Full text: Lübeckische Blätter. 1998 (163)

Die Delvenau-Stecknitz-Fahrt - ein mittelalterliches Großprojekt n q Peufd :. G ; î Vr. / pr WV Utz t.: I. 18,44 / ù V § § î I Fs K § .» r . \ ſ! Z Of) h + § | A tz § u M 4 Ä DU Â ! [* K ; ; Vußili J .. f f hs: Rm „Plan des Stecknitzkanals “ von H. L. Behrens, 1818 Abbildung oben: Die Stecknitz vom Einfluß in die Trave bei Lübeck flußaufwärts bis zum Ausfluß aus dem Möllner See (Norden ist links) Abbildung rechts oben: Der Verbindungs-Graben - der eigentliche Kanal - vom Möllner See bis zum Grambeker Moor (Norden ist links) Abbildung rechts unten: Die Delvenaz vom Ausfluß aus dem Grambeker Moor flußabwärts bis zum Einfluß in die Elbe bei Lauenburg (Norden ist links) Archiv der Hansestadt Lübeck - Altes Staatsarchiv, Interna, Stecknitz, 55/1 Etwa dort, wo seit bald hundert Jahren der Elbe-Trave- Kanal von Lauenburg nach Lübeck verläuft, befand sich vor- her der Delvenau-Stecknitz-Kanal. Die Bezeichnung für den im Mittelalter angelegten Schiffahrtsweg zwischen der Elbe und der Trave variierte. In später Zeit wurden auch die Del- venau und die gesamte Wasserstraße als Stecknitz oder Stecknitz-Kanal geführt. Kanal im strengen Sinne konnte aber nur das künstliche Verbindungsstück zwischen den bei- den genannten Flüssen Delvenau und Stecknitz sein, das aber nicht nur Stecknitz-Kanal, sondern auch Delvenau-Kanal §E- nannt wurde. Die Delvenau entsprang im Grambeker Moor südlich der Stadt Mölln, floß in südliche Richtung und entwässerte bei Lauenburg in die Elbe, die sich wiederum in die Nordsee er- gießt. Die Stecknitz hingegen war Ausfluß des nördlicher LE- legenen Möllner Sees in nördliche Richtung, um bei Lübeck in die Trave zu gelangen, die selbst in die Ostsee mündet. Zwischen dem Grambeker Moor und dem Möllner See befin- det sich ein 20 Meter hohes Gelände als Scheitelstrecke, das durch einen I11 Kilometer langen Graben zu überwinden war. den eigentlichen Kanal. Delvenau und Stecknitz flossen durch das Hoheitsgebiet des Herzogtums Sachsen-Lauenburg. Seit 1163 gehörten aber die am Unterlauf der Stecknitz gelegenen Dörfer Genin und Büssau bereits zu dem mit der Stadt Lübeck eng verbundenen Domkapitel des ebenfalls reichsunmittelbaren Bistums Lübeck. Außerdem hatte schon durch ein Privileg des Kaisers Friedrich I. Barbarossa aus dem Jahr 1188 die 1181 reichs- unmittelbar gewordene Stadt Lübeck unter anderem auch das Nutzungsrecht am Fluß Stecknitz und „an der Stecknitz auf- wärts bis zum Möllner See“ erlangt - übrigens begab sich Lübeck erst 1847 gegenüber dem jetzt in Lauenburg herr- schenden Dänemark aller Ansprüche auf die Hoheit über die 198 Stecknitz und den Delvenau-Kanal innerhalb des lauenburgi- schen Gebiets. Und im Jahr 1359 schließlich kaufte die Stadt Lübeck von der Bergedorf-Möllner Linie des inzwischen geteilten säch- sisch-lauenburgischen Herzogshauses die Hoheit über Stadt und Vogtei Mölln - bei Zusicherung eines Wiederkaufrechts. Damit war das ganze Gebiet des Stecknitz-Laufs südlich von Lübeck bis nach Mölln und südlich noch ein wenig dar- über hinaus bis auf die Scheitelhöhe in Lübecker Hand. Das restliche südliche Gebiet dieser Höhe und insbesondere der anschließende südliche Delvenau-Lauf nach Lauenburg un- terstanden weiterhin sächsisch-lauenburgischer Herzogsge- walt. Mit der hier herrschenden Ratzeburg-Lauenburgischen Linie des Herzogshauses mußte sich Lübeck nun hinsichtlich eines Ausbaus des Schiffahrtswegs vereinbaren. Das ge- schah, worüber zwei Urkunden des Herzogs vom 24.6.1390 erhalten sind. In der etwas umfangreicheren Urkunde wird vom Herzog zugestanden, daß er das Wasser, das Delvenau heißt - ,,das da fließt zwischen der Elbe und dem See zu Mölln“ - , verbrei- tern und vertiefen will, wo es notwendig ist, so breit und tief, dal man darinnen beladene Schiffe führen kann von der Elbe bis an den See zu Mölln auf und nieder, und so breit, daß zwei Schiffe Raum genug haben, aneinander vorbei zu fah- ren; diese Schiffe sollen so groß sein wie die sind, die man führt zwischen Lübeck und Mölln auf der Stecknitz. Die umfangärmere Urkunde enthält weitere Zugeständ- nisse des Herzogs, insbesondere, daß die Lübecker eine Schleuse in den Mühlendamm von Büchen legen und von dort bis an die Elbe graben und die Delvenau verbreitern und vertiefen und von der Mühle zu Büchen bis in den See von Mölln graben und in diesem Wasser Schleusen legen lassen dürfen. d Lübeckische Blätter 1998/13
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