Full text: Lübeckische Blätter. 1999 (164)

Leserzuschriften / Literatur / Stadtbibliothek Leserzuschriſten Zum Kommentar ,.Roall- Kommando“ in Nummer 15 der „Lübeckischen Blätter‘ Diese Überschrift ist ungeheuerlich, denn mit der Wortverbindung ..Roll- Kommando“ tauchen böse und schmerz- liche Erinnerungen auf. Der Bürgermeisterkandidat Dr. Achim Roll soll auf einer Versammlung des CDU-Wirtschaftsrates, an der der Verfas- ser des Kommentars, der Schriftleiter die- ser Blätter, nicht teilgenommen hat, laut eines Berichtes in den „Lübecker Nach- richten“ Schlimmes gegen den Denkmal- schutz gesagt haben, denn er will einen „zukunktsorientierten Umgang mit dem Denkmalschutz“. Wer sollte das in dieser Stadt nicht wollen. Auch der von dem Autor zitierte und im Herbst 1970 nach einem Vortrag über „Die Große Petersgrube‘“ im wegen Überfüllung polizeilich gesperrten „„Gro- Ben Saal“ der „Gemeinnützigen“ gegrün- dete „Ausschuss zur Erhaltung Lübecker Baudenkmäler“, dessen Vorsitzender der Verfasser dieser Zeilen damals war, woll- te keine „Museumsstadt‘“, sondern eine lebendige Altstadt, deren damals wie auch heute leider schon wieder verfallen- de mittelalterliche Bausubstanz er retten wollte, deshalb die so erfolgreiche Aktion „Rettet Lübeck“. Und nichts anderes hat nach dem Kommentar der Bürgermeister- kandidat Dr. Achim Roll gesagt - und wie er es gesagt hat, hat der Verfasser nicht gehört. Er will das an einem von Herrn Dr. Roll vorgebrachten Beispiel entnom- men haben, nämlich dem zum Verkauf stehenden städtischen Gebäude Ecke Fleischhauerstraße/KönigstraBe, wo In- vestoren erwarten sollen, dass die Par- terrefenster bis zur Straßenkläche herun- tergezogen werden. damit Schaufenster und Ladentüren geschaffen werden kön- nen, wie es in dem gegenüberliegenden Gebäude aus etwa gleicher Bauzeit ge- schehen ist; hier hat man sogar das Unter- geschoss aufgebrochen, um den breiten Eingang zur Buchhandlung Weiland schaffen zu können. Und solche Zugeständnisse müssen geschehen, denn es müssen nicht nur die Fassaden stehen, sondern hinter ihnen muss heutiges Leben möglich sein. Auch die „Gemeinnützige“ hätte das „Alte Brauhaus“ in der Hüxstraße nicht erwerben und zum Studentenwohnheim umgestalten können, wenn nicht an den Obergeschossen die Fenstersimse verän- dert worden wären, um die für Wohnräu- me heute vorgeschriebene Geschosshöhe erreichen zu können. Sehen tut das nur der stilkundige Be- trachter. Der von dem Verfasser, dem Schriftleiter dieser Blätter, gezogene Schluss, der Bürgermeisterkandidat wür- de in Lübeck „Potsdamer Verhältnisse“ schaffen, ist ganz ungerechtfertigt. Das Hässliche dieses Kommentars aber bleibt die Überschrift „Roll-Kom- mando‘. Hätte dort gestanden „Dr.-Roll- Kommando“ oder auch nur „Achim-Roll- Kommando“, wären die Assoziationen zu den „Rollkommandos“ nicht aufgetreten. Diese waren eindeutig gewollt und sie überschreiten „die Fairnessgrenze“, die für die „Lübeckischen Blätter“ gilt und weiter gelten sollte! Rolf Sander Literatur Lübecker Arzt über ein ungeheuerliches Geschehen Von Eugenik und Rassenlehre zu , Euthg. nasie “ und Rassenwahn. Von Bern Cay. rière. Verlag Wehle. Bonn. 1999. Wir zeigen nachtolgend ein Büchlein an, das nicht unmittelbar zur Lübeck-1Lj. teratur gehört, da es aber von einem Li. becker Bürger verfasst wurde, in dieser Stadt von Interesse sein wird. Dr. Bern Carrière, geboren 1921 in Hohenlychen/Templin, ist Nervenarzt und war in psychiatrischen Kliniken Heilanstalten und als niedergelassener Facharzt in Lübeck tätig. Aus eigener Be. trokkenheit und fachlichem Interesse her. aus sind verstreute Anmerkungen zu dem Thema Eugenik und Rassenlehre und Eu- thanasie und Rassenwahn gesammelt und geordnet worden in der Hoffnung., das un- geheuerliche Geschehen in der national- sozialistischen Zeit besser verstehen zy können. d Übergabe eines Bildes von Wilhelm Stahl an die Stadtbibliothek Lübecks Stadtbibliothek ehrt Persön- lichkeiten, die sich um das Institut ver- dient gemacht haben. So wurde jetzt ein Bild des langjährigen Leiters der Musik- abteilung, Professor Wilhelm Stahl, im Mantels-Saal gehängt. Wilhelm Stahl wurde 1872 geboren. Seine Ausbildung zum Orgelspieler er- hielt er vom Marienorganisten Karl Licht- wark, in Gesang und Musiktheorie bei Professor Carl Stiehl. Seit 1897 wirkte Stahl in Lübeck als Organist. Höhepunkt dieser Tätigkeit war seine Berufung 1922 zum Domorganisten. Er hat aber auch als Continuvospieler bei Konzerten Walter Krafts in Sankt Marien mitgewirkt. Dane- ben war er im Lehrerseminar und an der Oberrealschule zum Dom tätig. Von 1911 bis 1953 betreute er die Musikabteilung der Stadtbibliothek und wurde dort 1920 kest angestellt. Unter Stahls Publikationen ist beson- ders sein Standardwerk „Musikgeschich- te Lübecks“ hervorzuheben. Sie brachte ihm als Anerkennung die Ehrendoktor- würde der Kieler Universität. Auch küm- merte sich Stahl um die Musikbibliothek des 1942 ausgebombten damaligen Staatskonservatoriums. Musikwissen- schaft und praktisches Musizieren waren die beiden Pole im Leben Wilhelm Stahls. Er wurde mit dem Professorentitel geehrt, und nach ihm wurde der „Wilhelm-Stahl- Weg“ benannt. Die Stadtbibliothek erhielt 1994 Stahls Nachlass. Dieser wird mit anderen Dokumenten von Lübecker Komponisten im Nebenraum des Mantels-Saals aufbe- wahrt. Dort sollte auch ein Bild Stahls. das der Lübecker Portraitmaler Behrens- Ramberg fertigte und Stahl an seinem Ar- beitsplatz zeigt, aufgehängt werden. Die- ses Bild wurde aber bei einer Ausstellung entwendet und tauchte nicht wieder auf. Der mit der Familie Stahl befreundete Maler Professor Knabe hat ein neues Öl- bild geschaffen, das den Musikwissen- schaftler und Organisten sehr typisch zeigt. Der Berichterstatter erinnert sich des kleinen, agilen und konzentriert blik- kenden alten Mannes gut, der respekthei- schend, aber auch sehr vergnügt sein konnte. Hans Mlllies 238 Lübeckische Blätter 1999/16 | f ~~ Natr Folge Das jetzt I das ers Trave I gebiet mit sei chen al beck : Grönar Herzog kung v erklärt. 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