Full text: Lübeckische Blätter. 1999 (164)

[dern rran- das- Vier- und sOT g- drei Juite Ppielt a8Sik t das . am den sche Kö- tiges nkte VEr- illies mner- samt hen- ins- ; den Jast- Inse- lein- Ixpo k ist Sin- Ver- jetet | r der Chef geg iani- - ONs- Aoll- e für isten ble- € Er- nber Flor )99/15 ein zum ersten korrespondierendes Pro- gramm: Wieder steht ein Solokonzert Tschaikowskys, diesmal das beliebte Vio- linkonzert mit dem griechischen Geiger Leonidas Kavakos, einer Schostako- witsch-Sinfonie gegenüber, hier der zehn- ten, die als eine ,„faustische“ bezeichnet wurde. Im dritten Konzert am 19. Januar kolgt nach Beethovens sechster Sinfonie, der „Pastorale“, die vierte des dänischen Spätromantikers Carl Nielsen mit dem Beinamen „Die Unauslöschliche“. Am Pult steht der unvergessene und beliebte vorherige Chef der Sinfoniker, Herbert Blomstedt, dem dieses Programm ein be- sonderes Anliegen ist. Dem jungen finnischen Dirigenten Mikko Franck ist eine große Karriere vor- ausgesagt. Er ist für das vierte Konzert am 5. Februar verpflichtet. Zwei Werke Musik in der Hansestadt Lübeck in der Saison 1999/2000 seines Landsmanns Sibelius, die Tondich- tung „En Saga“ und die selten zu hörende siebente Sinfonie, stehen neben Rachma- ninokks drittem Klavierkonzert auf dem Programm. Als Solist ist hier Arcadi Vo- lodos zu hören, einer der zur Zeit meist beachteten Pianisten. Auch im fünften Konzert am I11. März ist wieder ein Klavierwerk zu hören, Pro- kokjews frühes zweites Werk dieser Gat- tung; Solist ist Tzimon Barto. Christoph Eschenbach ergänzt das Programm mit Stanislaw Moniuszko und Antonin Dvor- äk. Von dem polnischen Romantiker hat Eschenbach dessen „Wintermärchen“ LE- wählt, von Dvoräk erklingt die achte Sin- konie. Kent Nagano steht nicht zu ersten Male vor dem Orchester. Er bringt zum sechsten Konzert am 8. April den Chor des Norddeutschen Rundfunks mit, um Ravels gesamtes Ballett „Daphnes et Chloé“ aufzuführen. Das Programm be- ginnt mit Schönbergs noch spätromanti- schem Opus 4, der „Verklärten Nacht“. Das vorletzte Konzert schließlich diri- giert wieder Eschenbach. Es enthält klas- sische Werke, mit denen das Orchester danach auf eine Japan-Reise geht. Schu- manns zweite Sinfonie und Beethovens siebente sind die Programmpunkte Die Konzerte bieten interessante, nie langweilige Programme, gehen allerdings auch keine Wagnisse ein. Kein Werk LE- hört dabei der Avantgarde an. So handelt es sich wieder um eine vorsichtige, auf Publikumszustimmung zielende Disposi- tion, die namhafte und zugkräftige Musi- ker präsentiert, zudem auch außerge- wöhnlichen Nachwuchs. Arndt Voß LITERATUR . THEATER . MUSIK . AUSSTELLUNGEN . VERANSTALTUNGEN Bildende Kunst „Neues von Adam und Eva‘ im Kunsthaus Lübeck Die Lübecker Künstlerin Angela J. A. Kallen, geboren 1953 in Stockelsdort, zeigt etwa siebzig Arbeiten auf und mit | Papier, vornehmlich aus diesem Jahr, im Kunsthaus in der Königstraße 20. Seit ih- | rer Präsentation „Blickaffären“ 1988 im Künstlerzentrum Engelswisch ist dieses wieder eine Einzelausstellung in I- beck, mit der Kallen zu einem Thema Variationen und Nebenwege aufzeigt, sich klug dabei Ab- und Ausschweifun- gen enthält. Titel zeigen die