Full text: Lübeckische Blätter. 1998 (163)

948, t ein eim kum rlebt tler- phär- um- her- ZEPS Vor- u in Ni- ers- OSI- ium LEr- lem 2 ZU ;che mie Na- Liv- itau iher der 44). las- her üna \da em üh- die )92 der iga En- ch- ka- nk- len N- SO- det Er- I] 3/15 LITERATUR . THEATER . MUSIK . AUSSTELLUNGEN . VERANSTALTUNGEN Bildende Kunst Polnische Kulturtage - Leon Tarasewicz: Ölbilder In der ersten Septemberwoche gab es Polnische Kulturtage in Lübeck und Ge- legenheit genug, sich über unser österli- ches Nachbarland zu informieren. Als Beitrag der bildenden Kunst gibt es eine Ausstellung eines der bedeutendsten pol- nischen Künstler der Gegenwart in der Galerie Linde. Leon Tarasewicz, geboren 1957, ZEiL- te bereits vor einem Jahr am selben Ort Beispiele seiner Malerei, die in der dies- jährigen Ausstellung durch aktuelle Wer- ke ergänzt ist. Die hervorragende Hän- gung gibt dem Betrachter die Möglich- keit, mit Abstand der Kraft dieser stark- farbigen Exponate nachzuspüren. Traditionell handwerklich sind die Bildgründe aus grober Leinwand auf Holzrahmen gespannt. Ölfarbe, wenig ge- mischt, ist in reiner Farbigkeit pastos auf- getragen. Den letzten oberen Raum der Galerie darf eine Komposition von 1991 beanspruchen, Öl auf Leinwand, viertei- lig. 190 mal 520 Zentimeter. Die Zahl Vier evoziert Irdisches, zum Beispiel die Elemente. Rot und Grün scheinen hier erdbezogen in der vierteiligen Tafelkom- position. Über die rote Untermalung tropkt Grün in senkrechten Streifen, scheint in den Hintergrund zu treten durch die optische Überlegenheit der ro- ten Farbe, suggeriert Mohn und Feld glei- cherweise wie Feuer und Wald. Abstra- hiert gesehen gerät diese aus senkrechten Streifen bestehende Komposition in eine waagerechte Bewegung über alle vier Ta- keln mit einer leicht aufwärts strebenden Tendenz, Optimismus vermittelnd. Ein anderes Bild, ein Hochformat von 1995, fällt wegen seines Komplementär- kontrastes wohltuend ins Auge: waage- rechte Streifen wechseln einander ab, ein violetter etwas breiter als der aktivere Gelbe, so wird das Gleichgewicht erhal- ten. Untermalungen in Farben des Spek- trums, vornehmlich Rot, sind in lockeren Tupfen sichtbar, je nach der Entfernung des Betrachters zum Bild. So wird Har- monie nicht starr zelebriert, sondern ent- steht in lebendigem Rhythmus. Zwei Bilder von 1998 deuten neue Entwicklungen an. Sie gehören zu einer Werkreihe in gleichem Format 50 mal 50 Zentimeter. Der lebendige Reiz der quer- laufenden Blockstreifen in eigentlich schlichtem Grün-Weiß oder Schwarz- blau-Weiß entsteht wieder durch Unter- malung, zum Beispiel Dunkelblau unter Grün, Gelb unter Weiß. Um die zentime- terdicke Farbe in ihrer pastosen Stärke zu kixieren, mischt der Maler der Ölfarbe ein schnell härtendes Gemenge bei. Das gibt den Bildern nicht nur optisch Gewicht. So entsteht diese Malerei, schlicht komponiert mit wenigen Tönen, stark und aussagekähig wie auch die Farbigkeit pol- nischer Volkskunst, dabei in der Kompo- sition die Balance haltend zwischen Ruhe und Bewegung. (Leon Tarasewicz: Ölbilder, Galerie Linde, Doktor-Julius-Leber-Straße 49, 28. August - 3. Oktober, Mittwoch - Frei- tag 15 - 18 Uhr, Samstag 10 - 13 Uhr) Gerda Schmidt Darstellende Kunst Polnische Kulturtage - Gastspiel: Tanztheater Posen Abschluß der Polnischen Kulturtage vom 28.8. bis 6.9. mit einem vielseitigen Programm war ein Gastspiel des Tanz- theaters Posen im Großen Haus des Lü- becker Theaters. 