Full text: Lübeckische Blätter. 2001 (166)

k die :knet haf- liese und liche urde ganz egel- bt so Plas, N dag 1cher eser sthe- ügen Enso ndia- ihren > be- Jah- äs en- stler- Lels- schen d Ar- nn. §Sstel- SINN loster | bis 01 zu 1adrat ; Ok- einer Prä; 1 her- Jieter mei- m des 1. Als t ver- er In; uede- Kom- tik ist ge und chster >. Der alters onkes s und 1auig- L be- hmidt 2001/12 tanzMONTAGe ,Ditferent views“ Tanz in den Kammerspielen Spannungsgefklecht zwischen Ironie und bitterem Ernst „Dikkerent views“, also unterschiedli- che Sichten, ist der Titel von Juliane Röß- ]ers letztem Projekt im Rahmen der „tan2zMONTAGe“, dem Kunstprogramm 2001 der „Kunststiftung Landesbank schleswig-Holstein“. Die Premiere am 16. Mai 2001 fand wieder in den Kam- merspielen statt,. wieder oder wohl besser: noch einmal. Denn wie zu erfahren ist, wird die Zusammenarbeit, wenn es denn dazu kommt, mit dem Theater Lübeck in der nächsten Spielzeit so stark einge- schränkt werden, dass Lübeck in Zukunft mur aus zweiter Hand, also allenfalls durch Gastspiele, mit Tanztheater ver- sorgt wird. Damit aber stirbt wohl endgül- tig dieser Bereich am hiesigen Theater, Jenn das entzieht der schon privaten Compagnie jede Existenzgrundlage, auch oder gerade die der öffentlichen Förde- rung, die an eine entsprechende Zahl von Aufführungen geknüptt ist. Das Publikumsinteresse an den Aktio- nen innerhalb der tanz MONTAGE war bisher sehr rege, allerdings bei der Pre- miere dieser letzten Inszenierung merk- würdig mager. Das mochte einmal an dem Frühjahrstermin liegen, vielleicht aber auch an dem Foto in dem Werbeprospekt für die Veranstaltungen von April bis Juli. Frau Rößler ist da zu sehen, in einem schwarzen Kleid, die Arme gekreuzt und in einer Hand eine Rose. Der Mund ist weit aufgerissen, die Haltung verzerrt: den Kopt im Nacken, nach vorne gebückt und mit stark nach innen gestellter Fuß- spitze steht die Tänzerin da. Das wirkt nicht sehr attraktiv, eher verkrampft. Aber damit sind wir beim Thema, denn das zweite Stück des Abends gehörte Frau Rößler: „Rose ... on the Poster you look so good!’ Das ist ein beziehungsreicher Titel, der die ironische Ebene der Insze- nierung bereits erfasst. Denn hier geht es um sie selbst, um einen Dialog mit dem in einem Fernseher gefangenen zweiten Ich. Und diese andere. obwohl nur schwarz- weiß und flächig, stellt das leibhaftige, sinnlich präsente Gegenbild in einer schnoddrig provozierenden Sprache bloß: „Eh, Du siehst voll Scheiße aus!“ oder „Du tanzt. Bewegst Du Dich auch?“ Dar- aus ergibt sich ein Spannungsgeflecht, das mit dem Auftritt einer Pseudodiva be- ginnt, die immer menr zerfällt, einknickt, wenn sie sich auf das Publikum zu be- wegt. Die rote Rose entgleitet irgend- Juliane Rößler und Gabi Sand in ,„double or quits “ wann der schlaffen Hand, sie sucht Halt auf dem weilen Küchenstuhl, der neben dem Tischchen mit dem Fernseher steht. Stationen eines Zerfalls werden dann ge- zeigt. Am Boden liegend höhnt ihr Video- Ich ihr entgegen: „Steh auf, was soll denn das?“ und spottet dann, frech singend: „She is a glamour girl!“ Das ist teils wit- zig, aber meist sarkastisch. auf jeden Fall aber mutig, eine Demontage mit Selbst- entblößung, die bis zur körperlichen, am Bildschirm ihr entgegentlackernden Nacktheit reicht. Chris Haring, den Lübe- ckern bekannt durch sein spektakuläres D.A.V.E., hat als Choreograph und Ver- V s GA V fasser des Videos der Darstellerin Juliane Röbler viel zugemutet, auch in den Bewe- gungen, die zeitweise plump und unge- lenk wirken, der „inneren“ Stimme recht geben, auch wenig durch die geschickt gewählte Musik der weiblichen Münch- ner Gruppe Chicks on Speed an Impetus bekommen, nur wieder ironisch gebro- chen sich auf deren subversive Texte be- ziehen. Aber die verschiedenen Brechun- gen verhindern nicht den Verweis auf das Reale und das ist Juliane Rößler. Ist das Ausdruck für die Endstation von Sehn- süchten, von Hoffnungen aut eine Karrie- re? Damit gewinnt das „Spiel“ aber den s. (Foto: Thomas M. Jauk) Lübeckische Blätter 2001/12 191
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