Welt der Eva auf, die des Adam und „Evadam“’, eine androgyn deutbare Wortschöpfung der Künstlerin, der auch Ironie nicht fremd ist. Wenn Adam mit der Kaktusfeige verführt wer- den soll, hat er vor dem Genuss des köst- lichen Fruchtfleisches eine bösartig sta- chelige Außenhaut zu überwinden. Übri- gens ist „Versuchung: Kaktusfeige“, Ma- lerei, Zeichnung auf Leinwand 1999, ei- nes der schönsten Bilder der Ausstellung. Dem Aptel aus paradiesischen Tagen ha- ben sich Khaki-Früchte, französische To- maten, Granatapfel, der ebenso wie die Kaktusfrucht ein sinnlich-rotes Innenle- ben hat, aber auch die Zitrone zugesellt. Das Repertoire der modernen Eva ist groß und führt doch immer wieder auf die Ur- korm der Versuchung zurück, den unbe- kleideten weiblichen Körper. So wird eine der schönsten Eva-Darstellungen zi- tiert, ihre verführerische Haltung vom Modell unserer Tage übernommen: näm- lich die Eve des Meisters Gislebertus aus Autun, um 1130 in Stein gehauen. Aus dem engen Zirkel von Selbstdarstellun- gen, die sich bei diesem Thema anbieten, tritt Kallen hinaus. So sind eine Reihe meistens kleinfor- matiger Mischtechniken entstanden aus Malerei, Zeichnung, collagiertem Papier. Mit eher zarten Farben wird Zeichnung, linear mit wenig Schraffur, eher gehöht statt verdeckt. Das kleinste Format ist postkartengroß, oder sollte man eher sa- gen teefiltergroß, denn dieses transparen- te und doch erstaunlich feste Material ist Malgrund, Collageschicht, formatbestim- mendes Rechteck. Und Adam? Fr zeigt Zunge wie Eva, zum Schmecken bereit wie zu trotziger Auflehnung mit einer Geste, die Erwar- tung ebenso demonstriert wie das trium- phierende ,ätsch!“. So ist Emanzipation auf beiden Seiten vorhanden, gemeinsam aber im Thema ,Evadam“. Vielseitig, mehrschichtig ist diese anregende Aus- stellung, die im Kunsthaus Lübeck vom 4. bis zum 30. September besucht werden kann. Gerda Schmidt Darstellende Kunst La Bohème im Großen Haus Festlich wurde das Musiktheater 1999/2000 mit einer sehr geglückten Neuinszenierung von Puccinis „La Bohé- me“ eröffnet. Fast genau in einem Zehn- Jahres-Rhythmus ist diese so beliebte Oper in einer Neuinszenierung wieder in Lübeck zu hören und zu sehen. Im No- vember 1979 und im Januar 1989 gab es das Werk in deutscher Übersetzung, nun erklang die Komposition - einem gewis- sen Trend entsprechend - im italienischen Original. Das kommt sicherlich der sän- gerischen Gestaltung sehr zugute; eine noch so gute Übersetzung wird immer LE- wisse Mängel im Wort-Ton-Verhältnis aufweisen. Und wenn auf eine Übertite- lungsanlage verzichtet wird - „man muss wissen, worum es geht, auch ohne jedes Wort zu verstehen“, so der Regisseur in den „Lübecker Nachrichten“ am 9.9. -, so ist das sicher richtig. Dennoch entgeht dem Zuhörer vieles. Natürlich ist der Grundzug der Handlung jedem Opern- freund bekannt. Die Einzelheiten aber ge- hen verloren, seien sie heiter - zum Bei- spiel Begegnung der Künstler mit dem Hauswirt -, streitend, abschiednehmend oder erinnernd. Nun, der italienische Maestro hat in gewisser Weise durch sei- ne Musik vorgebeugt. Begleitende und er- Lübeckische Blätter 1999/15 229
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