Full text: Lübeckische Blätter. 2000 (165)

J tine, pen 20 erwarten. Bereits im 16. Jahrhun- è fre; gert gab es Bestrebungen, durch besonde- inge . Kollekten in den Lübecker Kirchen EN s sreichend Geld zum Freikauf der Skla- | 1.0h; ven 2u sammeln. Später wurde die soge- e Re. nannte Sklavenkasse eingerichtet, die n abe; zich aus Abgaben aller nach Westen Se- ), Su „elnden Schiffe kinanzierte. Die Alterleu- Jahr. der Schitfergesellschaft kührten ständig M qitualisierte Listen der in Gefangenschaft in . geratenen Lübecker Seeleute. Erst 1830 lz, M den Franzosen nach der Erobe- 1 nung Algeriens, das Seeräuberunwesen zu te Lj. peenden. . ndste, Noch | 817 war der Lübecker Kapitän d nes), yôd Schikkerbruder Johann Joachim Schü- e hi. ann mit seinem Schiff „Industrie“ mit Tradi; piraten in Konflikt gekommen. Er segelte sisch, unter russischer Flagge von Riga nach ische (orril in Spanien und wurde auf der Höhe dict von Cap Finisterre von algerischen See- bit z) jiubern angegrikfen. Die Angreifer kaper- durch, jen das Schiff und überführten einen Teil wa lz) er Mannschaft in ihre eigene Brigg, wäh- 8. Jah rend der Kapitän mit künk Matrosen unter zan it gewachung zurückblieb. Schiff und La- bay zt Jung galten den Piraten als „Lute Prise“), Ez Ü jie Besatzung wurde zu Sklaven erklärt. seiten, Durch eine List gelang es Schümann und Hange. seinen Leuten, die Seeräuber zu überwäl- er Ry tigen und sich zu bekreien. Auch die auf bauen Jem Piratenschiff mitgeführten Seeleute hkeit;, kamen nach relativ kurzer Zeit in Sklave- kurren, fi wieder in die Heimat zurück. er den Im 19. Jahrhundert musste sich die ngen . qübecker Seeschiffahrt im Wesentlichen ler Mi, uf den Ostseeverkehr beschränken. Füh- leutun, rend blieb Lübeck im Russland- und i Win, finnlandhandel, und Vereinzelt gab es hellt z, uch Fahrten ins Mittelmeer oder ins : Zunt, Schwarze Meer. Zunächst kuhren noch berei) gegelschikke, doch mit den dreißiger Jah- übrigy jen begann auch in Lübeck die Dampf- geh cchikfffkahrt. Noch im 19. Jahrhundert lonnten es Lübecker Reeder, wie z. B. um 1840 Simon Hasse mit seinen 14 Schik- ken, zu Reichtum bringen. Durch Fahrten mit dem eigenen Schiff war auch der Schifferbruder und spätere Oberälteste Joachim Hinrich Wenditz zum wohlha- benden Mann geworden. Wenditz, der ne- ben seiner Tätigkeit in der Schiffergesell- schaft in zahlreichen sozialen Organisa- tionen aktiv war und sich stets wohltätig zeigte, spielte eine wesentliche Rolle bei der Vberführung der Schiffergesellschaft von einer Zunkt zur freien Genossen- schaft 1866/67. In Verbindung mit der Einführung der Gewerbefreiheit war zu- nächst durch Mehrheitsbeschluss der Schifferbrüder die Auflösung der Schif- kergesellschaft, der Verkauf des Schiffer- gesellschaftshauses und die Aufteilung des Vermögens unter den Mitgliedern ge- plant. Schließlich konnte sich jedoch Wenditz mit seinem Wunsch durchsetzen, die Schiffergesellschaft als freie Genos- senschaft fortzuführen und das histori- sche Gebäude lediglich zu vermieten. Das 20. Jahrhundert Bis in die dreißiger Jahre hinein bleibt die Schiffergesellschaft eine freie Genos- senschaft, die sich für die beruflichen In- teressen ihrer Mitglieder einsetzt. Außer- dem widmet sie sich ihren karitativen Aufgaben. Sie verfügt über Unterstüt- zungs-, Witwen- und Sterbekassen für ihre Mitglieder bzw. deren Hinterbliebe- ne und zahlt seit 1931 eine Altersrente für ihre Kapitäne, die in der Krisenzeit oft er- hebliche finanzielle Probleme zu bewälti- gen haben. Außerdem vergibt sie Frei- wohnungen an Schiffer- und Seemanns- witwen im Schiffergang und im 1908/09 erbauten Schifferhok. 