Full text: Lübeckische Blätter. 2000 (165)

enen vdL) 100/16 ztadt des Nordens. Zwar hat das Schles- wig-Holstein-Musik-Festival jetzt seinen gtandort in Lübeck, aber seit der Grenz- öffnung hat auch Mecklenburg-Vorpom- mern ein Musikfestival. Und Mecklen- hurg- Vorpommern schläft auch sonst nicht, und so geraten die Lübecker Thea- ter nicht nur in Konkurrenz mit Hamburg, sondern auch mit Schwerin, Rostock und anderen Orten. Das Lübecker Stadtthea- jer erstrahlt zwar wieder in neuem Ju- gendstil- Glanz, aber in den Sommermo- naten erwächst Konkurrenz im Osten: 1999 spielte man in Schwerin Aida, im sommer 2000 die Musketiere im Schloss- innenhok ~ Lübeck kleckert. Schwerin klotzt, hieß es dazu in der Zeitung. Klaus gtörtebeker kämpft mit 140 Beteiligten auk Rügen gegen die Kreuzritter, Vineta entsteht wieder in Barth - und in Lübeck wird über die Sommeroperette gestritten, wobei die Möglichkeiten eines großen wurkes in Bezug auf Freilichtspiele durchaus vorhanden wären. Doch nicht einmal das Wissen um Eutin mit seinen sommerspielen, um Schleswig mit sei- nem Jedermann, um Segeberg mit Karl May und Mölln mit seinem Till Eulen- spiegel lässt Lübeck wach werden. Lübeck hat innerhalb der vier Expo- projekte, die es vorangetrieben hat, unter dem Thema Kultur das Buddenbrook- Haus neu konzipiert, zwei Dauerausstel- lungen, „Die Manns - eine Schriftsteller- familie“ und „Die Buddenbrooks - ein Jahrhundertroman“ und die Wiederer- richtung der Bel Etage mit Landschafts- und Götterzimmer haben dem Haus seit Lübeck 10 Jahre nach der Grenzöffnung der Neueröffnung hohe Besucherzahlen gebracht. Lübeck bekommt für die zeitgenössi- sche Kunst einen Anbau an das St.-An- nen-Museum, Lübeck hat sich seinen Sil- berschatz wieder erworben, Lübeck hat seit einigen Monaten ein Marzipan-Mu- seum, Lübeck plant, endlich ein Archäo- logie-Museum einzurichten, um die wichtigen Bodenfunde den Bürgern und Touristen im historischen Zusammen- hang präsentieren zu können, Lübeck denkt über eine Neugestaltung des Muse- ums in seinem einzigartigen Wahrzei- chen, dem Holstentor, nach. Lübeck kann mit Schätzen aufwarten. die jeder europäischen Kulturhaupstadt vergleichbar sind, und so wirkt Lübeck kulturell und wirtschaftlich auch nach au- Ben, so z. B. auf den Hansetagen der Neu- zeit. Aber warum muss man nun nach Jahrhunderten auf den „Hanse-Thron“ verzichten? Weil man alles demokratisie- ren muss? Nun bekommt die Hanse das, was sie in ihrer Blütezeit nie hatte, näm- lich eine Satzung. Die neuen Hansetage wollen ihren Vormann künftig wählen, und dieser Vormann soll in seiner Stadt kür die Dauer seiner Wahl ein Hansebüro einrichten - wer trägt die Kosten, was Passiert danach? Hat dann jede Hanse- stadt ein Hansebüro, und wird der Was- serkopk nicht immer größer? So äußerte bereits der dänische König im Jahre 1362 über die damals 77 Han- sestädte: „Söven und söventich hense, sö- ven und söventich gense. Biten mich nich de gense, frag ik’n Sch-t na de hense“. Tourismus Lübeck als „Mutterstadt der Back- steingotik“ sieht sich wie ehedem als Ausgangspunkt des Ostseetourismus. denn heute sind es nicht die Hansekauf- leute oder Kreuzritter, heute sind es die Touristen, die es nach Osten zieht. Doch steigen etwa die Besucherzahlen in Lü- beck überproportional an. zehn Jahre nachdem es aus der Isolation an der inner- deutschen Grenze herausgetreten ist, man als Tourist vom Standort Lübeck nach Norden, Süden, Westen und Osten gelan- gen kann? Obwohl in der Lübecker In- nenstadt nach langen Verhandlungen be- tont unauffällisze Wegweiser zu den touristischen Attraktionen aufkgestellt wurden, irren heute noch Besucher hilflos durch die FuBgängerzone und suchen ver- zweitelt die „kleinen Häuschen“, für die Lübeck doch so berühmt ist. Wie häufig hört man in anderen Teilen Deutschlands: Lübeck? Ach ja, da war ich 'mal, das ist schmutzig und hässlich. Deswegen blei- ben die Touristen, die mit der Ryan-Air Lübeck-Blankensee anfliegen., vielleicht auch gar nicht erst hier, sondern lassen sich schnell nach Hamburg bringen. Lübeck ist einzigartig. doch das muss den Besuchern bewusst gemacht werden, Kultur & Meer, wie wahr, und die Ge- schichte mit der Hanse, den Denkmälern. den Museen und der Archäologie sind die Pfunde, mit denen man wuchern muss. Oktoberfeste, Power-Boat- und Kamel- Rennen, Love-Parades und Skater-Ren- nen kann jede Stadt ausrichten, und zu- Dienstags-Vorträge 17:10. Dr. Wolfgang Butzlaff Fontanes Verlobungen - Leben und Literatur gemeinsam mit dem Lübecker Autorenkreis und seinen Freunden 24.10. Andrea Mielke, Bibliothek der Hansestadt Lübeck Bennata Otten, die erste Leitende Bibliothekarin Lübecks gemeinsam mit dem Verein Freunde der Stadtbibliothek Lübeck e. V. Alle Veranstaltungen sind öffentlich Veranstalter: Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit Ort: Großer Saal des Gesellschaftshauses, Königstr. 5. Lübeck Eintritt frei - Beginn: 19.30 Uhr Theaterring Vorstellung in unseren Schauspielanrechten: Baal von Bertold Brecht GT I Sonnabend, 14. Oktober, 20.00 Uhr lu... Lübeckische Blätter 2000/16 247
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.