Full text: Lübeckische Blätter. 2000 (165)

Musik fremd sind. „Fetzig“ würden junge Besu- cher die Interpretation des Schlusssatzes nennen. Die großartige Fuge wurde dabei in Perfektion absolviert, so dass der Bei- fall prasselte. Den Dank statteten die Gä- ste noch einmal mit Mozart ab (zweiter Satz aus dem C-Dur-Quartett). Und hier- bei machte sich - o Wunder! - jenseits al- len Strebens nach schneller Zustimmung jene Besinnung breit, die skeptischen Zu- hörern bewies, dass das 1984 gegründete Ensemble mit allen interpretatorischen Wassern gewaschen ist. Konrad Dittrich Benefiz für die Lübecker Musikschule Nicht zum Schluss, sondern am An- fang hätte das Salonorchester der Lübek- ker Musikschule „Heinzelmännchens Wachtparade“ spielen sollen, um den Ein- zug der vielen Geigen-Zwerge beim Be- nefizkonzert des Lions-Clubs Bad Schwartau in den Audienzsaal des Rat- hauses zu begleiten: hoffnungsvoller Nachwuchs im Jungen Kammerorchester, das unter Leitung von Britta von der Lip- pe ein buntes Programm in vorbildlicher Gemeinschaftsleistung eröffnete. Nach einem Violinkonzert-Satz - für eine erst Siebenjährige doch recht hoch gegriffen - gelangen die Szenen aus Humperdincks „Hänsel und Gretel“ al- tersgemäß höchst reizvoll. Und auch die zahlreichen Solisten auf Flöte, Geige. Klavier und Gitarre zeigten solide Förde- rung durch ein Ausbildungsinstitut, das sich damit einen Namen gemacht hat. So erfuhr der Zweck dieses wohltäti- gen „Familientreffens“ zur Instrumenten- beschaffung überzeugende Berechtigung. Dozent Olaf Silberbach führte geschickt durch ein Programm, dessen Abfolge man getrost hätte etwas straffen können, das aber den sozio-kulturellen Bestrebungen dieses Serviceclubs entgegenkam. Für schwungvollen Kehraus sorgte das Salon- orchester der Schule mit Swinging Ever- greens. Hans Mlillies Zwei CD-Einspielungen der Musikhochschule Lübeck: - Joseph Haydn: Die Schöpfung - Trombones On Time Die beiden neuesten CD-Veröfkentli- chungen der Musikhochschule Lübeck sind bei gleich hoher musikalischer Qua- lität doch von sehr unterschiedlicher Art. Sie sind damit ein lebendiger Spiegel für die Vitalität des Musiklebens an dieser Ausbildungsstätte. Auf einer Doppel-CD liegt jetzt der Mitschnitt eines Konzertes vom Dezember 1998 vor, bei dem die „Schöpfung“, das frühere der beiden gro- Ben Oratorien Joseph Haydns, aukgetührt wurde. Auf einer anderen CD geben ins- gesamt 19 Posaunisten der Klasse von Professor Erhard Wetz mit „Trombones On Time“ einen Überblick über Arbeit und Möglichkeiten und zugleich ge- schichtliche Entwicklung der Literatur für die Posaune. Aufgenommen ist diese CD vor einem Jahr ebenfalls in den Sälen der Musikhochschule Lübeck. Die eine CD präsentiert somit ein gemeinsames Projekt vieler Studierender, die in Chor und Orchester sich in einer großen Aufga- be fanden, die andere gibt einen intimen Einblick in die Arbeit einer einzelnen Klasse. Das Posaunen-Ensemble gestaltet in unterschiedlichen Formationen und unter Nutzung historischer Instrumente zu- nächst Werke der alten Musik, Werke aus Renaissance und Barock. Eine Pavane von Moritz Landgraf von Hessen, eine Suite von Claude Gervaise, drei Tänze William Byrds und zwei Sonaten eines Anonymos bilden den Beginn. Mit den „Sieben Bagatellen für 12 Posaunen“ (1979) von Frigyes Hides wird die ganz andere Nutzung der Posaune in klangli- cher und dynamischer Art in der klassi- schen Moderne