1933 droht der Schiffergesellschaft im Zuge der nationalsozialistischen Gleich- schaltungsbestrebungen der Verlust der Selbständigkeit. Die Schiffergesellschaft Erfolgreicher Senioren-Treff soll dem neu zu gründenden Verband see- männischer Anessctellter angegliedert, selbst aufgelöst und im Vereinsregister gelöscht werden. Zudem ist geplant, das gesamte Vermögen ohne Entschädigungs- ansprüche dem neuen Verband zu über- eignen. Dank der mutigen Haltung des damaligen Vorstandsmitglieds Georg Stieg und des Eingreifens des Reichs- kommissars Dr. Völtzer kann die Schif- kergesellschaft weiterbestehen, doch un- ter Änderung ihrer Statuten. Seit 1933 ist die Schiffergesellschaft eine rein karitati- ve Organisation. Heute ist die Schiffergesellschaft eine Gesellschaft kraft Rechtserlass (Innenmi- nister des Landes Schleswig-Holstein). Laut Satzung vom 24. Februar 1981. § 1 besteht sie auch weiterhin als „Bruder- schaft von Kapitänen, die den Befähi- gungsnachweis für den Kapitän auf gro- Ber Fahrt AG/AG haben“. In § 2 werden die gegenwärtigen Aufgaben aufgeführt: Unterstützung hilfsbedürftiger Schiffer- brüder, Gewährung von Sterbegeld an Schifferbrüder und deren Ehefrauen. Zah- lung einer Beihilfe an die Witwen verstor- bener Schifferbrüder und Gewährung ei- ner mietfreien Wohnung an Witwen Lür- becker Seeleute und Schifferbrüder. Die- se Leistungen werden jedoch nur hilfsbe- dürftigen Personen gewährt. Außerdem müssen das Schiffergesellschaftshaus und der Schifferhof gepflegt und erhalten werden. Die nötigen Mittel erbringen die Mit- gliedsbeiträge der Schifferbrüder, Spen- den und die Pachteinnahmen aus dem seit 1868 für die Öffentlichkeit zugänglichen Restaurant. Hier finden auch die regelmä- Bigen Treffen der Kapitäne, ihre Stamm- tischrunden, die Jahreshauptversamm- lung, Weihnachtsfeiern und große Feste. wie das zum 600. Geburtstag geplante Bankett am 6. Dezember 2001 statt. rin SoOnntags-Senioren-Treff wurde zum Volltreffer Ve Es wurde kein Flop, sondern zum un- e. Die envarteten Event: die sympathische Idee j große, ler Gemeinnützigen Gesellschaft, jeden ; musst: 1. Sonntag in trüben Wintermonaten zum ieg vo genioren-Treff ältere Bürger und Mit- Hr noc glieder bei munteren Klängen und Wor- nische; len zu Kafkee und Kuchen und rentenge- ‘hunde mißem Obolus in ihr Gesellschaftshaus N. Zahl. einzuladen. Erste Besucher besetzten zekapen ire Plätze bereits eine Stunde vor Be- lie Skl; ino. war, Diese begrüßenswerte Aktivität er- Isgeset; weitert das breite Angebotsspektrum von 1rtes Le lorträgen, Theaterring oder Haushilfe. Und da Altere nicht eitel ihr Alter zu ver- schweigen brauchen, wurde diese erste Veranstaltung dankbar angenommen, wenn auch Herren Mangelware waren. Dr. Sander und sein Team kümmerten sich unermüdlich bei diesem Ansturm um Tisch- und Stühletragen, der Gastronom wart seine Kaffeemaschine an, nur der Kuchen war etwas knapp bemessen. So ergab sich vorbildliches Miteinan- der einer Bürgerinitiative, die den Leitsät- zen der Gesellschaft „„zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit“ zur Ehre ge- reicht. Da wurde laut geschnattert, Kaffee und Kuchen schmeckten gut, und die jun- gen Leute des vorzüglich routiniert agie- renden Salonorchesters der Lübecker Musikschule erfuhren bei „Heinzelmänn- chens Wachtparade“ und der „Schönen blauen Donau“, wie gut es tut, sich für die ältere Generation einzusetzen. So meint der Berichterstatter: Gutes tun und dar- über reden. Noch ein Tipp für die Vorsteherschaft: Bieten Sie bei der Beratungsversamm- lung auch Kaffee und Kuchen an, dann werden Sie ein volles Haus haben! Hans Mlillies ter 200011 libeckische Blätter 2000/17 267
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