1991 an die Ost- seerAkademie. Arbeitsvertrag, Unter- schriftsbekfugnis und Tätigkeitsdarstel- lung sicherten - wie vom Bundesministe- rium des Innern vorgegeben - eine selb- ständige und verantwortliche Leitung der Akademie einschließlich der „Einstellung und Entlassung von Mlitarbeitern, Ver- handlungsführung mit den Zuwendungs- gebern und Aufstellung und Vollzug des Haushaltes“. Der Akademiepräsident, der Sprecher der Landsmannschaft und ein aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Vertretern der organisierten Vertrie- benen zusammengesetztes Kuratorium sollten die Arbeit inspirieren, kontrollie- ren und schützen. Wachstum und Ausstrahlung der Aka- demie konnten nur gelingen, wenn sie sich aus dem manches Mal verzweifelt engen Kreis der Landsmannschaften und ihrer Funktionsträger löste und verzichte- te, deren Vorurteile und Gefühle zu bedie- nen. So konzentrierte sich die Akademie auf ihre Aufgabe als Avantgarde guten Miteinanders mit den Nachbarn im Osten uncl Norden im Bereich der Kultur ebenso wie in Wissenschaft und Wirtschaft. Zu- gegeben, die die akademische Arbeit stüt- zenden Vertreter der Landsmannschaft hatten alle Hände voll zu tun, murrende Landsleute zum Mitmachen zu ermun- tern. Wenige nur von ihnen fanden die Kraft zur Nachbarschaft in brüderlichem Dialog. Die vielen verharrten in der Wa- genburg ihrer Sicht der Wahrheit und ih- rer eingeübten Urteile, je älter sie wurden. desto stärker, bekräftigt von Funktionä- ren, die nur so ihre Klientel beieinander zu halten glaubten. Eben diese Funktionä- re - mit ihnen Klaus Moerler und der LE- samte Vorstand der Landsmannschaft - schwiegen und lächelten zu Äußerungen ihrer Landsleute und Mitglieder auf dem Greifswalder Pommerntreffen und der Pommerschen Abgeordnetenversamm- lung des Jahres 2000, Äußerungen, die dem Tatbestand der Volksverhetzung zu- mindest recht nahe kamen. Keine Rede, dass der Vorstand solchen Äußerungen widersprach oder sich dem Gespräch stellte - auch nicht die anwesende Bun- destagsabgeordnete oder der dem Vor- stand zugehörige Vertreter des Bundesin- nenministeriums. Und allen sind großzü- gige Zuwendungen des Bundes und des Landes liebgeworden und vertraut. Die Anstrengung der Akademie um gute Nachbarschaft im Osten wie im Nor- den gelang. Der Spagat des Akademielei- ters zwischen der Akademiearbeit und den beharrenden Kräften der Landsmann- schaft scheiterte. Jene Betonköpfe ero- berten die Führung einer von Jahr zu Jahr schrumpfenden Landsmannschaft, deren kultureller Horizont kaum über den pom- merschen Tellerrand reicht und die eine Ostsee-Akademie in der Diskussion Versöhnung höchst eigenwilliger Art im Munde führen. Europa werde seine Grenzen durch Freiheit überwinden, hatte die Pommer- sche Landsmannschaft im Jahre 1970 in ihr Manifest geschrieben. Unter der Schlagzeile „Maastricht zwingt Polen nicht zur Erfüllung elementarer Vertrie- benenforderungen“ proklamierte der just ernannte stellvertretende Sprecher der Landsmannschaft und ihr heutiger Wort- führer Klaus Moerler in der „Pommer- schen Zeitung“ vom 15. Juni 1996: „Das war in der Zeit des Eisernen Vorhangs, in der Polen sich nicht wirklich frei politisch artikulieren konnte. Wir hofften damals, dass ein Polen in Freiheit die von Stalin aufgerichtete Zwangsgrenze an der Oder an Völker- und Menschenrecht messen und zu Veränderungen in Richtung Rechtszustand bereit sein würde. Heute., nachdem dieses möglich geworden ist, er- weist sich die erhoffte Überwindung der deutsch-polnischen Grenze durch Frei- heit als enttäuschte Illusion: Mit dem Zer- fall des Eisernen Vorhangs ist die Oder- Neiße-Grenze nicht etwa brüchiger ge- worden, sie hat sich vielmehr verfestigt, indem sie durch Verzichtserklärungen deutscher Politiker ihren seinerzeitigen Charakter als vorläufige Verwaltungs- grenze verloren hat und statt dessen ihr Unrechtscharakter durch eine Bundes- tagsmehrheit formal legitimiert wurde.“ Nicht um ein Jota ist Moerler bis heu- te von dieser Erklärung abgerückt. die die Grundorädnung der Bundesrepublik Deutschland mit deren völkerrechtlich anerkannten Grenzen in Frage stellt. Beginn des Rechtsrucks Das Aufrücken der CDU-Bundestags- abgeordneten Susanne Jaffke. die zu DDR-Zeiten aus Sachsen-Anhalt nach Nordostvorpommern zugezogen war, in die Führung der Landsmannschaft und die Übernahme der Verantwortung für Personal und Organisation durch Moerler markieren den Beginn des Rechtsrucks unter den organisierten Pommern. Dass die seit 1996 ständig vorgetragenen Inter- ventionen in die inhaltliche und administ- rative Arbeit der Akademie zumeist ohne Wirkung und von der Öffentlichkeit un- bemerkt blieben, ist dem Schutzschirm Lübeckische Blätter 2001/13 201
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