Full text: Lübeckische Blätter. 2000 (165)

Bürgermeister im Interview in die frei gewordenen Bundesflächen. Das ist eine Riesenchance, die die Lübek- ker sehr früh angepackt haben. Schließ- lich das Tnema Wissenstr: ansfer, Techno- logietransfer, Technologiepark zusam- men mit den Hochschulen - das ist ohne die Einigung nicht denkbar und zeigt die richtige Richtung an. Das gilt auch kür den Ausbau des Skandinav ienkais, der ja vor der Einigung konzipiert w orden ist. Gerade in der Ost-West-Konkurrenz der Häfen hat sich bewährt, dass wir frühzei- tig Planungsvorh: aben ergriffen haben kür einen auch ökologisch gesicherten Hafen- ausbau. Was wir heute an Mengen und Zuwächsen sehen, beweist, dass wir da- mals richtig gelegen und rechtzeitig ge- plant haben. Zum Thema Arbeitslosigkeit: Ich bin der Auffassung, dass ohne die Wiederver- einigung die Hansestadt Lübeck andere Chancen gehabt hitte. Damit will ich nicht sagen, dass die Wiedervereinigung nicht unglaublich positiv für die Stadt ist. Aber wir müssen erkennen, dass die soge- nannte Globalisierung erst nach der Grenzöffnung stattgefunden und damit ein ungeheurer Zug in eine völlig andere Wirtschaftsform auch Lübeck erfasst hat. Die jetzige Arbeitslosigkeit ist eben strukturbedingt, der beschleunigte Abbau etwa der Basistechnologien und -industri- en auch in unserer Stadt ist mit eine der Folgen des Umstands, dass Lübeck Teil Europas und Europa Teil der Welt ist. Die Bedingungen für Ökonomie und Kapital sind wesentlich freier sind als die Bedin- gungen der Städte, die Infrastruktur, also die Wissens-Infrastruktur aufzubauen. Immer wieder stehen Wirtschaftsthe- men im Vordergrund. Mir hat jemand ge- sagt: Bouteiller war nicht der Bürgermei- ster der Wirtschaft. Würden Sie das akzeptieren? Als Aufsichtsratsvorsitzen- der der LHG hatten Sie ständig mit Wirt- schaftsbelangen zu tun ... Der Aulksichtsratsvorsitzende der LHG hat zumindest bewiesen, wie man eine Revolution der Organisation einer Hafengesellschaft stützt, und wie man in- nerhalb von zwölf Jahren den Umsatz dieser Gesellschaft von damals 40 Millio- nen auf inzwischen 180 Millionen erwei- tern kann, und die Mengen von damals 15 oder 16 Millionen auf heute über 25 Mil- lionen. Der technologische Höchststand ist mit mir geschehen und auch von mir forciert worden. Gleichwohl bin ich si- cher nicht der „Bürgermeister der Wirt- schaft“, was immer das ist. Ich habe mich bemüht, Bürgermeister dieser Stadt zu sein. Die Jahre 1994/97, also diese Brand- jahre haben, glaube ich, dargestellt, dass ich. ob ich wollte oder nicht, in einer be- stimmten Weise handeln musste. Das ist sehr unterschiedlich aufgefasst worden. Aber es war ein Schwerpunkt, den ich in der Außendarstellung dieses Bürgermei- sters gar nicht in der Hand hatte. In den letzten Jahren - nochmal „Bürgermeister der Wirtschaft‘? - habe ich mich bemüht, die Reorganisation der Stadtverwaltung aufgrund der geänderten Verfassung s0 zu forcieren, dass wir den Haushalt ausglei- chen. Das wird eine der größten Leistun- gen sein, nämlich eine Verwaltungsre- form in relativ kurzer Zeit zusammen mit vielen durchgesetzt zu h aben, die am Ende erfolgreich war. Wir werden 1999, Besuch im Pommernzentrum September 1998 mit Bundespräsi- dent Roman Herzog, Ministerpräsidentin Heide Simonis und Stadtpräsident Peter Oe rtling also im letzten Jahr, das ich mitzubestim- men hatte, einen ausgeglichenen Haus- halt haben. Ich denke, es gibt nichts wirt- schaftsfreundlicheres als genau jenes, dass eine Stadt die Mittel, die sie hat, s0 einsetzt, wie das in Lübeck geschehen ist; bei den wenigen Mitteln, die wir haben. Im übrigen beklage ich, dass sich die Wirtschaftsverbände - da bin ich in die- sem Sinne kein Bürgermeister der Wirt- schaft, wenn sie reduziert wird auf die Wirtschaftsverbände - dass die Verbände aus dem Leitbildprozess ausgestiegen sind. Ich bin nicht derjenige, der sagen würde: Ohne die Meinung der Wirt- schaftsverbände in diesem konkreten Konflikt gibt es kein Leitbild. Umgekehrt würde ich sagen: Ich würde mich bemü- hen, die beiden Sätze, um die es da geht, außer Streit zu stellen. Die Stadt brauch ein Leitbild, und wenn 90 Prozent diese, Stadt, die Interessengruppen in dicse, Stadt. im Dialog zur Wirtschaft steheh und die es an der Dialogstruktur, an de; ernsthaften Umsetzung missen läs;, müssen die nachbessern. Dafür würde j ich mich dann einsetzen. Sie sollen einmal gesagt haben, Li. d beck sei eine Stadt wie jede andere. [) Lübeck oder Bebra, das sei egal. Sehen Sie das noch so? Lübeck ist eine normale eurOPüisch. Stadt nach der Wiedervereinigung. Nj, Meinung, dass wir nun was ganz besqy. deres seien unter diesem Aspekt, halte jg für falsch. Und zwar deshalb, weil sie un als Bürger und alz Stadtverwaltun auf falsche Nicht anstrengung führt Wir müssen ung anstrengen, umz, mehr, weil wir für Investoren bein Standortwetths. werb mit Hamburg Berlin, Malms und Kopenhagen nit. halten müssen Dazu brauche ich zunächst einmz das Denken: yy, sind eine normal: europäische Stach Zweitens: Selhbzt verständlich habey wir ein steinerne, Weltkulturerbe Aber solange dj Bürger nicht erkey. nen, dass diese; Weltkulturerbe zj zu einer Besinnung auk die wirklich alte; Traditionen verpflichtet, solange sie dy nicht erkennen, dass sich daraus nicht ny der Denkmalschutz ergibt - das ist dg geringste Teil des Problems -, sonden dass sie für eine Zukunft der Kinder un Kindeskinder zu sorgen haben, nützt dy steinerne Weltkulturerbe nichts. Die Ver. pflichtung des Weltkulturerbes heißt, di Fernbeziehung zu aktualisieren, also ein dem Sinn nach europäische Stadt wiede zu einer europäischen Stadt zu mache Da sehe ich einige gute Anstrengungen aber sehr viele Nichtanstrengungen uni Selbstbespiegelungen. Dazu zählt auch was die Wirtschaftsverbände im Auger blick tun, an zwei Sätzen von 40 ein Leit bild scheitern zu lassen, das die gesamt Bürgergesellschaft umsetzen will. Du 130 Lübeckische Blätter 20001 ; yhlitviel frau un halte ick he gesÖ' Welc lich ? Das gechnul! gedark hindung pialog : wird gel Kön! Jer Ein: viert al: queh au nent 8 et Viel ¡chen k haben, Jahre r' nicht m einem s venomn und här unsere zeitung Mas in und des! Jen LN enn n nden I dann sa uk der dass die Ich sage richtig. nomme! zr Zeit pruch Was habe icl oder 19 schaft 4 dann ja - lübeckiscl
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