Full text: Lübeckische Blätter. 1998 (163)

150 Jahre Gemeinnütziger Verein zu Travemünde 150 Jahre Gemeinnütziger Verein zu Travemünde Die Tochter in der Tochter Aut den Tischen im Festsaal stehen nicht einfach mehr oder weniger lieblos Kerzen: Hier zieren dickbauchige Gläser die Möbel. gefüllt mit weißem Strandsand, in denen die Lichter einen Halt haben; bei- gelegt sind Schalen verschiedener Mu- schelarten. Da weiß man wo man ist: am Meer. In der schönsten Tochter Lübecks. „Gemeinnütziger Verein zu Trave- münde“ ist ein Begriff im nördlichsten Stadtteil der Hansestadt an der Trave. Das zeigte auch die Festveranstaltung zum I SOjährigen Jubiläum dieser „Bürgerbe- wegung“ am 14. November: wegen der großen Teilnehmerzahl mußte man den Festakt von dem vorgesehenen Raum im Kurhaus in den größeren Kursaal nebenan verlegen. Der Erste Vorsitzende des Zusammen- schlusses Helmuth Wieck stellte in seiner Begrüßung denn auch die Verbundenheit der Travemünder mit dem Gemeinnützi- gen Verein heraus. Grußworte für die Hansestadt Lübeck überbrachte Stadtpräsident Peter Oert- ling. Er verwies auf die Gründung im Re- volutionsjahr 1848: In Travemünde hiätte es ebenfalls einen Aufbruch gegeben, der schließlich auch zur Gründung des Ge- meinnützigen Vereins geführt habe. Es hätte immer eine Bereitschaft zur Zusam- menarbeit zwischen der Stadt und dem Verein gegeben. Oertling wünschte wei- terhin Erfolg für die Arbeit. Als Jubilä- umsgeschenk überreichte er einen den Wappenadler zeigenden Lübeck-Leuch- ter mit weißen und roten Kerzen in den Farben der Stadt. Für die Sparkasse zu Lübeck übermit- telte ihr Direktor Wolfgang Pötschke Grußworte. Die Sparkasse zu Lübeck als von der Lübeckischen Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit gestiftete Einrichtung hatte mit der An- gliederung des Gemeinnützigen Vereins zu Travemünde an die „Gemeinnützige Gesellschaft“ in Lübeck die von der Tra- vemünder Organisation gegründete Spar- kasse übernommen. Pötschke verwies auf die hohen Investitionen der Sparkasse für ihre jetzige Zweigstelle an der Travemün- dung. Er wünschte dem Verein Tatkraft und Erfolg für die weitere Zukunkt. Sein Geschenk bestand aus einem Scheck, des- sen Geldbetrag zur Finanzierung der vor- gelegten Festschrift beitragen soll. Entstanden ist der Gemeinnützige Verein zu Travemünde aus der Travemün- der Liedertafel heraus. Ihr Erster Vorsit- zender Klaus Berndt richtete seine Gruß- worte also an den eigenen „Sprößling“. Er verband damit seine Hoffnung auf eine allseits glückliche Hand des Gemeinnüt- zigen Vereins. Berndts Jubiliumsgabe war eine Spende für die Arbeit dieser Or- ganisation Sei die Travemünder Liedertafel die biologische Mutter, so wäre die Lübecki- schen Gesellschaft zur Beförderung ge- meinnütziger Tätigkeit seit der Angliede- rung des Gemeinnützigen Vereins zu Tra- vemünde seine juristische Mutter, ergänz- te die Direktorin der lübeckischen „Ge- meinnützigen“ Renate Menken in ihren Grußworten. Die Tochter-Mutter-Bezie- hung sei aus der Sicht der Lübecker sehr positiv. Sie äußerte die Hoffnung, daß es auch „anders herum“ so gesehen werde. Menken wünschte eine auch weiterhin positive Arbeit des Gemeinnützigen Ver- eins für Travemünde. In dem Festvortrag des Ersten Vorsit- zenden