25 Jahre besteht dieses staatliche, aber dennoch als einziges ei- genständige Ensemble. Es hat an zahlrei- chen internationalen Tanzfestivals teilge- nommen und sich bei Tourneen auch in Deutschland bekannt gemacht. Seit 1988 leitet Ewa Wycichowska künstlerisch die- se Gruppe. Die Sujets differieren zwar, werden aber in der Bewegungs- und Ge- bärdensprache durch einheitliche Muster zusammengehalten. Schon im ersten Bei- trag nach einer Choreographie des Fran- zosen Stanislaw Wisniecki mit dem Titel „Cul de sac“ wiederholt sich der Gestus- des Fallens und des Rollens auf dem Bo- den. Auch die Arme bei sonst starrem Körper sind spannungsreich eingesetzt. „Cul de sac“ beginnt in einer langen Phase ohne Musik, zeigt Menschen im strengen Schwarzweiß, deren Bewegung bricht, die sich treffen, verbinden, verlie- ren: die Sackgasse des Lebens. Dazu paßt die in Minimal-Music-Manier streng ge- kormte Musik des bekannten polnischen Komponisten Henryk Mikolaj Görecki. Wie überhaupt die Musikauswahl an die- sem Abend sich hervorragend mit den Choreographien verband. So auch in denen des Japaners Toru Shimazaki. Die Musik von Stephan Min- cus erinnert an fernöstliche schwebende Gamelanklänge, ruft im Kontrast zu dem ersten Beitrag in Farbigkeit, in den haut- nahen, fast hautfarbenen Tricots Natür- lichkeit und Wärme hervor. Erregend dann die moderne Version des Themas vom Tod und dem Mädchen. „Es dämmert schon“ nennt Ewa Wyci- chowska ihren choreographischen Bei- trag, wieder zu einer Musik für Streich- quartett von Góörecki. Der Tod, akroba- tisch bedrohlich auf hohen Stelzen ge- tanzt. beherrscht die Menschen, bis er durch die lebendige Kraft einer jungen Frau überwunden wird. Hier wie im zweiten Teil. einer tänze- rischen Umsetzung der ..Gefährlichen Liebschaften“, des morbiden Sittenro- mans von Chorderlos de Laclos, gelingen der Prinzipalin starke Ausdrucksmomen- te, wenn auch die Choreographie sich zu äußerlich des Sujets bedient. Die Musik von Satie im Rahmen und die von Bach ist zwar hervorragend in Tanz umgesetzt, aber Bachs Kraft paßt allzu wenig zu der pervertierten adligen Gesellschaft, auch wenn dies in der dreifachen Umsetzung etwa der Toccata thematisiert wird. Dennoch ein interessanter Abend, der den langen und enthusiastischen Beifall verdiente. Arndt Voß Kammerspiele: The Black Rider Keine Frage: Carl Maria Webers „Freischütz“ gehört als Weltkulturgut der Musik zu den Meisterwerken europäi- scher Romantik. Das Sujet typisch deut- scher Bürgerlichkeit hat die Oper seit ih- rer Uraufführung 1821 immer wieder durch schlicht gezeichnete Charaktere, eingängige Melodien und spannende Handlung begeistert. Auch wurden Regis- seure durch die geisterhafte Stimmung der Wolfsschlucht-Szene zum Einsatz bühnentechnischer Raffinessen angeregt. Da war es kein Wunder, daß einige Lie- der, Arien und Chöre zu Ohrwürmern oh- negleichen avancierten und die schulmei- Lübeckische Blätter 1998/15 241
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