Full text: Lübeckische Blätter. 1998 (163)

ntwick- rden. In schäfts- Rüdiger der Alt- e kleine rpflich- NESCO lie Rote te. )7 Seite [, Kauf- iter den erungen dal die sollten. 1ger des _„übeck- [achlese derem: chänder ist dazu renzun- ; gewiß rbetrei- 2s muß von Ge- n nicht 1 „Freie r. Denk- kte kon- Neuge- hes das er in ei- tte auch uf hin- rt habe, innützi- hnt, die aus ein den im ber De- cten ge- n tragen fahrbar- ht mög- rste Ge- lann die f: folgt.! stadt im stehen. irendorf itter 1998/1 Trotz schwieriger Situation: Neuzuwächse im Museum Museumsdirektor Dr. Gerhard Gerkens berichtet über die Neuerwerbungen des Museums für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck Ein paar allgemeine Bemerkungen voraus, das Museum angehend Das Jahr 1997 war für das Museum nicht schlecht, aber beileibe auch nicht gut. Wir haben uns mit Ach und Krach über die Runden geholfen, immer hof- fend. dals auch dieser Zeitraum in der Bewertung durch unsere Nachfahren nicht gänzlich durchs Sieb fallen möge. Zwei Ereignisse waren es, die uns in diesem Jahr vornehmlich beschäftigt haben: die Spende der Possehl-Stiftung und der Geburtstag des Direktors. Man erinnert sich: am I. Mai feierte die Firma Possehl ihr ISOjähriges Be- stehen, und um der Stadt Lübeck etwas Gutes zu tun und die Ressourcen nicht zu verplempern, hat sich die Possehl- Stiftung entschlossen, zum Gedächtnis dieses denkwürdigen Ereignisses einen namhaften Betrag auszuwerfken und nur kür ein Objekt zu bestimmen. Sie wählte aus den in Rede stehenden Projekten eins aus, und Herr Dr. Knüppel konnte verkünden, daß es die Überbauung der ehemaligen Sankt-Annen-Kirche sein werde. Dafür bestimmte man IO Millio- nen Mark zweckgebunden. Anstatt nun aber in Lübeck dankbar zu sein für die- se wahrlich großzügige Geste, hat man von verschiedenen Seiten an dieser Ent- scheidung herumgekrittelt. Inzwischen aber hat die Bürgerschaft die Spende angenommen, und das Verfahren - ein Kolloquium, auf dem der Raumbedark und so weiter festgelegt wird, abhalten, einen Architekten finden und so weiter -kann seinen üblichen Verlauf nehmen. Und dann war da der 60. Geburtstag des Direktors. Zwar haben solche Ge- burtstage keinen Wert über das Persön- liche hinaus, wenn man sie nicht zu All- gemeinerem nutzt. Dieser Geburtstag des Museums dankenswerterweise zahlreiche Spenden ein. Das Museum hat kaum Geld, das ist inzwischen schon ein freundlicher Ge- meinplatz geworden. Es geht ihm aber nicht anders als den anderen Instituten im Lande oder in der Stadt auch. Konn- ten wir uns bis jetzt mit den uns zur Ver- kügung gestellten Mitteln noch über Wasser halten, so ist dies nun kaum noch möglich. Der Stadt geht es in Gelddingen nicht besser als dem Museum in ihr. Je- der weiß es, und außerdem steht es je- den Tag in der Zeitung. Da es aber kei- nen Sinn hat, zu klagen oder nun gar nichts mehr zu tun, machen wir eben weiter, so gut es geht. Denn was Daniel Barenboim für Berlin verkündet hat., kann des Rätsels Lösung nach unserer Ansicht auch nicht sein. Um aus der zugegebenermaßen nicht leichten Situation herauszukom- men, sucht man nach Sponsoren. Der Ruf nach ihnen wird lauter und dringli- cher. Denn von ihnen erhofft man sich alles Heil. Ein Institut wie das Museum muß jedoch sehr darauf achten, daß es nicht abhängig werde. Und außerdem: Wer sagt mir, daß Sponsorengelder über lange Zeit hin gewährleistet sind? Aus- stellungen wollen aber ihrer Natur nach mindestens zwei Jahre im voraus ge- nun gab Gelegenheit, einmal öffentlich gl allen denen Dank zu sagen, ohne die ein Museum nicht ..läuft“. So haben der Se- nator und der Vorsitzende der Freunde des Museums freundliche Worte gefun- den, die allgemein als Ermunterung und auch als die nötige Kritik empfunden wurden. Gefeiert wurde ebenfalle.edſcr..., dieses Faktum gehörte hier genau so wenig erwähnt wie der Geburtstan - selbst, wären dem Museum nicht eigens aus diesem Anlaß zwei wertvolle Bilder vermacht worden, die den Bestand an malßstabsetzenden Werken aufs Wün- schenswerteste erhöhten. Davon wird weiter unten noch zu sprechen sein. Au- Berdem gingen beim Verein der Freunde Lübeckische Blätter 1998/1 Abbildung I: , Pfälzer Landschaft“, Max Slevogt, 1914 plant sein. Eduard Beaucamp hat in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 5. November einen sehr nachden- kenswerten Artikel über „Das aggressi- ve Museum“ geschrieben und damit das Guggenheim-Museum in New York und seine unorthodoxe Verleihpraxis ge- meint. Er geht auch auf die Rolle der Sponsoren ein. Beaucamp warnt je- doch: „Doch ist es grundfalsch, von Sponsoren Idealismus zu erwarten. Sie sind keine Mäzene, keine bürgerlichen Wohltäter alten Stils ...“. Er verweist auf Frankfurt am Main und die unwür- dige Rolle. die die Deutsche Bank in Bezug auf das Städel dort spielte. doch er bricht auch eine Lanze für neue Mu- seumsstrukturen, die gekennzeichnet wären von langfristigen Leihgaben. Das ist so neu nicht. Denn bedenkt man, wie sich das Museum seit den SOer Jahren gewandelt hat. so muß man zugeben., dal es heute nicht mehr so ist wie vor 40 Jah- ren noch und daß es besser ist als sein Ruf. Ein Elkenbeinturm ist es schon lan- ge nicht mehr. Andererseits werden die Stimmen immer lauter, die die Kultur- institute privatisieren wollen. Geschähe das, so ginge es in ihnen nur noch nach dem Prinzip des Soll und Haben zu. Das kann des Rätsels Lösung auch nicht sein. Das Museum muß seinen Weg zwischen den Extremen suchen.
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