offenbar, eine Musizier- weise, die auch in ihrer sinfonischen Ge- staltung hervorragend den anderen gesell- schaftlichen Bezug des Musizierens in unserem Jahrhundert zu zeigen vermag. Die weiteren Einspielungen führen von eigens für dieses Ensemble komponierten Werken („Light Metal“ von Carsten Bor- kowski) oder Ersteinspielungen (die am Sängerwettstreit orientierte Komposition „Tannhäuser-Oktett“ von Daniel Behle) über geistreich ironische „Charakterbil- der“ chemischer Substanzen in Jan Van der Rooste „Chemical Suite“ zu unter- haltsamen Werken. Diese nutzen die Ver- mischung neuer Musizierweise mit alter Form in der „Passacaglia‘“’ von Allen Cha- se oder unterschiedliche Pop-Stile wie in Lowell E. Shaws „Quipperies“. Den Ab- schluss der auch in der Abfolge der Stük- ke wohl durchdachten Reihe bilden die Ersteinspielungen von Werken des Trom- peters, Komponisten und Arrangeurs Tor- sten Maaß. „Music on a Day Off“ und, als lockere Zugabe, „Tebones on Parade“ der alle 19 Mitglieder des Ensembles mit. wirken. Erhard Wetz gestaltete zudem eih sehr informatives Beiheft, das so wie ng benher sein pädagogisches Konzept ve, rät: eine profunde Ausbildung in allen Sti. len, bei der die technische Perfektion uy das Ensemblespiel von Gestaltungsfähj, keit und Musizierlust zeugt. Schade, dag ' die Musikhochschule in naher Zulkunt auf diese Klasse verzichten muss, Wei andernorts Wetz offensichtlich noch at. traktivere Arbeitsbedingungen gebote, werden. ! Haydns „Schöpfung“ zeugt wiederyy in anderer Weise von dem hohen Könne; t an dieser Hochschule. Die Aufnahme at met dabei nichts von Ausbildungsmusji; Im Gegenteil: die sorgsame Einstudig, » rung, die gestalterische Fähigkeit der S, listen, die Beweglichkeit des Orchestey, und der kraftvoll-harmonische Klang (h, Chöre lassen einen großen Hörgenuss zy S der zudem den Charme des Likemi, s schnitts vermittelt: die anfängliche Vo, sicht, die sich immer mehr von Nervosit; und Anspannung befreit und zu Selbstve, ständlichkeit und Leichtigkeit wandey Die Einstudierung und Leitung liegt bi dem erfahrenen Gerd Müller-Loren, Professor an der Hochschule seit 1995 Neben dem Chor und Kammerchor (h Musikhochschule singen Mitglieder de Lübecker Kammerchors (Einstudieruy, Andreas Krohn). Als Solisten sind die V. pranistin Miriam Meyer, Studentin an dg Hochschule bei Dr. UIf Bästlein, (wuy derschön ihre Arie „Auf starkem Fittiche im Zusammenwirken mit der Flöte), g Tenor Martin Hundelt, der an der Hoch schule 1993 seine Konzertreikeprüfun, machte, und als Bass Jörg Schneider . hören. Hier hat man drei Stimmen gef den, die klanglich sehr gut harmoniere und dennoch die Eigenart ihrer Stimme; im plastischen Miteinander bewahrey auch sehr gut ausgesteuert im lebendige; Konzertieren mit dem hervorragende; Chor. Auch hier sei noch kurz auk das Bej heft hingewiesen, das sehr informgdatj über die Komposition (Prof. Dr. Volks Scherliess) und über die Ausführendg unterrichtet und den gesamten Text abge druckt liefert. Beide Neuerscheinungen sind bei Ve; anstaltungen der Musikhochschule ody im CD-Fachhandel in Lübeck zu bekon men. Arndt M| 90 Lübeckische Blätter 2000 \ Umgal für die ge Ant Vere Gesc Alter Hinsic am 15. tur“ in musste jetzt n gklave Herr I sund i Versuc Vere Fonnal Musik NDR-! Leitur Klavie §. Moi Prokol Dvoktál Karten tes Str. Sonnal Uhr sp Emers Haydn §chost cis-Mc Lübeckis
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