Full text: Lübeckische Blätter. 1998 (163)

Zum Wechsel in der Leitung der Musikschule 20 Jahre Lübecker Musikschule der „Gemeinnützigen“ Ende 1977 war der Verein Lübecker Musikschule finanziell am Ende, die Lage an der Musikschule zum Zerreißen ge- spannt. Der Verein konnte die Honorarfor- derungen seiner Lehrkräfte nicht mehr tra- gen und sah sich deshalb zur Aufgabe ge- zwungen. Einige der bisherigen Lehrkräf- te entschlossen sich zur Selbständigkeit, andere standen vor dem Nichts. In dieser Situation entschloß sich die „Gemeinnüt- zige“, der damals Christoph Deecke als Direktor vorstand. nach Wegen für einen weiteren Unterricht vieler Lübecker Kin- der und Jugendlicher zu suchen. Nach vie- len Beratungen beschloß die außerordent- liche Beratungsversammlung der ,..Ge- meinnützigen“ am II. Januar 1978 die Einrichtung Lübecker Musikschule, die am I. März 1978 ihre Tätigkeit in den schon vom früheren Verein genutzten Räu- men in der Hüxstraße 47 aufnahm. Professor Günter Behrens, der bishe- rige und auch neue künstlerische Leiter der Musikschule, begann dann mit den an einer Weiterbeschäftigung interessierten hauptberuflichen und nebenberuflichen Lehrkräften den Unterricht an dieser neu- en Musikschule mit rund 400 Kindern und Jugendlichen. Der qualifizierte und sorgfältige Unterricht fand viel Zuspruch, so daß in den nächsten Jahren die Schü- lerzahlen von Jahr zu Jahr wuchsen. Es kam dann die vom Ehepaar George und Frau Vierbach geleitete Kinderschau- spielschule hinzu. Die Schülerzahl wuchs aut über 900. Dafür waren die gemieteten Räume dann sehr bald zu klein. Mitte der 80er Jahre gelang es dann mit Städtebau- förderungsmittel, das Gebäude Rosengar- ten 14-18 zu kaufen und zu sanieren zu einem Schmuckstück, welches auch von anderen Musikschulen viel Anerkennung kand. Die Lübecker Musikschule - eine Bestandsaufnahme Gegründet aus Privatinitiative eines Vereins - schließlich in Gefahr geraten und durch die Übernahme der Gesell- schaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeiten gerettet ... so stellt sich stark verkürzt die Geschichte der Lübecker Musikschule dar. Der ,„glückhafte“ letzte Teil dieser Entwicklung ist verbunden mit der Person von Professor Günther Beh- rens, der bis zum Sommer 1998 die Lei- tung der Lübecker Musikschule innehat- te. Nach seinem Konzept entwickelte sich Die Lübecker Musikschule war be- strebt, neben dem pädagogisch besonders wichtigen Einzelunterricht nach entspre- chenden Lernfortschritten auch möglichst viel Gruppenunterricht aus finanziellen Gründen zu erteilen. Der Einzelunterricht blieb aber der bevorzugte Unterricht. Schon bald bildeten sich Ensembles und später auch Orchester. Nach dem Ju- gendblasorchester kamen das Kammeror- chester und das Salonorchester hinzu, die sich heute alle als feste Einrichtungen der Lübecker Musikschule seit vielen Jahren durchgesetzt haben. Immer wieder war es für die Verant- wortlichen eine schwierige Aufgabe, die jährlichen Haushaltsvorschläge zu erar- beiten. Die städtischen Zuschüsse für Musikschulen waren in Lübeck weit unter dem Landesdurchschnitt. So mußten schon sehr früh die Eltern weit über- durchschnittliche Unterrichtsentgelte be- zahlen. Dennoch war es immer wieder sehr schwierig, den Lehrkräften eine an- gemessene und berechtigte Gehaltsanhe- bung zu gewähren. Es muß deshalb