des Jubilars mit dem Thema ,,Der Gemeinnützige Verein zu Travemünde - Historische Betrachtungen“ wurde eine Rückschau auf eineinhalb Jahrhunderte Vereinsgeschichte und acht Jahrhunderte Geschichte Travemündes gehalten. Als einen Höhepunkt in der Entwicklung des Städtchens an der Travemündung stellte er die Einrichtung einer Seebadeanstalt heraus. Einen bedeutsamen Vorgang in der Entwicklung des Vereins beschreibt Wieck in der Festschrift so: „Ihm drohte die Auflösung. So war es vielleicht noch von Vorteil, daß der Gemeinnützige Ver- ein zu Travemünde auch am I. April 1937 der Gesellschaft zur Beförderung ge- meinnütziger Tätigkeit in Lübeck, die sich, um zu bestehen, dem Nationalsozia- lismus schnell geöffnet hatte, als Tochter- gesellschaft angegliedert wurde.“ Aus- drücklich bezeichnete Wieck die jetzige Zusammenarbeit zwischen dem Gemein- nützigen Verein zu Travemünde und der lübeckischen Gesellschaft als gut. Der Verein fühle sich als „Tochter“ unter der Haube der „Gemeinnützigen Mutter-Ge- sellschaft“ in der Hansestadt „eigentlich recht wohl“. Er wünschte sich eine ge- deihliche Zusammenarbeit zum Wohle Lübecks und Travemündes. Die Festveranstallung wurde um- rahmt von dem Gemischten Chor der Tra- vemünder Liedertafel, den Sängerinnen und Sängern der „biologischen Mutter“ also. Der „Gemeinnützige Verein zu Trave- münde‘“ wurde von der , Travemünder Liedertavel von 1843“ am 22. November 1848 gestiftet, nannte sich zunächst „„Ge- meinnütziger Verein der Travemünder Liedertafel“ und - so in den Gründungs- statuten ~ „bezweckt, gemeinnützigen Sinn und gemeinnützige Tätigkeit unter seinen Mitgliedern wie außerhalb seines Kreises zu wecken und zu fördern.“ Dazu gehörte auch, daß bereits im Jahr 1850 von mehreren Mitgliedern des Gemein- nützigen Vereins wiederum die Sparkasse zu Travemünde eingerichtet wurde; die Travemünder hatten sich wohl an der 1789 gegründeten Lübeckischen Gesell- schaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit orientiert, die mit der Bildung der Spar- und Anleihekasse 1817, der heutigen Sparkasse zu Lübeck, schon gute Erkahrungen gesammelt hatte. Im Jahr 1867 erfolgte die Trennung des Gemeinnützigen Vereins von der Lie- dertafel. Dann wurde 1937 der Gemeinnützige Verein zu Travemünde der Lübeckischen Gesellschaft zur Beförderung gemeinnüt- ziger Tätigkeit als Tochterverein ange- gliedert. Die Sparkasse des Vereins war von der Spar- und Anleihekasse der „Ge- meinnützigen“ in Lübeck zu übernehmen und erhielt den Status einer Zweigstelle. Heute hat der Gemeinnützige Verein zu Travemünde rund 600 Mitglieder. Die Festschrift: Gemeinnütziger Verein zu Travemünde 1848-1998 150 Jahre - Ein Lese- und Bil- derbuch. Zusammengestellt von Hellmuth Wieck. Buch- und Offsetdruckerei Horst Vogel. 8 %, 112 Seiten, 95 Abbildungen. Lübeck. 1998. Die Festschrift enthält unter anderem einen Rückblick „Der Gemeinnützige Ver- ein zu Travemünde - 150 Jahre im Dienst Travemündes “, den Beitrag ,„Die Spar- kasse zu Lübeck - seit 1850 in Trave- münde “, eine Chronik in Bildern sowie Sagen, Berichte und Gedichte von und über Travemünde. d 300 Lübeckische Blätter 1998/19 „V Ré Dr. I ] R D broo! Kons ler e deck. hast aus ? Len . 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