Full text: Lübeckische Blätter. 1999 (164)

Iter. thrin | I 50. | lian, I haft. LÖÜB E CKISCHE BLATT ER rein | 57. Februar 1999 . Heft 5 . 10ta. 2 ; íQ a, ., In- ) Li. chts. . FHuropäische Charta der Gebiets- und Minderheitens ur § | 1 nkormationsveranstaltung vun de Plattdütsche Volk erein M | von Bernd Dohrendorf ziey, | t > Es war einmal nicht die immer noch s für diskutierte Rechtschreibreform, die wie- . der durch die Presse geisterte. Die Zeitun- Wes. | ven berichteten über das für Deutschland e | f vermeldende Inkrafttreten der europäi- “q. | p Sprachencharta. r. Dr yer allerdings meinte, jetzt werde die Neu- erein eutsche Sprache endlich vor dem Ein- U; dringen englischer Wörter aus Großbri- Hans. tannien oder dem noch ferneren Amerika cher geschützt, jetzt solle die Rückbesinnung Ben. | quf die heimatliche Ausdrucksweise LE- vd | fördert werden, mußte sich enttäuscht se- sara hen. Die Wortwahl eines am gleichen Tag |: den Briefkästen gelangten örtlichen O N für Wirtschaft und Politik in der Hansestadt Lübeck“ bleibt auch wei- | terhin ungerügt, wenn dort steht, im April | werde das „Slow Food Festival“ in der R | Hansestadt stattfinden, für den Einzel- j handelsstandort Lübeck würden ,„Facto- DL. | ry-Outlet-Center“ eine Herausforderung sein, wäre der „Contigo Fair Trade Shop“ tent: | ein besonderes Einzelhandelskonzept. Es geht bei der europäischen Spra- Ss. | chencharta nur um Regional- oder Mino- schat jtätensprachen, also Gebiets- oder Min- ükeh derheitensprachen. rzmmz Wie problematisch, wie geschichtsbe- —] in i laden, wie politisch belastet Sprachfragen "tilt sind, zeigt auch gerade diese europäische | Charta. Das Dokument ist in English and ontor. French, en francais et anglaise ausgefer- weck | jqt. Sie liegt für alle Mitgliedstaaten des 164. Jahrgang . . „Dat hett’n beten duurt‘“ - Niederdeutsch soll mehr geschützt und gefördert werden Europarats zur Unterzeichnung auf; es können auch andere Staaten beitreten. In deutscher Sprache wurde die Urkunde je- doch nicht erstellt, obwohl Deutsch im Bereich der 40 Mitgliedstaaten des Euro- Parats ~ abgesehen vom eurasischen Ruß- land - die meistgesprochene Sprache und allein in 5 dieser Staaten die offizielle oder zumindestens die hauptverbreitete Amtssprache ist. Die Tatsache, daß in vielen europäi- schen Ländern durch Einwanderungen neben der offiziellen Landessprache gera- de diese Sprachen der Migranten zu den inzwischen meistbenutzten Sprachen im Gebiet dieser Länder gehören - so ist in Deutschland neben dem Deutschen das Türkische die zweithäufigst zu hörende Sprache -, hat die Mitglieder des Europa- rats nicht davon abgehalten, eine Charta kür die herkömmlichen Gebiets- oder Minderheitensprachen auf den Weg zu bringen. Vielleicht hat es sie, unausge- sprochen, auch beflügelt. Jedenfalls ging es bei der Plattdüt- schen Volksgill to Lübeck am 5. Februar international zu. Der Vorsitzende des nie- derdeutschen Tochtervereins der Lübek- kischen Gesellschaft zur Beförderung ge- meinnütziger Tätigkeit, Gillnmeister Karl-Heinz Nissen: „Dat hett’n beten du- urt, man vun’n I. Januar 1999 gellt nu de „Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen.. Zeitungen und Zeitschrift der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit B prachen für Deutschland in Kraft getreten - sgill to Lübeck in de „Gemeinnützige“ Fernsehen hebbt dorvun bericht’. Liekers süht dat so ut, as wenn dat Lüüd geven deit, de dor nich so dörchkieken.* Um dem abzuhelfen und um die Charta mehr in das Bewußtsein der Öffentlichkeit zu rücken, hatte die niederdeutsche Vereini- gung zu einer Informationsveranstaltung in die „Gemeinnützige“ eingeladen. Kul- tursenator Ulrich Meyenborg wer ok dar- bi un har en Charta kregen - to’n Nalesen. Die Europäische Charta der Gebiets- oder Minderheitensprachen In der Präambel der Charta wird auf das Ziel des Europarats verwiesen. eine enge Verbindung zwischen seinen Mit- gliedern herbeizuführen. um insbesonde- re die Ideale und Prinzipien, die ihr LE- meinsamen Erbe bildeten, zu wahren und zu verwirklichen. Der Schutz der ge- schichtlich gewachsenen Gebiets- oder Minderheitensprachen Europas, von de- nen einige allmählich zu verschwinden drohten, trage zur Erhaltung und Ent- wicklung des kulturellen Reichtums und der Tradition Europas bei. Das Recht, im privaten Bereich und im öffentlichen Le- ben eine Regional- oder Minoritätenspra- che zu gebrauchen, stelle ein unveräußer- lichen Recht in Übereinstimmung mit den im internationalen Pakt der Organisation der Vereinten Nationen über zivile und | Abbildung auf der Titelseite: Moritz von Schwind: „Emanuel Geibel und seine Frau Ada | Feder in Schwarz über Blei, 21 : 33 Zentimeter (Ausschnitt) (siehe dazu Beitrag auf Seite 70) (Amanda), gezeichnet von Luise Kugler“, um 1852/1855, Aquarell über er 19994 Lübeckische Blätter 1999/5 61
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