Full text: Lübeckische Blätter. 1997 (162)

pro Au- ätzt V Ei- des rch Zeit 1ch, ter- zur nur un- nal- | MP- rauf INe- len- Er: Ilen zen inkt fen- hrer be- Nen- die atz den! SSsen |I tau- nün- cker büh- stadt ihre enkt hren nann Blä- eten itten borg nmal ick; Wün- - von ehre lafür . des chen Ende rung nann 997/18 Leserzuschriſten Widerspruch zur Einschränkung der Verkehrsberuhigung Zur Leserzuschrift von Peter Sünnen- wold im letzten Heft der „Lübeckischen Blätter“ Dieser Brief kann und darf nicht un- widersprochen bleiben: Stimmung in der Lübecker Wirt- schaft gereizt: Mag, sein, daß ..die Stimmung in der Lübecker Wirtschaft so Lereizt wie sel- ten zuvor war, wie Herr Sünnenwold schreibt ~ gemeint ist jedoch wohl der Einzelhandel der Altstadt, nicht „lie Lübecker Wirtschaft“. Zu dieser - möglichen - Gereiztheit haben Wirtschaftsorganisationen und die einzige Tageszeitung der Stadt kräf- tig beigetragen: - Wenn zum Beispiel immer wieder behauptet wurde und wird, daß die Altstadt nicht erreichbar sei, so ist das schlicht und einfach falsch. Sie ist erreichbar. - Wenn behauptet wird, der Liefer- verkehr sei eingeschränkt, so ist das falsch. Lieferverkehr ist 24 Stunden am Tag möglich, außer in der Fußgängerzone. ~- Wenn das Lübeck-Management eine Liste mit mehr als 80 Läden veröffentlicht, die angeblich leer stehen, so ist das ganz schlimm. Eine Überprüfung ergab zum Bei- spiel. daß 18 der genannten Läden belegt waren, 2 Brandruinen sind, 7 sich in einem desolaten bauli- chen Zustand befinden, unvermiet- bar sind, 6 der angeblich lIeerste- henden Läden nie Läden waren und so weiter. Tatsächlich waren lediglich 28 Läden zu vermieten, was immer noch zu viel ist. Infam an der Veröffentlichung ist, daß der Leerstand nicht ausdrücklich auf die Verkehrsberuhigung zu- rückgekführt wird. Unterschwellig wird der Leser dies aber so regi- strieren, weil die Meinung der Führung dieses privaten Vereins zur Verkehrsberuhigung bekannt ist. Und wenn eine namhafte Geschäfts- frau in einer großen Autozeitschrift mit dem Satz zitiert wird „In den Straßen weht Leichengeruch“. so trägt diese Aussage ebenso wenig dazu bei, den Wirtschaftsstandort „Altstadt Lübeck“ zu fördern, wie die oben genannten Punkte und viele andere Aussagen. Lübeckische Blätter 1997/18 Quintessenz: Gewisse Kreise „der Lübecker Wirtschaft“ haben ein gerüt- telt Maß Schuld an der von Herrn Sün- nenwold festgestellten Gereiztheit. Zum neuen Grobkonzept: Herr Sünnenwold nennt einige For- derungen „der Lübecker Wirtschaft“, die im Grobkonzept nicht erhalten sind. ~ Ein Parkhaus in der „City't,das:24 Stunden am Tag geöffnet hat, ist unsinnig. Wenn es wirtschaftlich interessant wäre, hätte schon längst ein bestehendes Parkhaus - oder hätten alle im Wechsel - die- sen vermeintlichen Service aufge- nommen. Außerdem: Lübecks Altstadt ist Weltkulturerbe. Dieser Status. auf den viele Lübecker so stolz sind, verbietet es geradezu, parzellen- übergreifend zu bauen. Und: Möchte derjenige, der noch mehr Parkfläche fordert, doch bit- te bedenken, daß von den rund 5600 zur Verfügung stehenden Parkplätzen noch nie mehr als 70 Prozent gleichzeitig besetzt wa- ren. Vielleicht wäre auch dies erwä- genswert: Je mehr Autos, je mehr Ausstoß von Schadstoffen, die. es ist allgemein bekannt, schädlich