be- trüblich festgestellt werden, daß die Lehr- kräfte alle nicht in vollem Umfang die ih- nen bei Anwendung des Tarifvertrages zustehenden Bezüge erhalten können. Der von der „Gemeinnützigen“ jähr- lich aufzubringende Zuschuß hat nach dem Haushaltplan 1998 die beträchtliche Höhe von 188 000 Mark erreicht, davon 96 000 Mark kalkulatorische Miete für ei- gengenutzte Räume. Es muß befürchtet werden, daß künftig der Unterschuß noch weiter steigen wird. Es muß deshalb von allen Zuständigen nach Lösungen gesucht werden, den Unterschuß nicht weiter zu erhöhen. Der an der Lübecker Musikschule er- teilte sehr qualifizierte Unterricht hat er- die Schule zu einem, im lübschen Um- feld, mittlerweile sehr anerkannten und geachteten Institut. Besonders bemerkt werden soll an dieser Stelle aber auch die Angliederung der Kinderschauspielschu- le mit ihrer besonderen Prägung durch das unvergessene Ehepaar Ute und Roger George. Nach dem Maßstab einer guten eige- nen Ausbildung entstand ein Kollegium von zirka 40 Lehrern mit Unterrichtsan- geboten in den Fächern Violine, Viola, kfreulicherweise in den vergangenen 20 Jahren immer wieder zu großen Erfolgen der Schüler beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ geführt. Darauf kann die Lü- becker Musikschule berechtigt stolz sein. Nach 20 Jahren erfolgreicher Tätig- keit als künstlerischer Leiter der Lübek- ker Musikschule ist Herr Professor Gün- ter Behrens Mitte 1998 auf eigenen Wunsch ausgeschieden. Auf seinen Vor- schlag hat die „Gemeinnützige“ Herrn Professor Jörg Linowitzki, der schon vie- le Jahre in der Schule als Lehrbeauftrag- ter Kontrabaß unterrichtet, die künstleri- sche Leitung übertragen. Er wird unter- stützt durch die hauptberuflichen Lehr- kräfte Erhard Torlitz (Flöte und Leitung Jugendsinfonieorchester) und Olaf Sil- berbach (Klavier). Professor Günter Behrens sei auch an dieser Stelle nochmals sehr für seinen en- gagierten und erfolgreichen Einsatz in den vergangenen 20 Jahren gedankt. Die „Gemeinnützige“ hat sich mit der Einrichtung Lübecker Musikschule eine schwierige und finanziell nicht leichte Einrichtung geschaffen, die bei nachlas- senden finanziellen Unterstützungen der öffentlichen Hand, bei beträchtlicher Konkurrenz im Lehrangebot und bei sin- kender Kaufkraft und damit insgesamt auch sinkender Schülerzahl zu kämpfen hat. Es bleibt aber weiterhin eine sehr loh- nende Aufgabe für die „Gemeinnützige“, bei geringer werdendem musischen Un- terrichtsangebot in allgemeinbildenden Schulen einen gewissen Ausgleich anzu- bieten und damit der Bildung von Kin- dern und Jugendlichen einen guten Dienst zu erweisen. Helmut Wischmeyer, für die Lübek- ker Musikschule zuständiger Vorsteher Cello, Kontrabaß. Trompete, Posaune, Horn, Flöte, Oboe, Fagott, Klarinette, Klavier, Schlagzeug, Gesang, Musiktheo- rie, Früherziehung, Keyboard, Bandtrai- ning. Saxophon und eben auch Schau- spielunterricht. Die starke künstlerische Motivation der Lehrer läßt sich gut an der Gestaltung verschiedener Programme in der langen Tradition der Lehrerkonzerte ablesen. Neben einer Reihe sehr guter Einzelerkfolge der Schüler im Rahmen der Jugend-Musiziert-Wettbewerbe ist für 262 Lübeckische Blätter 1998/17 D. j alle ( beso0 diese ge d dafü Blas Proj Leit m N D N j & © Q H UN as f § § & z § F
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