Full text: Lübeckische Blätter. 2000 (165)

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Es bleibt zu berichten. dass sich Elke Wollmann den songton, den Lotte Lenya Leprägt hat, recht gut traf, dass Juliane Rößler als Tän- zerin Beifall erhielt, dass das Herrenquar- tett Burghard Fritz. Roberto Giontkriddo, Dorin Mara und Klaus Esch witzig anzu- schauen seine Gesänge gelungen vortrug. Florian Parbs, der die Bühne für beide stücke gestaltet hat, führte hier oPeretten- haft heitere Regie zur „Heuchelei im Um- gang mit den Todsünden“ (LN 10.05), die w. zum Verständnis in den Großbuchsta- ben auf die Wände projezierte. Auch die- ses Werk erhielt schließlich seinen ver- dienten Applaus. Hans-Jürgen Wille theater combinale: „Die Hermanns-Schlacht‘“ Kleists bombastisches Nationaldrama „Die Hermanns-Schlacht“, als dramati- sche Unterstützung der Erhebung gegen Napoleon geschrieben, ist einem heutigen Publikum nicht mehr ernsthaft zuzumu- ten. Das gleichnamige Ein-Personen- stück „Hermanns-Schlacht“ von Uli Bree und Klaus Pieber übernimmt von Kleists Monumentalspektakel auch nur den Um- stand, dass es nicht aufgeführt wird. Her- mann ist nicht der Cheruskerfürst, son- dern einer der vierzig Statisten des Dra- mas. das nicht stattfindet. Er steht aus Versehen auf der Bühne, aber ein Publi- kum ist da. Aus dieser Situation entwik- keln die Autoren ihr ,„Nicht-Stück“ des „Statisten“, der nun mit einem Mal nicht nur ein lebendiges Requisit ist, das sonst stets zwar immer dabei ist, aber eben nur nebenbei. Die „performance“ lebt von der Umkehrung der dramaturgischen Mittel, es gibt weder gestaltete Monologe, noch Dialoge - abgesehen von den Ansätzen eines Diskurs mit dem Publikum oder auch mit den Bühnentechnikern. Der Witz besteht aus den Brüchen, aus dem Wechsel der Situationen. Hermann spricht mit sich selbst, mit dem Publikum, mit einigen einzelnen Zuschauern, mit seiner angeblich anwesenden Mutter, den Beleuchtern. Wie ein „deus“ ex machina fahren Gegenstände von der Brücke - es „spielt“ also doch noch jemand mit? Die einzelnen Bruchstücke ergeben jedoch kein erkennbares Bild - sollten es wohl auch nicht. Fast tiefgründiges Schürfen am Urgrund des Statistenseins wechselt mit relativ billigen „Comedy“’-Passagen ab, und irgendwann hört das ganze Spek- takel dann auf mit einer Parodie von Frank Sinatras ,. This is my life“. Ulli Haussmann stellte sich mit sei- nem Regisseur Guido Zimmermann der schwierigen Aufgabe, diesem Werk, das sich Uli Bree mit seinem Ko-Autor offen- sichtlich auf den Leib geschrieben hat, einmal seine persönliche Note zu geben und dann 90 Minuten lang allein über die Rampe zu kommen. Und das ist ihm LE- lungen. Er verfügt über die nötige Aus- strahlung und ein breitgefächertes Kön- nen, um den unterschiedlichen Anforde- rungen gerecht zu werden. Er versteht sprachlich zu nuancieren (wobei ihn die unnötige Gasmaske im ersten Teil behin- derte), um die vielen Stimmungswechsel zu markieren, sein stummes Spiel gelingt, die Pausen sind effektiv gesetzt, er kann tanzen und auch singen. Und so wird aus der Präsentation des Stücks. das eigent- lich keins ist, mit einem Statisten als ein- zigem Darsteller für die Zuschauer ein Vergnügen, das sich vor allem aus der Qualität der Darstellung ergibt. Es gab zu Recht viel Beifall bei der Premiere. Rudolf Höppner Musik Siebtes Abonnementskonzert des NDR-Sinfonieorchesters Mitreißend in der intensiven Gestal- tung war das schon, was man am I6. Mai beim siebenten Abonnementskonzert des NDR-Sinfonieorchesters zu hören be- kam. Dennoch: ein bemerkenswertes Pro- gramm war es nicht und den Möglichkei- ten des Senders nicht allzu angemessen. Auch wenn der neue Chet des Orchesters, Christoph Eschenbach, gerne für sich das Außergewöhnliche reklamiert, es zele- briert in Erscheinung und Gestaltung, blieben allein er, seine willensstarke In- terpretation und die erstaunlich gut rea- gierenden NDR-Sinfoniker die Attraktion dieses Konzertes, das an einem Abend ei- nem deutschen Publikum ungewöhnli- cherweise zwei bekannte Sinfonien kom- binierte, Robert Schumanns zweite Sinfo- Musik nie in C-Dur und Beethovens siebente in A-Dur. In diesem Falle musste der Auf- tritt auch zu verstehen sein als eine Art öffentlicher Generalprobe für Eschen- bachs und des Orchesters am nächsten Tag beginnende Japan-Tournee. Dort solch Programm zu zeigen und die beiden großen deutschen Komponisten in sol- cher Intensivität aufzuführen, wird sicher seine Wirkung haben. Denn die hatte sie auch auf das Lübecker Publikum, das schon die spannungsvolle Interpretation der Schumann-Sinfonie heftig beklatsch- te, nach Beethoven aber, nach dem in atemloser Geschwindigkeit herausschleu- derten Finalsatz mit dem stampfenden Marsch und dem rasanten Galopp schier aus dem Häuschen schien. Wie Eschenbach sein Orchester führt, ist mit einem in höchster Komplexität ar- beitenden Triebwerk zu vergleichen. Ständig voranführend, keine dynamische Wirkung auch der kleinsten melodischen Wendung unkontrolliert lassend, jede Ecke einer bauenden Architektur zur an- deren in Beziehung setzend, macht er sei- ne Interpretation zu einem energetischen Puzzle. Aber: das strengt an, ihn, seine Musiker und auch das Publikum. Es er- laubt nicht, sich auf einen Klang, eine Melodie, einen Rhythmus einzulassen. Verweigert Schumann das Elegisch-Träu- merische des Eusebius. Beethoven das Klare des Apollinischen, aber auch das Sinnliche des Dionysischen. Es ist ständi- ge Auseinandersetzung, offeriert beide Sinkfoniker voller Spannung, Schumann in verzweifelt grüblerischer Haltung, Beethoven in trotzig wollendem Gebaren. Da bleibt bei den extrem schnellen Tempi - auch der langsamen Sätze - vor allem der Klang, die sinnliche Atmosphäre auf der Strecke, die der Interpretation Ruhe, auch Tiefe und Vielschichtigkeit geben könnte. Bewundernswert die Streicher, zeitweise scharf im Klang, die aber an diesem Abend ein Bravourstück voll- brachten und mit Recht beim Schlussap- plaus den herausstellenden Wink des Chefs für ihre technische Leistung ver- dienten. Arndt Vol Achtes Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck Für das achte und vorletzte Sinfonie- konzert (21./22. Mai 2000). bevor GMD Erich Wächter diese Saison im Juni mit einem reinen Beethoven-Abend be- schließt, hatte der Norweger Kjell Inge- Lübeckische Blätter 2000/12 189
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