sind. Ob Herr Sünnenwold und seine Familie gern in Straßen zum Einkaufen gehen, die vollgestopft sind mit Autos, die ihre Abgase ungehindert entweichen lassen, die laut und gefährlich sind ...? - Herr Sünnenwold beklagt, daß rund 80 Prozent der Altstadt in Zu- kunkt 24 Stunden am Tag ver- kehrsberuhigst sein sollen. Er braucht keine Angst zu haben: das wird nicht funktionieren, weil das Ordnungsamt die Einfahrt in diese Altstadtgebiete nicht beziehungs- weise nicht ordentlich kontrollie- ren wird. Beispiele: Die Einfahrt in die Engelsgrube vom Koberg aus ist untersagt, wird aber ,.fleißBig“ genutzt. Wo sind die Ordnungskräfte? Das Ordnungsamt hat das Parken auf dem Koberg durch das Auf- stellen entsprechender Ver- kehrszeichen untersagt. Und wie wird dort geparkt! In beiden Fällen hat es Dienstauf- sichtsbeschwerden gegeben. Sie wurden mit fadenscheinigen Be- grüncdungen abgeschmettert. Durchgangsverkehr: Wie so viele ist auch Herr Sünnen- wold der Meinung, daß es in Zukunkt keinen Durchgangsverkehr geben wird. Was ist das denn: Burgtor / Große Burg- straße / Koberg / Breite Straße / Becker- grube / Fünfhausen / Schüsselbuden / Holstenstraße / Holstentor. Wenn das kein Durchgangsverkehr ist ... Und so weiter: Eine Stellungnahme zu den weiter- hin von Herrn Sünnenwold angeschnit- tenen Komplexen Fußgängerbereich Hüxstraße, Parkplätze in der Krähen- straße und in Blockbinnenhöfen erspare ich mir. „Wirtschaftsfeindlich“: Herr Sünnenwold unterstellt dem Redakteur der „Lübeckischen Blätter“ „Wirtschaftsfeindlichkeit“. Herr Sün- nenwold scheint der Meinung zu sein, daß jeder, der nicht seine Meinung ver- tritt - es gibt davon viele in Lübeck -, gleich „wirtschaftsfeindlich“ ist. Könn- te es nicht doch sein, daß man die von Herrn Sünnenwold entdeckte ..Wirt- schaftsfeindlichkeit“ ganz anders inter- pretieren kann, muß, zum Beispiel so: Wer die Sorge um den Erhalt der Altstadt versucht in Mißkredit zu brin- gen, übersieht, daß unsere Stadt gegen- über anderen Städten einen sehr großen Vorteil hat: ~ „Das typische. einzigartige der Lübecker Insel ...“ schrieb Chri- stian Longardt in den „Lübecker Nachrichten“. Man muß hinzufü- gen: ~ das Unverwechselbare, -die viele Jahrhunderte alte Struk- tur, ~ die rund 4000 historischen Häuser, - eben das Weltkulturerbe, -und die vielen kulturellen Institu- tionen, seien sie privat oder städ- tisch. Das ist es. Herrn Sünnenwold, was Lübeck ausmacht. Deswegen kommen Fremde nach Lübeck! Touristen besuchen Lübeck nicht, weil es hier ein berühmtes Caffé und ein Kaufhaus gibt. Wieso Herr Dohrendorf ..das Blatt für seine persönlichen Feldzüge miß- braucht“. bleibt unerfindlich. ist allen- falls eine dumme Behauptung. Eines ist mal sicher: Herr Dohrendorf steht mit seiner Meinung keinesfalls allein da! Dem Mlitglied der Bürgerschaft. Herrn Peter Sünnenwold. muß ins Ge- dächtnis gerufen werden, was eben die- se Bürgerschaft bereits in den 70er Jah- ren für die Altstadt an Kernpunkten be- schlossen hat: „Wohnen - Kultur - City“. Jedes dieser Essentials brauchen wir in einem friedlichen Nebeneinan- der. Jeder dieser Kernpunkte ist auf die beiden anderen angewiesen. ohne sie läuft nichts. Hört endlich auf. schlecht zu reden. unsere Stadt Hans Meyer 297
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