Full text: Lübeckische Blätter. 1998 (163)

Deck e Org rung t er Ge- Zie- AUS- den Per- nitt- . der | im SsPa- Wil- t der ialer Lü- hon alle. und Inst. laus I im falt. sche [Eise Eine sten ber- not- r Er- igen Ni- Van- E- 998/6 Ausstellungspavillon der Overbeck-Gesellschaft im Behn-Haus-Garten +- Ausstel- lung „Wechselnde Geschwindigkeiten“ von Stefan Becker und Andreas Schmidt schieht unter Hans Friedrich Geist - ab 1946 Künstlerischer Leiter der Overbeck-Gesellschaft. was von hierab ein Ehrenamt ist. Er knüpft Kontakte zu auswärtigen Institutionen. versucht den Anschluß an die internationale Kunst- szene, vollzieht mit die Orientierung von Frankreich nach Amerika den Einzug in die zeitpräügenden Kunstrichtungen - Pop art wird in Lübeck ausgestellt - und schränkt für die Overbeck-Gesellschaft die Aufgaben in der heimischen Kunst- und Kulturpflege ein. Letzteres hat auch mit Raumveränderungen zu tun. Die Lübecker Künstler erhalten ein Ausstel- lungsdomizil am Dom. Die Zeit ist eine andere, und auch die Kunst hat sich gewandelt. Neue Me- dien bestimmen das Bild von der Kunst. Die traditionellen Medien wie Öl auf Leinwand, die Bleistiftzeichnung auf Papier, das Aquarell werden weiter mit Erfolg betrieben. Der Alltag wird künst- lerisch nobilitiert und zieht in die Aus- stellungen ein. Aus dem I’ art pour I’ homme, einer Kunst für den Menschen, wie sie Hans Friedrich Geist für seine „Dokumenta“ 1968 formulierte, ist eine Kunst geworden, wo der Empfänger sich autorisiert fühlt zu bestimmen, was Kunst ist, nicht der Absender, der Künstler oder die Künstlerin: L'hnHomme pour I’ art. Die Kunstvermittlung wird zur Bestätigung des Vertrauten, des Ur- eigenen aus Erfahrung und Erlerntem. Wie kann ein Verein von Kunstfreun- den, der sich um das Beste aus dem Kunstgut der jeweiligen Zeit bemühte, Kunst als puristische Kunstsache, als „l’ art pour Il’ art“-Standpunkt und auch als „I’ art pour I’ homme‘-Aufgabe, als humanistische Mission, vermitteln? Lübeckische Blätter 1998/6 (Foto: Stefan Becker) Der Wirkungskreis von Gegenwarts- kunst mußte erweitert werden, und sie sollte dort auftreten, wo sie nicht ver- mutet wird. Sie kann sich im eigenen Kunstambiente monologisierend und sich selbst stärkend ausstellen. Das ist ihre artifizielle Keimzelle. Wuchernd und wachsend sucht sie sich Orte, die der Arbeit des Künstlers entgegenkom- men. Sie geht auf die Straße, zeigt sich in Schaufenstern, ob nun in Einkauks- straßen oder auf Bahnhöken. Sie pflegt den Kontakt mit Kirchen, Kino und Theater. Sie belebt die Stadt, setzt Ak- zente und spielt dem Alltag auf. Sie tut es nicht als Dekor, sondern greift ein und gibt dem Kunstwerk existentiellen Raum im Alltag. Kunst wird Teil des halbötfkentlichen und öffentlichen Rau- mes. Vier Ausstellungen mit grenzüber- schreitenden Aktivitäten an anderen Or- ten und eine Feier im Pavillon stehen auf dem Programm des 80. Jubiläums- jahres 1998. Die erste Ausstellung läßt den Pavil- Ion zum begehbaren dreidimensionalen Bild werden. Kunst als Interpretation des Ortes wird für Stefan Becker und Andreas Schmid eine dialogische Her- ausforderung mit Farbe und Konstruk- tionen aus Schnüren, Drahtseilen, Ar- miereisen und Bändern. Der weile Pa- villon wird durch die rot-gelb-blauen Fensterbemalungen von Stefan Recker zur Bildfläche und zu einem leuchtend farbigen Kunstschrein. Die drei Innen- räume spielen in den drei Farben eine andere Tonart. Durch die zeichneri- schen Setzungen in verschiedenen Ma- terialien hat Andreas Schmid in den Fachraum rhythmische Dynamik und perspektivische Neuorientierung einge- zogen. Eine Installation ist nur als er- weiterter Augenblick einer Ausstellung zu sehen. Sie wird anschließend abge- baut. Ein Katalog dokumentiert mit Bild und Wort die Beziehungen von Ausstellungsarchitektur und künstleri- schem Eingriff. Die Öffnung nach au- Ben ist in der Overbeck-Gesellschaft Programm geworden. Schaufenster, die Mitglieder der Overbeck-Gesellschaft als Ausstellungsrüume zur Verfügung stellen werden. können auch selbst zum Kunstwerk werden. Die Glasvitrine auf dem Lübecker Hauptbahnhof. die jetzt ein zweites Jahr genutzt werden kann., leuchtet unter dem roten Overbeck-Si- gnum in blauer Farbe. Im Innenraum sind Schnüre gespannt,. deren Projektio- nen auf die Scheibe sich in durchschei- nenden. unbemalten Glaslinien und kreuzen zeigen. Die Verschränkung der beiden Kunstprinzipien von Malerei und Zeichnung bringt eine neue irritie- rende Variante in die Öffentlichkeit. Den Hintergrund oder das Ambiente zur 80-Jahr-Feier werden die Farbräu- me der ersten Ausstellung bilden. Nur die Bodenarbeiten sind weggeräumt. Gefeiert wird im dreidimensionalen be- gehbaren Bild. Sie - die Ausstellung - bildet den Rahmen. Die Gäste sind die mitspielenden Figurationen in einem tableau vivant. In der Vorstellung der acht Dekaden wird Historie der Overbeck-Gesellschaft lebendig. ohne zum Theater zu werden. Ein Schauspie- ler wird die Texte aus der Kunstge- schichte unseres Vereins zitieren, ohne ein Kunsttheoretiker zu werden. Die Annäherung. nicht das Ersetzen, mit unterschiedlichen Mitteln ist gewählt, um das Einst und Heute eines Kunst- vereins transparent zu machen. Altes bewahren, Neues ausprobieren und aufs Heute hinterfragen. wäre eine be- stätigende Schrittfolge. Bilder über Bilder. dem Vreigensten von Ausstellungen. ob nun an Menge oder an Thematik. wird mit der Aus- stellung von Friedemann Hahn ..Legen- den leben lang“ in den Pavillon einzie- hen. Das traditionsreiche Bild an der Wand ist im Mittelpunkt. Es ist die ein- zige und erste Bilderausstellung in die- sem Jahr. Wir zeigen gemeinsam mit dem Neuen Museum Weserburg Bre- men, dem Kunstverein Lingen und dem Haus am Waldsee eine Auswahl von Bildern aus den Jahren 1972 bis 1997. Nicht nur Grenzsituationen zwischen Figurenmalerei und Abstraktion halten die Spannung. darüberhinaus sind es Themen. die die Blicke fesseln und ei- nen Zeitnerv treffen. Ozeanische Un- endlichkeitsgefühle;: Schiffsbrüche. die Bilder teilen; Bilder vom Hollywood- Kino der Beziehungen von Mann und Frau; Stars. die Maler spielen. oder 87
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