Full text: Lübeckische Blätter. 1998 (163)

)98/8 Klosterhof im Sankt-Annen-Kloster Ein Gartenarchitekt, der gerne Räu- me komponiert und gerne mit Gegeben- heiten umgeht, scheut auch nicht vor Gärten zwischen engen Mauern zurück. Die mittelalterliche Stadt wurde ja re- gelmäßig romantisch interpretiert. Schon oft gesehen und sicher auch betreten, aber nie mit Maasz in Zusam- menhang gebracht wird der ehemaligen Klosterhof im Sankt-Annen-Museum. Es ist eine beinahe minimalistische Lösung aus historischem Mauerwerk, ein oder zwei Bäumen, Efeu, Rasen und Wegesteinen, mehr nicht. Vogeltränke, gepflasterter Ring und Staudenkranz, wie auf der Zeichnung von 1918 zu sehen, gibt es nicht mehr. Aber der ruhige, fast beiläufige Charak- ter des Hokes hat sich erhalten. Eigentlich hat Maasz ja hier kaum etwas gemacht. Er arbeitete mit weni- gen Mitteln - „aus der Sache heraus“ - nicht gegen, sondern mit den Gegeben- heiten, und für klar definierte Zwecke - hier ging es um einen Ruheraum und Ausstellungsgarten. Die wenigen schmückenden Zutaten störten nicht. Lübeckische Blätter 1998/8 i . n fr chemanern Santkt- Armen Eisner 1918 pu u s; „Sachlich“ heißt der terminus tech- nicus für diese Verfahrensweise. Man arbeitet mit dem Gegebenen und gestal- tet aus der Sache heraus. Wenig später sprach man von „Neuer Sachlichkeit“. Garten im Burgtor Ein weiterer Garten zwischen Mau- ern, kleiner, intimer als der Hof in Sankt Annen, und nicht öffentlich, be- findet sich im Burgtor. Wenn ich alle Hinweise richtig interpretiere, legte Maasz ihn für die Weberin Alen Müller 1934/1935 im Zusammenhang mit einer kleinen Ausstellung über den „Wohn- garten“ an. Garten der Overbeck-Gesellschaft Zum Garten hinter dem Behn-Haus, der 1930 als sachlicher, neutraler, fast kühler Ausstellungsgarten gestaltet wurde, brauche ich nicht viel zu sagen. Auch er ist gegenwärtig. Seine Geome- trie korrespondiert augenfällig mit der Architektur des Pavillions, den der Ar- chitekt Willi Bräck damals in einer Mi- schung aus Neuer Sachlichkeit und lei- sem Neoklassizismen baute. Der Garten in seiner strengen Lini- enführung und seinen rechteckig be- grenzten Rasen- und Wegeflächen ent- spricht heute zwar nicht mehr exakt der ursprünglichen Fassung. Aber der Cha- rakter hat sich erhalten. Es ist ein exem- plarisch moderner Ausstellungsgarten. Ganz erstaunlich, wie sachlich, bei- nahe distanziert der „Gartenromanti- ker“ Maasz arbeiten konnte. Garten der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit Auch der Garten hinter der ..Ge- meinnützigen“ wurde nach Entwürfen von Maasz gestaltet. Und zwar 1924 und dann wieder 1934. Es war ein Garten für Restaurant- betrieb, mit einer großen rechteckigen Rasenfläche in der Mitte. mit breiten gepflasterten Wegen, auf denen die Gar- tentische standen, und mit einem Mu- sikpavillon als Abschluß. Und natürlich mit Bäumen, Büschen und Blumen. Maasz selber sprach von einer in schlichtesten Linien und Flächen ge- gliederten Anlage. Die Feinzeichnun- gen, wie zum Beispiel die gezackten 119
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